Fußball-Mittelrheinliga Das 1:1 ist für Glatzel eine Niederlage

Bonn/Rhein-Sieg-Kreis · Fußball-Mittelrheinligist Bonner SC kam im Derby beim Siegburger SV 04 nicht über ein Remis hinaus. Damit rückt der Aufstieg für die Bonner in immer weitere Ferne.

Allein gegen alle: Der Bonner Armando Rexhepaj (Mitte) versucht sich gegen die Siegburger Übermacht zu behaupten.

Allein gegen alle: Der Bonner Armando Rexhepaj (Mitte) versucht sich gegen die Siegburger Übermacht zu behaupten.

Foto: Wolfgang Henry

Der Aufstieg in die Regionalliga West rückt für den Bonner SC in immer weitere Ferne. Der Fußball-Mittelrheinligist kam beim Siegburger SV 04 nur zu einem 1:1 (0:1)-Unentschieden, während der aussichtsreichste Konkurrent um die Viertklassigkeit, Tabellenführer Eintracht Hohkeppel, bei der Zweitvertretung des SC Fortuna Köln mit 2:0 die Oberhand behielt. Somit vergrößerte sich der Rückstand zum Spitzenreiter auf sieben Zähler. Der BSC rutschte nach dem 5:1-Erfolg des VfL Vichttal gegen den FC Hennef 05 sogar auf Tabellenplatz vier ab.

Sascha Glatzel sprach nach der kampfbetonten Begegnung in der Kreisstadt von einer „selbst verschuldeten Niederlage“. Der BSC-Trainer verwies dabei auf zwei Schlüsselszenen: In der 21. Minute hatte Serhat Koruk eigentlich freie Bahn Richtung SSV-Gehäuse, ließ sich aber noch von Till Weingarten ausbremsen. Noch gravierender: Der früh verwarnte Jonas Berg wurde in der 63. Minute nach einer völlig unnötigen Attacke in Höhe der Mittellinie mit der Gelb-Roten Karte des Platzes verwiesen. „Ich denke, dass wir im Spiel elf gegen elf die Partie noch für uns entschieden hätten“, meinte Glatzel.

Allerdings trafen die Bonner auf einen hervorragend eingestellten Siegburger SV, der die Begegnung lange auf Augenhöhe bestritt. 04-Coach Alexander Otto wählte eine etwas defensivere Ausrichtung als üblicherweise. „Wir standen viel tiefer als sonst, da wir die individuelle Qualität der Bonner kennen. Wir hatten daher eine feste Zuordnung, um sie nicht ins Spiel kommen zu lassen“, sagte Otto und freute sich, dass sein Matchplan funktionierte.

In der Tat fand der Favorit selten Lösungen, um die Kreisstädter ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können. Hier machte sich das Fehlen von Leon Augusto (Muskelfaserriss) deutlich bemerkbar. Stattdessen sahen sich die Bonner immer wieder in Zweikämpfe verwickelt und konnten auf dem schwer zu bespielenden Platz nur selten ein flüssiges Spiel aufziehen. So war ein Freistoß von Koruk aus 25 Metern noch eine der besseren Gelegenheiten, in Führung zu gehen (31.).

Die kalte Dusche folgte zwei Minuten später, als die Hausherren einen lehrbuchmäßigen Tempogegenstoß mit dem 1:0 abschlossen. Eliah Tomson schickte Alexander Tackie Sai steil, der das Spielgerät mustergültig auf den mitgelaufenen Manuel Kabambi ablegte (33.).

Nach dem Wechsel agierte der BSC zielstrebiger und wurde schnell belohnt, als sich Koruk als Vorbereiter betätigte. Gegen aufgerückte Siegburger schickte er Maximilian Pommer auf die Reise, der 04-Keeper Jens Fikisi keine Abwehrmöglichkeit ließ (52.). Beinahe wäre es zum Doppelschlag gekommen, als Jonas Berg eine zielgenaue Flanke auf Armando Rexhepaj schlug. Dieser köpfte allerdings aus vier Metern am Tor vorbei. „Das war eine hundertprozentige Chance, der Ball muss einfach reingehen“, ärgerte sich Glatzel.

Nach Bergs Platzverweis hieß es in dem kampfbetonten Match „einstecken und austeilen“. Das spielerische Element blieb auf der Strecke, sodass gute Tormöglichkeiten nicht mehr gegeben waren. Unschöner Höhepunkt war nach dem Schlusspfiff die Rote Karte für Siegburgs Torwarttrainer Gerd Schmidt, der in provokativer Pose jubelte und dadurch beinahe für einen Tumult gesorgt hätte. Am Ende hatten allerdings die Protagonisten ihre Nerven im Griff.

Siegburger SV 04: Fikisi, Weingarten, Hammouda, Kinoshita, Sobiech, Jo, Kabambi, Ojesanmi (42. G. Multari), Adahchur (74. Asano), Tomson (81. Kisekka), Sai (90. Balte).

Bonner SC: Birk, Keita, Dogan, Omerbasic, Wipperfürth (82. Goralski), Erken (90. +1. Braun), Pommer, Berg, Rexhepaj (65. Gonzalez), Koruk, Okoroafor (85. Lee).

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