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Kinder und Jugendliche in der Region: Weihnachtsgeschenke sind nicht das Wichtigste

Kinder und Jugendliche in der Region : Weihnachtsgeschenke sind nicht das Wichtigste

Es liegt ein gewisser Zauber über dem Heiligen Abend. Glitzernde Christbaumkugeln im Kerzenschein, ein kleines Glöckchen, das die Bescherung einleitet, und natürlich die Geschenke - vor allem für die Jüngeren wird das Warten auf den Moment, wenn es am Montagabend endlich losgeht, sicher lang.

Kinder und Jugendliche aus der Region haben dem General-Anzeiger verraten, was für sie das besondere am Christfest ausmacht.

"Weil man dann mit der Familie zusammen ist und ein Tannenbaum im Wohnzimmer steht. Dann kommt auch das Christkind und bringt Geschenke. Das ist, wenn am Adventskranz alle Kerzen brennen und Weihnachtslieder gesungen werden." Deshalb ist für den sechsjährigen Oliver aus Sinzig Weihnachten so schön. Und: "Wir essen dann die Plätzchen, die ich mit Mama gebacken habe. Auch meine kleine Schwester Katharina hat dabei geholfen." Das bestätigt die Dreijährige, die sich auch schon riesig auf das Fest freut. Am Weihnachtsbaum werden dann Lieder wie "Oh Tannenbaum" und "Ihr Kinderlein kommet" gesungen, daran kann sie sich noch ganz genau erinnern. Auch wenn für sie "Weihnachten noch nicht so oft war". Eines wissen aber beide: "Für die Kaninchen, die der Nikolaus gebracht hat, gibt es an Weihnachten extra große Möhren."

Für Timo sind die Geschenke das Beste: "Ich habe mir Lego mit Sachen aus Star Wars gewünscht, da freue ich mich drauf. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war ein BMX-Rad, das ich vor zwei Jahren bekommen habe", findet der Achtjährige. "Toll an Weihnachten ist auch der Schnee und wenn es Glatteis gibt: Dann machen wir eine Rutschpartie. Außerdem freue ich mich, meinen Papa zu sehen." Denn den sieht er nur einmal im Monat. "Entweder kommt er aus Euskirchen zu uns oder wir fahren nach Euskirchen. Früher fand ich es auch spannend, bei Opa die Krippe aufzubauen, aber das interessiert mich jetzt eigentlich nicht mehr so."

Dieses Weihnachten wird für Klemens ganz anders als sonst. "Ich bin jetzt Messdiener und werde an der Christmette von Sankt Martin in der Pallotti-Kirche teilnehmen", erzählt der Neunjährige stolz. Ob er am Altar stehen wird, eine Kerze hält oder eine Spezialaufgabe hat, weiß der kleine Rheinbacher noch nicht. "Aber wir müssen für die Probe 30 Minuten früher da sein", sagt der Viertklässler, der die Sankt-Martin-Grundschule besucht. Deshalb gibt es in diesem Jahr die Geschenke vor dem Kirchgang. "Ich habe mir ein Karaoke-Spiel von ABBA für die Wii gewünscht", so Klemens. Bislang hätten seine Wünsche meist unter dem Tannenbaum gelegen. Aber der Neunjährige schenkt auch selber gerne. Und zwar gemeinsam mit seiner Schwester Annemarie (6) und seinem Bruder Johannes (12). "Letztes Jahr haben wir unserem Vater Schweißbänder und Duschgel fürs Tennis gekauft, meiner Mama Stricknadeln und Wolle und beiden etwas gemalt", sagt Klemens. Er freue sich aber an jedem Weihnachtsfest auch besonders darüber, dass Jesus geboren sei.

"Besonders schön finde ich an Weihnachten, dass meine Oma und mein Opa aus dem Sauerland zu uns kommen und mit uns feiern. Die bringen auch einen Tannenbaum mit, den wir gemeinsam schmücken", freut sich Dominik aus Oberpleis. "Ich freue ich mich aber auch darüber, dass heute Jesus geboren ist. Abends gehen wir zusammen in die Kirche. Der Weihnachtsgottesdienst gefällt mir immer besonders gut, weil alles so festlich und feierlich ist. Natürlich bin ich auch gespannt auf die Geschenke. Einen Wunschzettel habe ich aber nicht geschrieben, ich lasse mich lieber überraschen. Wenn wir am Heiligen Abend nach der Kirche wieder zu Hause sind, machen wir zuerst zusammen Musik. Ich spiele dann gemeinsam mit meinem Bruder Tobias Blockflöte."

In ihr Wohnzimmer in Haus 3 des Kinderheims Pauline von Malinckrodt durften die Mädchen aus der Wohngruppe schon einige Tage nicht hinein. "Da steht der Weihnachtsbaum, den sollen wir noch nicht sehen", erzählt Michelle. "Ich bin sehr gespannt, wie er in diesem Jahr aussieht." Die 17-Jährige wohnt seit fast zwölf Jahren im Kinderheim und freut sich auf die Festtage dort. "Eine kleine Weihnachtsfeier haben wir schon vorher gemacht, weil einige von den Mädchen zu Heiligabend nach Hause fahren", sagt sie. Mit ihr sind es vier Jugendliche, die über die Feiertage im Haus sind. Und heute feiern sie alle zusammen - und zwar (fast) die ganze Nacht. "An Heiligabend, nach der Messe und wenn wir gemeinsam Raclette gegessen haben und die Bescherung war, gucken wir einen Film und dürfen alle auf dem großen Sofa schlafen. Das gibt es sonst das ganze Jahr nicht, aber an Weihnachten kuscheln wir uns zusammen und machen eine Pyjama-Party. Vor dem Einschlafen sehe ich als letztes den geschmückten Christbaum und habe es dazu ganz gemütlich. Das ist das Beste."