Fußball-Mittelrheinliga Bonner SC besiegt Siegburger SV mit 2:0

Bonn · Der Bonner SC hat mit einem 2:0-Heimsieg über den Siegburger SV zumindest über Nacht die Tabellenspitze übernommen. Burak Yesilay und Rudolf Gonzalez erzielten die Treffer für die Rheinlöwen.

Fußball-Mittelrheinliga: Bonner SC besiegt Siegburger SV mit 2:0
Foto: Boris Hempel

Der Bonner SC ist endlich dort angekommen, wo er nach seinem Selbstverständnis hingehört: An der Tabellenspitze der Fußball-Mittelrheinliga – zumindest für eine Nacht. Burak Yesilay (Strafstoß/ 40.) und Rudolf Gonzalez (88.) erzielten die Treffer zum verdienten wenn auch schwer erkämpften 2:0 (1:0) Heimerfolg gegen den Siegburger SV.

Für BSC-Cheftrainer Lukas Sinkiewicz nur eine Momentaufnahme. „Mein ehemaliger Trainer Christoph Daum hat mal gesagt: ‚Du musst immer in Reichweite der Spitze bleiben und die letzten acht Spiele musst du gewinnen, dann steigst du auf‘“, plauderte der ehemalige Profi aus dem Nähkästchen. Bis dahin ist es zwar noch ein langer Weg, doch die Rheinlöwen sind durchaus auf Kurs.

Wenngleich die Rheinlöwen gegen einen starken Gegner durchaus Schwächen zeigten, sowohl defensiv wie auch in der Offensive.

Bonner SC - Siegburger SV
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Doch der Reihe nach: 616 zahlende Zuschauer im Sportpark Nord rieben sich in der Anfangsviertelstunde die Augen, denn die Gäste aus der Kreisstadt spielten mutig, forsch und schnörkellos nach vorne. So entwickelte sich ein Chancen-Festival auf beiden Seiten. Es ging hin und her ohne Verschnaufpausen. Kostprobe: Großchance Hendrik Strobl, der BSC-Schlussmann Ron Meyer zur ersten Rettungstat der unterhaltsamen Partie zwang (4.). Die Rheinlöwen antworten prompt durch Bilal Ksiouar (5.) und Jonas Berg (7.), dessen Versuch von Joel Kouekem kurz vor der eigenen Torlinie geblockt wird.

„Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Möglichkeiten des Gegners zugelassen und hätten durchaus in Rückstand geraten können. Wir haben in der Phase keine Spielkontrolle gehabt“, haderte Sinkiewicz und zielte vor allem auf die größte Siegburger Einschussmöglichkeit hin. Vollkommen freistehend setzte Kai Schusters das Spielgerät aus kurzer Entfernung an den Pfosten (10.). SSV 04-Coach Thomas Klimmeck trauerte dieser Möglichkeit nach: „Wenn wir in Führung gehen, sieht das Spiel ganz anders aus“.

Erst nach der wilden Fahrt beruhigte sich die Partie zweier gleichwertiger Teams, die sich mehr und mehr im Mittelfeld abspielte. Nur noch sporadisch rückten die Torleute in den Blickpunkt. Fünf Minuten vor dem Pausenkabinengang veränderte eine Szene das Spiel grundlegend. Rudolf Gonzalez schickte Dan-Patrick Poggenberg auf die Reise, doch Gästeakteur Ayman Lahdaf stoppte den aufgerückten Innenverteidiger am Strafraumeck regelwidrig. Burak Yesilay ließ sich die Chance zur Führung beim fälligen Strafstoss nicht nehmen: 1:0 (40.).

Nach dem Seitenwechsel suchten die Bonner die schnelle Entscheidung. 04-Keeper Michael Vogel klärte gegen Poggenberg (49.) und Yesilay (52.) glänzend, Ishak Adahchur traf nur das Außennetz (62.). Unterdessen ließen die Offensivaktionen der Gäste merklich nach. Dennoch hatte der eingewechselte Hussein Hammouda nach einem Eckball die große Ausgleichsmöglichkeit auf dem Fuß (68.).

„Letztlich haben wir ein gutes Spiel gemacht, uns jedoch für den großen Aufwand nicht belohnt und demzufolge verdient verloren“, meinte Gästetrainer Thomas Klimmeck. Zwei Minuten vor Schluss machten die Gastgeber „nach einen intensiven und kräfteraubendes Spiel“, wie Lukas Sinkiewicz betonte, den Deckel drauf. Freigespielt von Jonas Berg markierte Rudolf Gonzalez mit einem sehenswerten Abschluss das 2:0 (88.). Der kurz zuvor eingewechselte Tackie Sai durfte zum Abschluss noch einmal die Qualitäten von Siegburgs-Torsteher Michael Vogel prüfen (89.).

Bonner SC: Meyer, Poggenberg, Perrey, Ksiouar, Prangenberg, Erken (82. Augusto), Pommer (89. Hompesch), Gonzalez, Adahchur, Berg (89. Decker), Yesilay (86. Sai).

Siegburger SV: Vogel, Jo (71. Islamovic), Isecke, Nakanishi, Lhadaf, Kouekem, Asano (61. Hammouda), Schusters (46. Ayari), Kinoshita, Strobl (76. Kivoma), Fälber.