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Planungsausschuss gibt grünes Licht: Wie sich das Wachtberger Buskonzept ändern soll

Planungsausschuss gibt grünes Licht : Wie sich das Wachtberger Buskonzept ändern soll

Im Planungsausschuss stieß das neue Wachtberger Buskonzept auf breite Zustimmung. Wenn auch Bildungsausschuss und Rat grünes Licht geben, werden die Pläne im Sommer 2019 umgesetzt.

Das neue Wachtberger Buskonzept stieß am Dienstagabend im Planungsausschuss auf begeisterte Zustimmung. Einstimmig sprachen sich die Politiker für die Pläne aus, die im Sommer 2019 umgesetzt werden sollen, wenn auch Bildungsausschuss und Rat grünes Licht geben.

Das neue Buskonzept fußt auf drei Beinen ( der GA berichtete). Die Taktung und Fahrten der Linien 855, 856 und 857 sollen verbessert, der jetzige Taxibus in Zukunft als Kleinbuslinie 881 zwischen Villip/Pech und dem Einkaufszentrum pendeln. Außerdem sollen die Schulbusse abgeschafft, die Fahrten von den regulären Linien übernommen werden. Dieser Vorschlag war bei einigen Eltern nicht gut angekommen. Sie befürchteten, dass die Kinder nicht problemlos zum Unterricht kommen werden. „Es handelt sich um Einzelprojekte, die planerisch zusammenhängen“, betonte der Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises, der die Pläne im Ausschuss vorstellte. Soll heißen: Wird eine Säule gekippt, wird keine umgesetzt.

Die Pläne im Einzelnen:

Linien 855/856/857

Montag bis Samstag sollen die Busse im 30-, abends, sonn- und feiertags im 60-Minuten-Takt fahren. „Gerade zwischen Wachtberg und Godesberg bestand in der Taktung Handlungsbedarf“, erläuterte der Vertreter des Kreises. Und das vor allem mit Blick auf die Schüler. Dabei sollen die Fahrpläne so aufeinander abgestimmt werden, dass die Fahrgäste montags bis samstags im 15-Minuten-Takt zwischen Bad Godesberg und Berkum pendeln können. In Sachen Zusatzfahrten wird sich übrigens schon ab Dezember etwas tun: Die Linie 857 wird morgens um zwei Fahrten nach Godesberg ergänzt, mittags gibt es zwei zusätzliche Fahrten zurück.

Schulverkehrs- und Kleinbuslinie

Zwischen Pennenfeld und Niederbachem wird eine neue Schulverkehrslinie eingerichtet, deren Weg über Bad Godesberg, Pech, Villip, Holzem und Berkum führt. Die Haltestelle Bruch in Villip bleibt bestehen. Im 60-Minuten-Takt soll demnächst ein Kleinbus zwischen Villip/Pech und Berkum verkehren. „Ziel ist die bessere Erschließung Villips, die Verknüpfung mit der 855 und die Schaffung einer Querverbindung“, hieß es seitens des Kreises im Ausschuss.

Schulbusse

Durch die engere Taktung der regulären Linien sollen die Schulbusse entfallen. Die Idee: Viele Busse, die morgens nach Godesberg fahren, könnten auf dem Rückweg Wachtberger Schulen bedienen. Dann müsste der Unterricht am Berkumer Standort später beginnen – und zwar um 8.20 Uhr. Wer ein Schülerticket bekommt, zahlt künftig einen Eigenanteil von zwölf Euro monatlich, so der Vertreter des Kreises.

Gefahrene Kilometer

Derzeit legen die Busse in Wachtberg jährlich insgesamt 550.000 Kilometer zurück, hinzu kamen im Jahr 2017 rund 20.000 Taxibus-Kilometer. Laut Kreis würde sich die Leistung um rund 70 Prozent erhöhen – auf insgesamt 950.000 gefahrene Kilometer pro Jahr.

Haltestellen

Die Haltestellen sollen vereinheitlicht und – wo nötig – modernisiert oder sogar neu geschaffen werden. Wo es also noch eigene Schulbushaltestellen gibt, sollen diese mit den Wartepunkten des öffentlichen Nahverkehrs zusammengelegt werden. „Wir haben alle Haltestellen im Blick“, sagte Wachtbergs Beigeordneter Swen Christian. So zum Beispiel in punkto Sicherheit für die Schüler. Acht Haltestellen würden barrierefrei ausgebaut, 23 weitere mit digitalen Fahrgastsystemen ausgestattet.

Züllighoven

Wie es mit der Anbindung von Züllighoven aussähe, wollte Thomas Franz (UW) wissen. „Wenn das neue Konzept Anklang findet, wäre in der nächsten Ausbaustufe auf die bessere Anbindung weiterer Orte denkbar“, so der Kreis. Das gelte dann auch für Züllighoven.

Reaktionen

Die Reaktionen auf das neue Buskonzept waren positiv. Als „einmalige Chance“ bezeichneten etwa Oliver Henkel (Grüne) und Wolfgang Neusüß (SPD) die Pläne. Von einer „erfreulichen Wendung in die richtige Richtung, zum Beispiel was die Taktung angeht“, sprach Maike Scholz von der CDU. Die Verdichtung sei „mehr als notwendig“, meinte Franz. Und wollte wissen, wann die letzten Busse zwischen Bad Godesberg und Wachtberg fahren würden. Dies werde aktuell, wenn über den Fahrplan diskutiert würde, so der Kreis. Auf jeden Fall aber bleibe es bei den jetzigen Zeiten bis 22 Uhr, man wolle aber – falls es möglich ist – den Fahrplan ausweiten.