Nach roter Karte für Trainer Bonner SC ohne Unterstützung von Glatzel bei Fortuna Köln II

Bonn · Thomas Glatzel, Trainer des Bonner SC, ist nach einer roten Karte beim Auswärtsspiel bei Fortuna Köln II gesperrt und kann seine Mannschaft nicht unterstützen. Die Kölner haben fast alle Topclubs geschlagen.

Nicht fassen kann Sascha Glatzel seine Herausstellung gegen die SpVg Porz. In Köln darf der Trainer des Bonner SC deshalb nicht mitwirken.

Nicht fassen kann Sascha Glatzel seine Herausstellung gegen die SpVg Porz. In Köln darf der Trainer des Bonner SC deshalb nicht mitwirken.

Foto: Wolfgang Henry

Sascha Glatzel hat offenbar eine Grenze überschritten. Unmittelbar nach dem Halbzeitpfiff in der Partie der Fußball-Mittelrheinliga zwischen dem Bonner SC und der SpVg Porz am vergangenen Sonntag betrat der BSC-Trainer den Rasen und steuerte schnurstracks auf den Unparteiischen zu. „Was war das“, fragte Glatzel und wollte damit wissen, warum der heftige Check eines Porzer Spielers, der seinen Außenverteidiger Adis Omerbasic über einen Werbeaufsteller hinweg auf die blaue Tartanbahn befördert hatte, ungeahndet geblieben war. Auf die Frage des Bonner Trainers reagierte der Schiedsrichter wortlos – zeigte dem Bonner Coach vielmehr die Rote Karte.

„Ein schlechter Witz und völlig inakzeptabel“, bewertet Glatzel die Reaktion des Spielleiters einige Tage später. „Offenbar hätte ich den Platz nicht betreten dürfen.“ Gegen die Konsequenz, nämlich ein Spiel Sperre, kann der Bonner Cheftrainer allerdings nichts unternehmen. Und so muss Glatzel am Sonntag beim Gastspiel seines BSC bei der Zweitvertretung von Fortuna Köln ab 15.30 Uhr hinter die Bande, darf den Innenraum des Kunstrasenplatzes am Südstadion nicht betreten.

Als entscheidenden Nachteil sieht der Bonner Coach diese Einschränkung allerdings nicht. „Das wird keinen Einfluss auf unser Spiel haben“, sagt Glatzel. Vielmehr gelte es, dem Gegner alles Mögliche entgegenzusetzen, um nicht mit leeren Händen die Rückfahrt aus der Domstadt antreten zu müssen.

Glatzel weiß, mit wem es seine Mannschaft am 22. Spieltag zu tun bekommt. „Die Fortuna hat mit Ausnahme von Vichttal alle Mannschaften aus den Top Fünf geschlagen.“ Das Hinspiel verlor der BSC seinerzeit vor eigenem Publikum mit 2:4. „Das wird für uns eine sehr schwere Aufgabe.“ Aber nicht nur die Rote Karte ärgert den Bonner Trainer. Der 12:1-Kantersieg des Tabellenführers und wohl großen Konkurrenten im Aufstiegsrennen, Eintracht Hohkeppel, gegen das Schlusslicht Germania Teveren liegt Glatzel noch schwer im Magen.

„Katastrophe und Wettbewerbsverzerrung“

„Das ist eine Katastrophe und in meinen Augen Wettbewerbsverzerrung“, schimpft der 47-Jährige über die Darbietung des Tabellenschlusslichts. „Solch ein Ergebnis habe ich weder als Spieler noch als Trainer je erlebt. Damit hat Hohkeppel aufgrund des Torverhältnisses gleich vier Punkte in einem Spiel geholt.“

Was das spielfähige Personal für den Sonntag angeht, muss der Trainer des Tabellenzweiten erneut improvisieren. Nicht dabei sein wird Michael Okoroafor, mit sieben Treffern bester Bonner Torschütze. Der Angreifer hatte gegen Porz seine fünfte gelbe Karte gesehen. Fast ausgeschlossen ist außerdem der Einsatz von Linksverteidiger Markus Wipperfürth, der aufgrund von Knieproblem unter der Woche nicht trainieren konnte. Dafür konnte Glatzel den genesenen Armando Rexpehaj wieder ins Mannschaftstraining integrieren. Und auch Innenverteidiger Massaman Keita steht nach Ablauf seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung. „Wir brauchen in dieser Phase der Saison jeden Spieler“, sagt Glatzel.

Denn nach dem Gastspiel in Köln folgen das Pokalhalbfinale am Mittwoch (19 Uhr, Sportpark Nord) gegen den Ligakonkurrenten Königsdorf und dann am darauffolgenden Sonntag (15 Uhr, Sportpark Nord) das Heimspiel gegen den aktuell Tabellenfünften aus Vichttal.

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