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Bonn: BSC spielt 1:1 gegen KFC Uerdingen

BSC vs. KFC Uerdingen : Bonner SC spielt 1:1 gegen KFC Uerdingen

Der Bonner SC hat im Spiel gegen den KFC Uerdingen 1:1 gespielt. Sicher vor dem Abstieg ist der BSC deswegen allerdings nicht.

Die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen setzen vom 17. Dezember bis Silvester Vollstreckungen und Betriebsprüfungen aus. Das ist Tradition. Schließlich ist ja bald Weihnachten. Auch Björn Joppe, dem Cheftrainer des Fußball-Regionalligisten Bonner SC scheint zumindest über die Feiertage Ungemach erspart zu bleiben, selbst nach dem unbefriedigenden 1:1 (1:0) gegen Tabellenschlusslicht KFC Uerdingen, dass Joppe selbst als Endspiel tituliert hatte. Mit diesem Remis fiel der BSC wieder auf einen Abstiegsplatz zurück, weil die SF Lotte zeitgleich in Homberg mit 2:1 gewannen und damit ein Tor besser dastehen. „Die Tabelle interessiert mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte BSC-Sportdirektor Daniel Zillken. „Lotte hat in Homberg gewonnen. Daran ist nichts ungewöhnliches.“ Der 54-Jährige kündigte eine akribische Aufarbeitung der bisherigen Saison an. „Darüber, dass 18 Punkte aus 21 Spielen zu wenig sind, sind wir uns alle einig. Wir werden uns jetzt mit Trainern und Vorstand  zusammensetzen und das Geschehene analysieren.“ Das Gespräch soll am Mittwoch stattfinden. Dann geht es auch darum, mit welchen Spielern der BSC die restliche Spielzeit weiter bestreitet. Mit der Einstellung der Mannschaft gegen Uerdingen war Zillken einverstanden – mit den spielerischen Lösungen insbesondere in der Vorwärtsbewegung weniger. Nach dem Eigentor des Uerdingers Tom Fladung in der 21. Minute nach feiner Einzelleistung von Luis Monteiro gelang Charles Atsina in der 76. Minute der verdiente Ausgleich für den abgeschlagenen Tabellenletzten. Während Gästecoach Alexander Voigt den Punkt später als winzigen Schritt in die richtige Richtung deutete, war für seinen Kollegen die Sache klar. „Für uns fühlt sich das 1:1 wie eine Niederlage an“, sagte Joppe nach der Partie. „Uns fehlte das Selbstvertrauen. Trotzdem müssen wir das Spiel gewinnen und mit 2:0 in die Pause gehen. Leider schaffen wir es nicht, 90 Minuten konstant zu spielen. Das 1:1 geht auf unsere Kappe.“

Gegenüber dem bitteren 1:6 beim Primus Rot-Weiss Essen hatte Joppe seine Startelf auf vier Positionen verändert. Für Kris Fillinger (Kreuzbandriss), Matti Fiedler (Rücken), Etienne Mukanya und Massaman Keita, die zunächst auf der Bank Platz nahmen, spielten Lars Holtkamp, Ismael Maloko, Luis Monteiro und Daniel Somuah, der vor der Partie für sein 200. Spiel für den BSC geehrt wurde. Seine 200 Einsätze hatte der Stürmer bereits beim 2:2 gegen Rot-Weiss Ahlen vollgemacht.

Die letzte Partie in dieser Saison im Sportpark Nord – aber Januar weicht der BSC aufgrund der Renovierungsarbeiten ins Pennenfeld nach Bad Godesberg aus – begannen beide Teams nervös. Abstiegskampf, zumal auf tiefem und ramponiertem Rasen, erschwert nun einmal präzises Passspiel. Zahlreiche und vor allem frühe Ballverluste waren die Folge. Die Hausherrn, zum Siegen verdammt, brachten deshalb in den ersten 20 Minuten keinen gefährlichen Vorstoß zustande. Das sollte sich in der 21. Minute ändern. Eine Einzelaktion brachte die ersehnte Führung. Monteiro hatte sich nach öffnendem Pass von Maximilian Pommer über die rechte Seite auf den Weg gemacht und bis zur Torauslinie durchgedribbelt. Den Rückpass des 19-jährigen bugsierte schließlich Tom Fladung zum 1:0 für die Gastgeber ins eigene Netz. Beruhigend wirkte der Treffer nicht. Immer wieder setzten die Gäste Nadelstiche, ohne allerdings das Tor von Kevin Birk ernsthaft in Gefahr zu bringen. Dafür hätte in der 36. Minute Pommer sorgen müssen. Aber der Mittelfeldakteur des BSC zögerte vor den Augen von Ex-Torjäger Lucas Musculus nach Zuspiel von Güler, der KFC-Kapitän Leonel Kadiata zuvor regelrecht niedergekämpft hatte, fünf Meter vor dem Tor schlichtweg zu lange. Mit vereinten Kräften verhinderte die Gästeabwehr den erneuten Einschlag. Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff hielten dann die BSC-Anhänger den Atem an, als Justin Neiß nur knapp am langen Pfosten des Bonner Gehäuses vorbeizielte. Auf der anderen Seite fehlte beim Abschluss von Leander Goralski nach einer Pommer-Ecke ebenfalls nicht viel (45.). So aber blieb es bis zum Halbzeitpfiff bei der hauchzarten, aber verdienten 1:0-Führung für die Hausherrn.

Auch in den zweiten 45 Minuten konnte Niemand auf der Tribüne den Gastgebern das Bemühen absprechen, einen zweiten Treffer nachlegen zu wollen. Gefährliche Aktionen blieben allerdings Mangelware. Erst in der 66. Minute schoss Rudolf González weit über das Uerdinger Tor – der erste Bonner Abschluss nach dem Seitenwechsel überhaupt. Dagegen trauten sich die Gäste immer häufiger vor das Bonner Tor. In der 75. Minute gelang es Goralski noch, das Feuer auszutreten, indem der Bonner Innenverteidiger den Kopfball von Luca Jensen auf der Torlinie abwehrte. Wenige Sekunden später kam gegen den Kopfball von Charles Atsina jede Hilfe zu spät – der mittlerweile verdiente Ausgleich für Uerdingen. Drei Minuten später schrammten die Gastgeber knapp am Supergau vorbei, als Leon Augusto weniger Zentimeter am linken Pfosten vorbeizielte. Zwei Minuten vor dem Abpfiff hielt KFC-Schlussmann Jovan Jovic den Punkt gegen den eingewechselten Justin Klein fest.

Bonner SC: Birk, González, Goralski, Teixeira, Afamefuna, Maloko, Holtkamp, Pommer (60. Ehret), Güler (85. Klein), Monteiro (67. Takahara), Somuah (76. Mukanya).

KFC Uerdingen: Jovic, Schlösser, Karakas, Fladung (46. Baba), Neiß (72. Prodanovic), Atsina, Terada (89. Mallek), Kadiata, Yun (46. Augusto), Jensen, Sierck.

Tore: 1:0 Sierck (ET 21.), 1:1 Atsina (75.). Schiedsrichter: Leonidas Exuzidis (Castrop-Rauxel). Zuschauer: 386.