Kompostieren und die Umwelt retten So funktioniert die Kompostanlage in Wachtberg

Wachtberg · Bei „Wachtberg Kompost“ wird jede Menge Müll abgeladen, der jedoch wertvoll ist. Das Unternehmen macht daraus verschiedene Substrate und Erden, die weiterverwendet werden können.

Riebau bei der Arbeit mit dem Kompost.

Riebau bei der Arbeit mit dem Kompost.

Foto: Carla Moreno

Beim Gärtnern kommen viel Erde, Äste und allerlei Grünabfälle zusammen. Wie man sie richtig verwertet und aufbereitet, erklärte Klaus Riebau jüngst bei einem Kursus der Volkshochschule Bonn. Der Rundgang bei „Wachtberg Kompost“ zeigte auf, wie Kompostierung funktioniert, welche Produkte dabei entstehen und wofür sie verwendet werden.

Schon leitet 1993 Riebau das Privatunternehmen. Der Gartenbaumeister und Landsitzbaumeister hat ein Herz für erneuerbare Energien. Für ihn ist Biomasse eine Ressource, die genutzt werden kann und sollte. Riebau ist aber auch pragmatisch. Die Biogasanlage, die er sich ursprünglich anschaffen wollte, war leider nicht umsetzbar. “Wenn das Pferd tot ist, steig ab”, sagte Riebau dazu und erntete ein Lachen von den Teilnehmern des Rundganges. Riebau erzählte auch, dass es wohl nicht reichen würde, nur mit Wind und Solaranlagen auszukommen.

Die Angebote vom „Wachtberg Kompost“ sind ein Geben und Nehmen. Das Unternehmen nimmt den grünen Müll an und bereitet ihn auf. Dadurch gelingt es dem Unternehmen, einen geschlossenen Kreislauf durch die effiziente Nutzung von Grünrückständen aus der Region zu schaffen. Damit das funktioniert, sind zahlreiche Haufen notwendig, die für die verschiedenen Prozessstufen stehen. So gibt es einen Haufen, auf dem die Bauern, Privatgärtner und Unternehmen ihr Grün abladen.

Dann fängt das Sortieren an. Einige Abfälle haben noch anderen Müll in sich, wie Plastik oder Zigarettenstummel, die herausgefischt werden müssen. Manch einer schleppt gar ganze Baumstämme an, sagt Riebau. „Aktuell ist ein ganzer Mammutbaum im Aufbereitungsprozess.“ Der muss zerkleinert werden und und landet auf einem zweiten Haufen. Je nachdem, um welche Biomasse es sich handelt, wird wieder aufgeteilt. Holz zum Beispiel dürfe laut Riebau nicht verrotten und nasses Gras dürfe nicht anfangen zu gären. „Es muss alles im Zwischenlager von Mikroorganismen erhitzt werden und dann trocknen“, sagt Riebau.

Bei dem Prozess kann es schon mal vorkommen, dass dem Unternehmen Tiere in die Quere kommen. Aktuell nistet eine Vogelfamilie in einem der Haufen. „Deswegen wird er in Ruhe gelassen“, sagt Riebau. Auch Maulwürfe, Wühlmäuse und eine Entenfamilie suchen in der Kompostanlage ein Zuhause. Riebau lässt sie gewähren.

Am Ende kommen mehrere Substrate und Erden heraus. Das Angebot ist breit. Es gibt Rosenerde, mediterrane Erde und normale Pflanzenerde. Der ganze Prozess dauert nicht mehr, wie vor 30 Jahren, vier Monate, sondern dank neuer Maschinen und nur noch vier Wochen.

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