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Wachtbergerin zur Prädikantin ordiniert: Zu Hause in der Welt der Zahlen und der Kirche

Wachtbergerin zur Prädikantin ordiniert : Zu Hause in der Welt der Zahlen und der Kirche

Der Kirche hat sich Meike Bayer schon von klein auf verbunden gefühlt. Wachtbergs Pfarrerin Kathrin Müller begleitete jetzt als Mentorin die Ausbildung der 49-Jährigen zur Prädikantin.

Die Pandemie macht auch vor Kirchenzeremonien nicht Halt. Und so fand am Sonntag mit rund einem Jahr Verzögerung ein besonderer Gottesdienst im Niederbachemer Gemeindehaus der evangelischen Kirche statt. Mit dem Segen der Kirche ordinierte Superintendent Mathias Mölleken Meike Bayer als neue Prädikantin. Die 49-Jährige ist somit künftig Pfarrerin Kathrin Müller und Pfarrer Günter Schmitz-Valadier geistlich gleichgestellt, darf in Wachtberg Messen zelebrieren und Mitmenschen mit geistlichem Rat beistehen und begleiten.

Seit ihrer Kindheit engagiere sie sich in der Kirche, anfangs im Chor, später in Jugendgruppen, dann in der Gemeindearbeit, erzählte Bayer. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit und „einfach meinen Glauben leben können“ motiviere sie stark. Aus dem Wunsch, ihren Glauben breiter in die Gesellschaft tragen zu können und Menschen auf ihrem Weg begleiten zu können, wuchs vor fünf Jahren der Entschluss, sich zur Prädikantin ausbilden zu lassen. Zwei Jahre lang habe ihr Name auf der Warteliste gestanden, bis sie ihre Ausbildung beginnen konnte, berichtete die zielstrebige Frau.

Wegen Corona dauerte die Ausbildung ein Jahr länger

„Die Ausbildung durch die Landeskirche dauert normalerweise gut zwei Jahre“, sagte Pfarrerin Müller. Sie hatte zum ersten Mal eine Prädikantin begleitet. Weil viele Veranstaltungen im Ausbildungsbereich wegen dynamischer Entwicklungen der Infektionszahlen verschoben wurden, habe sich die Ausbildung in diesem Fall insgesamt über drei Jahre erstreckt, so Müller. „Wir freuen uns, dass wir trotz der Umstände heute diesen Gottesdienst gemeinsam feiern können“, betonte Superintendent Mölleken. Er führte gemeinsam mit Pfarrerin Müller und Gemeindemitglied Georg von Streit die Zeremonie durch. Pfarrer Schmitz-Valadier, Regina Krull, Sara Plum und Simon Müller untermalten den Gottesdienst musikalisch.

Als Superintendent wirkt Mölleken im evangelischen Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel. In der Regel führe er zwei bis drei Ordinationen im Jahr durch, berichtete er. Der geistlich gleichgestellte Einsatz von Menschen, die hauptberuflich oft ganz andere Schwerpunkte pflegen, ist laut Mölleken für die gesamte Gemeinde von Vorteil: „Sie bringen andere Sichtweisen in das kirchliche Leben ein, das ist für alle bereichernd.“ Eben das hatte die Pfarrerin in ihrer Rolle als Mentorin im gemeinsamen Austausch mit Bayer über Gottesdienste und Gemeindearbeit erlebt.

Aufgewachsen ist Meike Bayer in Lohmar. Beruflich prägten ihr Leben Tätigkeiten als Einzelhandelskauffrau und Steuerfachangestellte. Nach einer Zusatzausbildung als Fachassistentin Lohn und Gehalt arbeitet sie als „Payroll Specialist“ für ein IT-Unternehmen. Kein Wunder, dass sie sich als „Zahlenmensch“ beschreibt. Seit 2014 lebt die 49-Jährige mit ihrem Mann und dem erwachsenen Sohn in Berkum.