Zirkusschule Don Mehloni in Wachtberg Ein Fest in der Manege

Wachtberg-Berkum · Vor 30 Jahren gründete Jörg Nitsch die Zirkusschule Don Mehloni. Am Samstag wird das im Schulzentrum Berkum gefeiert.

 Jörg Nitsch trainiert mit Kindern in Bad Godesberg.

Jörg Nitsch trainiert mit Kindern in Bad Godesberg.

Foto: Axel Vogel

Viele Kinder haben schon in der Zirkusschule Don Mehloni erste Erfahrungen auf dem Drahtseil, beim Jonglieren oder als Clowns gemacht, einige sind jetzt ebenfalls Übungsleiter. Auch die fünf Töchter von Jörg Nitsch sind dabei, die älteste wurde in dem Jahr geboren, als er die Schule aufmachte. Das ist 30 Jahre her. Und am Samstag, 3. September, feiert die Einrichtung, dass sie sich in diesen drei Jahrzehnten einen festen Platz in der Bonner Kulturlandschaft erarbeitet hat. Dafür laden die Artisten ins Schulzentrum Berkum, Stumpebergweg 5, ein.

Um 15 Uhr geht es dort mit einer Vorführung der jungen Artisten der Zirkusschule los. Ab 16 Uhr können sich alle Besucher beim Mitmachcircus an den verschiedenen Geräten versuchen. Außerdem gibt es Kaffee und Kuchen gegen Spende. Und ab 17 Uhr kann man die Fortgeschrittenen und die Übungsleiter der Schule bestaunen: Sie zeigen dann ihre aktuelle Show „Don Mehloni’s Diner“. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Und wer danach Lust auf Zirkus bekommen hat, kann gerne einen der Kurse besuchen.

„Don Mehloni’s Diner“

Trainiert wird derzeit nur in der Paul-Klee-Schule an der Bad Godesberger Rheinallee 26. Mit derzeit 40 Schülern ist die Schule weit entfernt von der Hochzeit: „Zeitweise kamen 240 Kinder regelmäßig“, erzählt Nitsch. Das war, als die Schule im Hansahaus in der Moltkestraße untergekommen war und dort auf 200 Quadratmetern trainierte.

Ihren Ursprung hatte die Zirkusschule aber in Mehlem, wo Nitsch herkommt. „Ich hatte auf einem Kirchentag einen Clown kennengelernt“, erzählt der 58-Jährige. Er versuchte sich selbst in dieser Kunst und stellte fest: „Als Clown muss man alles ein bisschen können.“

Er studierte Sport und gründete mit Kommilitonen eine Varieté-Gruppe, zu der auch immer wieder internationale Künstler eingeladen wurden. Nach dem Studium gründete Nitsch eine Zirkusschule, die er in Anlehnung an seinen Heimatort „Don Mehloni“ nannte. Er unterrichtete zunächst in der Villa Friede in Mehlem, damals gab es nur einen Kurs in der Woche. Zwei Jahre später zog er in ein schmuckes Fachwerkhaus an der Domhofstraße um: Dort hatte er schon bis zu 100 Schüler gleichzeitig und bot auch Kurse und Freizeiten in den Ferien sowie Tourneen an.

2005 konnte Nitsch ins Hansahaus umziehen. Wegen Umbauarbeiten musste die Schule aber vor einigen Jahren raus, seitdem nutzt sie die Aula der Paul-Klee-Schule. Dann kam die Corona-Pandemie dazu, da half nur, den Schulbetrieb rapide abzuspecken. Die Kinder, deren Eltern den Beitrag weiter bezahlten, unterrichteten die Übungsleiter einmal im Monat einzeln in deren Gärten.

Mit dem Fest zum 30. Geburtstag will man natürlich auf sich aufmerksam machen. Gerne möchte man wieder größere Räume nutzen, aber dazu, so Nitsch, bedürfe es politischer Unterstützung. Die Schule sammelt über Crowdfunding Geld für ein neues Zirkuszelt: Dem Alten sieht man an, dass es mehrere Monate lang ununterbrochen genutzt wurde. Denn Don Mehloni hatte in Sinzig für Kinder aus dem Ahr-Flutgebiet Ablenkung angeboten.

Und wie geht es langfristig mit der Schule weiter? Nitsch hat fünf Töchter, die dreijährige Enkelin tritt am Samstag zum ersten Mal auf – da werde schon jemand in seine Fußstapfen treten, hofft er.

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