Regionalliga West Bonner SC nimmt einen Punkt aus Wuppertal mit

Wuppertal · Mit einem Unentschieden ist der Bonner SC in die neue Saison der Regionalliga West gestartet. In Wuppertal spielten die Bonner ein 1:1 heraus.

Der Stadionsprecher im traditionsreichen Stadion am Zoo zu Wuppertal kramte in Erinnerungen. Vor genau 40 Jahren standen sich der Wuppertaler SV und der Bonner SC schon einmal an der Wupper gegenüber. Damals spielten beide Teams in der 2. Fußballbundesliga. 6000 Zuschauer sahen den 6:2-Erfolg des WSV. Die Gegenwart zu Saisonauftakt der Regionalliga West verlief nicht ganz so spektakulär. 1:1 (0:0) trennten sich beide Teams vor 3122 Zuschauern in einem Spiel, das erst in der zweiten Hälfte Fahrt aufnahm.

Raphael Steinmetz hatte die Gastgeber in der 79. Minute in Führung geschossen. Sebastian Spinrath erzielte zwei Minuten vor dem Abpfiff das 1:1, nachdem BSC-Kapitän Dario Schumacher per Freistoß die Latte getroffen hatte. „Ich bin froh, dass wir einen Punkt mitnehmen können“, meinte BSC-Trainer Daniel Zillken. „Es war ein typisches Auftaktspiel, in dem sich beide Teams über weite Strecken neutralisiert haben. Mit meiner Mannschaft bin ich absolut zufrieden. Alle haben es richtig gut gemacht.“

Wie lange BSC-Trainer Daniel Zillken beim Frühstück über die Startformation grübelte, ist nicht bekannt. Aber ob eben der oder aber ein anderer Spieler für die Bonner 4:3:2:1-Startformation in Wuppertal in Frage kommt, dürfte mehrere Tassen Kaffee gedauert haben. Dagegen war Regionalliga-Novize Lars Lokotsch gesetzt, wie Zillken nach dem Spiel versicherte. BSC-Rückkehrer David Bors musste stattdessen mit der Bank Vorlieb nehmen.

Für die Schaltzentrale im Bonner Mittelfeld nominierte der BSC-Trainer Neuzugang Vojno Jesic. Auch das war nicht unbedingt erwartet worden. Jesic, von dessen Technik Zillken in den höchsten Tönen schwärmt, hatte während der Vorbereitung über muskuläre Probleme geklagt. Mit Schlussmann Alexander Monath und dem Innenverteidiger-Paar Nico Perrey und Sebastian Spinrath sowie Allrounder Sebastian Hirsch stellte Zillken insgesamt sechs Neue auf. Last-Minute-Neuzugang Aleksandar Pranjes fehlte im Kader. „Noch nicht fit genug“, meinte Zillken.

Bonner SC - Wuppertaler SV
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Viel verpassen sollte der 26-Jährige Außenstürmer, der in der vergangenen Woche aus Uerdingen nach Bonn gekommen war, zumindest während der ersten 45 Minuten nicht. Dafür agierten beide Teams zu nervös. Die Halbwertszeit des jeweiligen Ballbesitzes ließ sich meist in Sekunden bemessen. Beide Abwehrformationen hatten ihren Spaß, während sich die Akteure in vorderster Linie die Lunge aus dem Hals rannten, den Ball aber nur selten fest machen konnten. Konstruktive Offensivaktionen blieben auf beiden Seiten meist im Ansatz stecken. Bei manchem der 3122 Zuschauer machte sich Langeweile breit.

Auch der auf Bonner Seite befürchtete Ansturm der Hausherrn zu Beginn der Partie erwies sich als leichte Brise. Wuppertal gelang es nur einmal durch Enzo Wirtz gefährlich vor das Tor des BSC zu kommen. WSV-Kapitän Gaetano Manno, wie Lars Lokotsch auf der anderen Seite in vielen Aktionen auf verlorenem Posten, hatte geflankt (36.). Der BSC verzeichnete ebenfalls nur einen Torschuss in Halbzeit eins. Adis Omerbasic hatte von der rechten Seite das Außennetz getroffen, nachdem Marcel Kaiser einmal Zeit und Raum vorgefunden hatte, seinen Abwehrkollegen in Szene zu setzen (42.). „Beide Teams haben gut verteidigt“, meinte Zillken.

Erst nach dem Seitenwechsel erhöhten vor allem die Hausherren die Schlagzahl. Wieder war es Wirtz, der in der 51. Minute aus rund zehn Metern nur knapp vorbei zielte. Die BSC-Defensive kam mehr und mehr ins Schwitzen. In der 56. Minute ließ sich Spinrath vom 35-jährigen WSV-Kapitän Gaetano Manno abkochen. Aber die Flanke auf Kevin Hagemann geriet zu ungenau. Richtig gefährlich wurde es in der 60. Minute. Aber ausgerechnet BSC-Stoßstürmer Lokotsch rettete knapp vor der Linie gegen den Kopfball von Wirtz nach einer Ecke von Andre Mandt. Für die Gastgeber das Signal, noch mehr auf Offensive zu setzen.

Mit Christopher Kramer und Raphael Steinmetz wechselte WSV-Trainer Stefan Vollmerhausen gleich zwei frische Angreifer ein. Aber auch Zillken ließ sich in dieser Hinsicht nicht lumpen. Für Jesic kam Stürmer David Bors. Und der hatte in der 78. Minute nach Fehlpass von Mandt sogar die Chance zur Führung. Die aber erzielte dann der eingewechselte Steinmetz für die mittlerweile überlegenen Gastgeber mit einem sehenswerten Schlenzer ins lange Eck (79.). Monath streckte sich vergeblich. Ein Fehler von Adis Omerbasic war der Wuppertaler Führung vorausgegangen.

Zwei Minuten vor dem Ende durfte der BSC dann doch noch jubeln und den Lohn für die getane Arbeit einfahren. Die Protagonisten: BSC-Kapitän Dario Schumacher und Neuzugang Sebastian Spinrath, der gemeinsam mit Nico Perrey in der Bonner Innenverteidigung sehr viel richtig gemacht hatte. Nachdem Daniel Somuah von Wuppertals Sechser Becken an der Strafraumgrenze gelegt worden war, nahm Schumacher Maß. Den Lattenkracher des BSC-Kapitäns drosch dann Sebastian Spinrath zum umjubelten 1:1 über die Linie.

„Ich hatte unmittelbar nach dem Freistoß den richtigen Riecher und den Ball ideal getroffen“, meinte der Torschütze. In der Nachspielzeit hätten die Gäste um ein Haar sogar noch den Siegtreffer erzielen können. Aber der Querpass von Kaiser auf den völlig frei stehenden Kris Fillinger kam nicht an.

Wuppertaler SV: Wickl, Pagano, Windmüller, Schmetz, Heidemann, Becken, Mandt, Manno (62. Steinmetz), Dowidat (62. Kramer), Wirtz (76. Pytlik), Hagemann.

Bonner SC: Monath, Omerbasic, Spinrath, Perrey, Dündar, Fillinger, Schumacher, Jesic (68. Bors), Kaiser, Hirsch (59. Somuah), Lokotsch (76. Sobiech).

Tore: 1:0 Steinmetz (79.), 1:1 Spinrath (88.). Zuschauer: 3122 . Schiedsrichter: Markus Wollenweber.

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