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Winterdienst: Straßenmeisterei Rheinbach räumt 287 Kilometer

Winterdienst: Straßenmeisterei Rheinbach räumt 287 Kilometer

Gestreut wird auch bei Temperaturen über null Grad - 2 000 Tonnen Salz und 60 000 Liter Sole stehen parat

Rhein-Sieg-Kreis. Wenn es morgens noch dunkel ist, auch wenn kein Schnee fällt und kein Eis auf den Straßen für Gefahr sorgt, dann sind sie unterwegs: die Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Rheinbach.

"Nähern sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt, dann starten wir um drei Uhr in der Nacht die Kontrollfahrten. Oft ist es in den Städten und Gemeinden trocken und ungefährlich. In den Höhenorten und an frei liegenden Straßen liegt dann schon mal Schnee, gefriert Regen oder Tau. Dann wird sicherheitshalber Salz gestreut - zum Auftauen und als Profilaxe", erklärt Ullrich Hagedorn, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei.

Die Dienststelle des Landesbetriebs Straßenbau NRW an der Rheinbacher Umgehungsstraße muss auch schon früh ihren Dienst im Winter aufnehmen, denn die 19 Mitarbeiter plus Auszubildender haben ein weites Feld zu beackern: Sie sind zuständig für 287 Kilometer Bundes-, Land- und Kreisstraßen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.

Sie räumen und streuen also in Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg die Straßen außer den gemeindeeigenen und den Autobahnen. dazu kommen 110 Kilometer Radwege. Da wundert es auch nicht mehr, dass im riesigen Schuppen 2 000 Tonnen Salz lagern und 60 000 Liter Sole (ein Salz-Wasser-Gemisch) lagern.

"Wir bringen dieses Gemisch auf, damit das Salz durch die Feuchtigkeit haftet und zum Beispiel nicht gleich von vorbeifahrenden Autos oder Wind weggeweht wird. Diese Flüssigkeit bringen wir auch auf, um schon vor dem Frieren die Gefahren zu minimieren. Wenn wir bis zur Reifglätte warten würden, bräuchten wir auch viel mehr salz, das würde den Steuerzahler mehr kosten und die Umwelt mehr belasten", erläutert Hagedorn. Und erklärt auch gleich, warum heute auf Materialien wie Splitt weitestgehend verzichtet wird: "Diese festen Stoffe müssen extra von den Straßen aufgelesen und entsorgt werden."

Der Umweltgedanke habe deutlich Einzug genommen in den Winterdienst. Noch vor wenigen Jahren wurde "großzügig" mit dem Salz umgegangen. Inzwischen werden gerade mal zehn Gramm Salz pro Quadratmeter in Form der Sole bei Reifglätte verstäubt. Doch auch die Sparstifte haben die Arbeit der Straßenmeisterei entscheidend verändert: "Früher fuhren zwei Kollegen im Lkw, heute ist es nur noch einer pro Fahrt. Das zeigt auch unsere Besetzung. Die hat sich inzwischen auf die Hälfte reduziert, vor wenigen Jahren waren wir 40." Um besonders starke Einsätze abdecken zu können, unterstützt bei besonders starkem Schneefall oder Regen und Frost eine Fremdfirma die Straßenmeisterei.

"Winter ist für viele Autofahrer nur, wenn Schnee liegt", haben die Mitarbeiter festgestellt. Da gibt es auch schon mal Kopfschütteln, wenn die Brummis mit den Streuapparaturen bei Plus zwei oder drei Grad unterwegs sind. "Es haben sich aber auch schon mal Leute bedankt, wenn wir vor der Garageneinfahrt die Straße geräumt oder das Eis auf dem Asphalt aufgetaut haben", hat Hagedorn erlebt.

An diesem Wochenende werden die Mitarbeiter nicht nur Bereitschaft haben, sondern wieder "ausschwärmen", um die Straßen vor Glatteis zu schützen. "Vom Wetterdienst in Essen bekommen wir die aktuellen Prognosen. Doch erst bei den Kontrollfahrten sehen wir, wo es glatt werden kann. Das sind neuralgische Punkte wie frei liegende Straßen im Wachtberger Ländchen, die Höhen zwischen Rheinbach und Todenfeld oder Hangstraßen in Bornheim. Zwei Gruppen mit je sieben Kollegen sind dann in zwei Schichten unterwegs. Im Winter ist das ein richtig harter Job. Und es fallen bei entsprechenden Temperaturen auch etliche Überstunden an", erklärt Ullrich Hagedorn.

Dass bislang nichts Gravierendes passiert ist bei den Mitarbeitern, freut den Vize-Chef. Und er weiß: "Die Kollegen haben Hilfsmittel wie Schleuderketten zum Anfahren und Schneeketten. Aber vor allem sind sie vorsichtig. Außerdem haben die meisten spezielle Fahrsicherheitskurse absolviert."