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Bildung in Rheinbach: Widerstand gegen Gesamtschule

Bildung in Rheinbach : Widerstand gegen Gesamtschule

Der Plan der CDU-Fraktion, in Rheinbach eine Elternbefragung für die Einrichtung einer Gesamtschule zum Schuljahr 2012/13 zu beantragen, stößt auf Widerstand.

Rheinbach. Der Plan der CDU-Fraktion, in Rheinbach eine Elternbefragung für die Einrichtung einer Gesamtschule zum Schuljahr 2012/13 zu beantragen, stößt auf Widerstand. Alle drei städtischen weiterführenden Schulen und deren Schulpflegschaftsvorsitzende sprechen sich gegen die Einrichtung einer Gesamtschule aus - nicht grundsätzlich, aber in absehbarer Zeit.

Das Städtische Gymnasium, die Tomburg-Realschule und die Hauptschule wollen stattdessen mehr kooperieren, um die Stärken der Schulen besser einzusetzen und hervorzuheben. Erst im Zuge dieser Entwicklung sollen demnach Veränderungen der Schulstruktur ins Auge gefasst werden. Das ist das Ergebnis eines ersten Treffens vom Mittwoch.

Kommentar Lesen Sie dazu auch " Brechstange""Wir haben eine sehr klare, eindeutige Linie gefunden", sagte Adolf Füllenbach, Leiter der Hauptschule. "Es besteht kein akuter Handlungsbedarf, und die Elternmeinung ist schon im vergangenen Jahr abgefragt worden." Die Stadt hatte bei einer Umfrage die "Beliebtheit" von Schultypen abgefragt.

Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Realschule - sie würden in einer Gesamtschule aufgehen - könnte laut Füllenbach etwa so aussehen: In den Jahrgängen 5 und 6 tauschen sich beide Schulen öfter aus, um schneller Schülerwechsel zu ermöglichen. In der 10. Klasse sollen schwächere Realschüler die Möglichkeit erhalten, auf die Hauptschule zu gehen und dort das Ganzjahrespraktikum mitzumachen.

Lehrer der Tomburg-Realschule hatten unlängst beim GA-Ortstermin darauf hingewiesen, dass 54 Prozent der Abgänger 2010 die Qualifikation besaßen, in Richtung Abitur oder Fachabi weiterzumachen: Auf diesem Wege sei in Rheinbach auch das Abitur nach neun Jahren möglich. Alfred Sprich, stellvertretender Leiter des städtischen Gymnasiums, will bei der angestrebten Zusammenarbeit auch die Grundschulen im Blick behalten.

Die baldige Einrichtung einer Gesamtschule lehnt auch er ab. "Wir sehen keine Notwendigkeit, etwas zu verändern. Die Schülerzahlen sind solide." Eine Gesamtschule könnte dem Gymnasium zudem Schüler wegnehmen. Sprich: "Wir wissen auch gar nicht, wo eine Gesamtschule entstehen könnte. Nach Lage der Dinge käme nur unser Gebäude in Frage." Kritik auch bei den Elternvertretern: "Mir stinkt die Art und Weise, wie man uns das Thema Gesamtschule überstülpt hat", so Christina Mekelburger, Vorsitzende der Schulpflegschaft am Gymnasium.

"Nur wenn ein Aussterben der Hauptschule absehbar wäre, müsste man direkt handeln." So sieht es auch Birgit Schwegmann (Realschule): "Wir wollen eigenständig bleiben, aber die Schulen sollen besser zusammenarbeiten." In diesem Sinne habe die Schulpflegschaft einen Elternbrief herausgegeben. Gisela Faßbender (Hauptschule) ergänzt: "Wir müssen besser über unser eigenes Angebot informieren."

Für Montag hat die CDU-Fraktion die drei Vorsitzenden zu einem Infogespräch eingeladen, ebenso Andrea Kaminski als Vorsitzende der Stadt-Schulpflegschaft. Sie weist darauf hin, dass bei einer Befragung zur Gesamtschule nur Eltern von Grundschülern teilnehmen dürften. "Was sie sagen, wird entscheidend sein." Ein Stimmungsbild pro oder contra Gesamtschule lasse sich noch nicht ablesen, so Andrea Kaminski, selbst Pflegschaftsvorsitzende der Grundschule Sürster Weg.