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Wahl 2020: Mira Schwarzenberger will dem Wachstum Grenzen setzen

Kommunalwahl in Wachtberg : Mira Schwarzenberger will dem Wachstum Grenzen setzen

Der General-Anzeiger stellt die Kandidaten aus Wachtberg vor, die bei der Wahl im September antreten. Mira Schwarzenberger (Unser Wachtberg) setzt sich für eine lebenswerte Gemeinde ein.

■ Die Kandidatin:

Mit 36 Jahren auf Listenplatz 1 zu stehen, ist gar nicht so besonders für Mira Schwarzenberger. Denn sie ist schon seit sieben Jahren kommunalpolitisch aktiv. Auslöser seien polarisierende Diskussionen um die Neuaufstellung eines Flächennutzungsplans gewesen. „Ich war entsetzt über die vorherrschende politische Kultur“, sagt die Villiperin.

Da ihr sowohl Inhalt wie Stil nicht passten, gründete sie mit anderen Anfang 2014 die Wählervereinigung „Unser Wachtberg“ – und zog direkt in den Gemeinderat ein. Ihre Heimat betrachtet Schwarzenberger als „Paradies“, das es zu schützen gilt – vor jeder Ideologie und kommerziellen Interessen. Könnte sein, dass ihre Eltern an allem ordentlich Anteil haben. Sie hätten ihr beigebracht, aufzustehen und den Mund aufzumachen, wenn etwas nicht richtig läuft.

Beeindruckt zeigt sich die verheiratete Mutter von Zwillingen zudem von Menschen wie Martin Luther King. Ohne große Apparate, dafür aber mit ethisch verankerten Überzeugungen stünden sie auf, um die als unrichtig empfundenen Zustände für andere zu ändern. Auch ein Einzelner, so ihr fester Glaube, kann falsche Entwicklungen stoppen. Lieblingsplätze hat die Grundschullehrerin viele. So nennt sie unter anderem den Blick von den Adendorfer Feldern auf Villip, wo man nur den Kirchturm und die Windmühle sieht. Und natürlich ihr Zuhause.

Die Gemeinde steht kurz vor einem Haushaltssicherungskonzept. Wie wollen Sie das verhindern?

Zu der strukturellen Überlastung der Kommunen ohne finanziellen Ausgleich kommen die Belastungen durch die Corona-Krise. Niemand weiß, welche Auswirkungen dies nach sich ziehen wird. Daher wäre es unseriös, heute einen Weg aufzuzeigen, den von vornherein niemand garantieren kann. Wichtig wäre es, im Haushalt nur Maßnahmen aufzunehmen, die gestemmt werden können. Zudem geben wir erhebliche Summen für externe Berater und Leistungen aus, die die Gemeinde selbst erbringen können müsste.

■ Welches sind die drei dringlichsten Themen in Wachtberg und warum?

Wachtberg muss sich den Herausforderungen stellen, die der Klimawandel mit sich bringt. Dabei muss der lokale Umweltschutz eine zentrale Rolle bekommen, die bedacht werden muss. Daher muss auch weiterer Flächenversiegelung Einhalt geboten werden. Die Lebensqualität unserer Gemeinde muss erhalten und aufgewertet werden. Wir brauchen Naherholungsräume, ausreichende Betreuungsangebote für Jung und Alt. Im Bereich der Infrastruktur gehören die Stärkung des ÖPNV, zusätzliche Radwege und Elektroladestationen ebenso dazu wie eine flächendeckende Breitbandversorgung.

■ Auf welchen Erfolg würden Sie in fünf Jahren gerne zurückblicken?

Ich hätte das Gefühl, das Wesentliche erreicht zu haben, wenn in fünf Jahren Konsens besteht, dass wir alle gemeinsam dafür eintreten, unser Wachtberg nicht weiter einem ständigen Wachstum und der Gewinnmaximierung Weniger opfern zu wollen. Dass wir stattdessen dafür eintreten, eine besonders liebens- und lebenswerte Gemeinde in einem besonderen Umfeld mit gestärkten dörflichen Strukturen zu erhalten. Zu guter Letzt würde es mich freuen, wenn „Unser Wachtberg“ nicht mehr mit der UWG verwechselt würde.