1. Sonderthemen
  2. Themenwelten
  3. Geld, Finanzen und Vermögen

Tipp: Mobilebanking: Komfortabel, aber gefährlich?

Tipp : Mobilebanking: Komfortabel, aber gefährlich?

Unterwegs Bankgeschäfte erledigen? Das geht mit vielen Banking-Apps total bequem. Auf diese Dinge gilt es aber zu achten

Ob Kontostand checken oder Überweisung tätigen: Bankgeschäfte kann man mit dem Smartphone schnell und einfach erledigen. Im Prinzip spricht auch nichts dagegen – wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

Es fängt schon damit an, wo Nutzerinnen und Nutzer eine Banking-App herunterladen. „Nutzen Sie dafür ausschließlich autorisierte App-Stores“, rät Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken mit Sitz in Berlin. Also etwa Googles Play Store oder Apples App Store. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann unter dem Titel der App zusätzlich auf den Herausgeber achten, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

Beller rät davon ab, Downloadangebote fremder Quellen, zum Beispiel von Drittwebseiten, zu nutzen. Auch sollte man keine Links folgen, die einem per E-Mail oder SMS zugeschickt werden. „Es besteht die Gefahr, sich eine infizierte App herunterzuladen“, warnt Beller.

 

Zugangsdaten niemals auf dem Smartphone abspeichern 

Wer Onlinebanking ausschließlich über das Smartphone tätigt, hat sowohl die Banking-App als auch das Verifizierungsverfahren via SMS-Tan oder Push-Tan auf seinem Handy. Umso wichtiger ist es Scherfling zufolge, die Banking-App durch ein starkes Passwort zu sichern. Auch biometrische Merkmale wie der Fingerabdruck oder Gesichtserkennung reichen laut Beller inzwischen aus, um die Banking-App sicher und zuverlässig öffnen zu können.

Ebenfalls fundamental: Die Zugangsdaten niemals auf dem Mobilgerät abspeichern – „auch nicht als Foto oder in einem Adressbucheintrag“, so Beller. Diese Daten könnten Kriminelle nicht etwa nur bei einem Diebstahl des Geräts einsehen. Selbst ohne das Gerät physisch in den Händen zu halten, könnten Gauner die Daten auslesen.

Zudem sollten Nutzerinnen und Nutzer ihre Banking-App immer auf dem aktuellen Stand halten und regelmäßig neue Updates installieren – „ebenfalls nur aus dem offiziellen App-Store“, empfiehlt Beller. Durch Installation eines Virenscanners kann man das Gerät außerdem vor Schadsoftware schützen.

Keine öffentlichen

WLAN-Verbindungen

Wer unterwegs Bankgeschäfte erledigt, sollte nach Möglichkeit keine öffentlichen WLAN-Verbindungen nutzen. Sicherer sei die eigene Datenverbindung. „Ratsam ist es auch, die Bluetooth-Verbindung des Geräts während der Nutzung der Banking-App ausgeschaltet zu lassen“, so Beller.

Generell spricht viel für eine Banking-App. „Im Vergleich zum klassischen Onlinebanking am PC ist Mobilebanking mit den passenden Banking-Apps bei vielen Grundfunktionen besonders schnell und komfortabel“, sagt Beller. So sind viele Apps in der Lage, etwa die Überweisungsdaten von Rechnungen, Überweisungsträgern oder Belegen über die Kamera des Smartphones automatisch auszulesen und sie innerhalb weniger Sekunden in eine elektronische Überweisung umzuwandeln.

Bei Verlust der Karte sollte die App deaktiviert werden 

In der Banking-App lassen sich auch Limits festlegen. „Damit können Sie festlegen, wie viel Geld maximal von Ihrem Konto einmalig oder in einem bestimmten Zeitraum überwiesen werden kann“, so Bankensprecherin Beller. Einstellen lässt sich das in der Regel in den Sicherheitseinstellungen der App.

Geht die eigene Bankkarte verloren oder wird entwendet, lässt sie sich über die App zeitweise oder gleich dauerhaft sperren. Falls das Smartphone gestohlen wird, sollte man es schnellstmöglich beim Netzbetreiber sperren lassen, sagt Verbraucherschützer Scherfling. Zusätzlich ist es nötig, die eigene Bank oder Sparkasse zügig über den Diebstahl zu informieren – das Geldinstitut kann die Banking-App deaktivieren.

 

Konto- und Depotumsätze

regelmäßig prüfen 

Wer zum Zahlen mit dem Smartphone eine digitale Karte auf das Gerät geladen hat, muss auch diese sperren lassen. Wie das geht, erfragt man am besten bei der jeweiligen Hausbank. Im Notfall helfen zentrale Sperrnotrufe, die rund um die Uhr erreichbar sind, etwa die 116 116 oder, für Anrufe aus dem Ausland, die +49 30 4050 4050. „Ideal ist es, wenn man dabei seine IBAN oder die Kartennummer zur Hand hat“, sagt Beller.

Neben der zügigen Sperrung gilt es laut Scherfling auch zu klären, wie man zukünftig wieder schnell auf sein Konto zugreifen will. „Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, ein alternatives Onlinebanking-Verfahren zu nutzen oder das gleiche auf einem neuen Smartphone“, so der Verbraucherschützer.

In jedem Fall ist das Erledigen von Bankgeschäften via Smartphone bequem. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass alle Abbuchungen ihre Richtigkeit haben, sollten Nutzerinnen und Nutzer regelmäßig ihre Umsätze sowie ihren Konto- und Depotstand prüfen. „Zusätzlich können Sie je nach Bank auch Benachrichtigungen aktivieren“, sagt Beller. So kann man sich per Push-Nachricht, SMS oder E-Mail über Veränderungen auf dem eigenen Konto informieren lassen. Hierfür können allerdings Kosten anfallen.