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Fußball-Regionalliga: Bonner SC spielt Remis gegen Wuppertal

Fußball-Regionalliga : Bonner SC spielt Remis gegen Wuppertal

Nach drei Niederlagen ist der Bonner SC gegen den Wuppertaler SV am Samstag zumindest auf ein 3:3-Unentschieden gekommen.

Der Druck, der auf dem noch nicht gefundenen neuen Trainer des Fußball-Regionalligisten Bonner SC lastet, ist zumindest ein klein wenig geringer geworden. Nach zuletzt drei Niederlagen und der Freistellung von Cheftrainer Thorsten Nehrbauer am vergangenen Dienstag trennte sich der BSC im Krisengipfel vom Wuppertaler SV nach turbulenten 90 Minuten mit einem 3:3 (2:0)-Unentschieden.

Zum ersten und wohl auch zum letzten Mal betreuten der bisherige Co-Trainer Gordon Addai und U19-Coach Lino Sanchez gemeinsam den Tabellenvorletzten. Daniel Somuah (15.) und Burak Gencal (24.) hatten für die Gastgeber in der ersten Hälfte getroffen. Nachdem Marco Königs (55.) und Beyhan Ametov (65.) ausgeglichen hatten, brachte BSC-Kapitän Dario Schumacher den BSC per Strafstoß mit 3:2 in Führung (73.). Für den erneuten Ausgleich sorgte schließlich Tim Wendel (78.). Zu den interessierten Beobachtern auf der ansonsten fast leeren Tribüne des Sportpark Nord gehörte auch Giuseppe Brunetto.

Der Trainer des Mittelrheinligisten 1. FC Düren zählte zu den ganz heißen Kandidaten auf die Nachfolge von Nehrbauer. Brunetto hatte am Freitag mit Sportvorstand Stefan Krämer, Sportdirektor Mario Neunaber und dem BSC-Vorstandsvorsitzenden Dirk Mazurkievicz verhandelt. Da hatte Björn Mehnert, der neue WSV-Coach, seinen Vertrag bereits unterschrieben.

Tabellarisch dürfte das Remis den Gästen besser zu Gesicht stehen. Entsprechend enttäuscht analysierte Addai das Ergebnis. „Wir haben heute zwei Punkte liegen lassen“, sagte Addai. „Wenn du zu Hause drei Tore gegen Wuppertal schießt, müssen die Punkte hierbleiben.“ Für Interimscoach Sanchez überwogen die positiven Aspekte. „Die Mannschaft hat auf jeden Fall eine Reaktion gezeigt. Das jetzt noch nicht alles rund läuft, ist sicherlich auch klar.“

Nach vier Trainingseinheiten beließen es Sanchez und Addai bei zwei Änderungen. Der zuletzt von Ex-Trainer Thorsten Nehrbauer verschmähte Innenverteidiger David Winke rückte für den in Homberg ebenfalls enttäuschenden Jan Roschlaub in die Innenverteidigung. Zurück auf die Bank musste Dario Ehret. Dafür bot das Trainerduo mit Daniel Somuah neben Metin Kizil einen zweiten Angreifer auf.

Ex-Profi Nils Teixeira spielte neben Winke in der Innenverteidigung. Dario Schumacher und Dominik Bilogrevic bildeten die Doppelsechs. Und die Bonner Defensivabteilung bekam gegen angriffslustige Wuppertaler gleich ordentlich zu tun. Bereits in der 2. Minute tauchte Beyhan Ametov nach einem langen Pass frei vor BSC-Schlussmann Justin Dautzenberg auf, zielte aber zu hoch. Überhaupt avancierte Ametov mit zwei weiteren, vielversprechenden Abschlüssen in Hälfte eins zu Wuppertals gefährlichstem Spieler (21., 22.).

Ein Torwartfehler brachte dem BSC schließlich die ersehnte 1:0-Führung. Nachdem WSV-Schlussmann Niklas Lübcke den Schuss von Masaaki Takahara nicht festhalten konnte, drückte Somuah den Ball in der 15. Minute zum 1:0 über die Linie. In der 24. Minute kam es noch besser. Diesmal stellte ein Solo von Burak Gencal, der gleich mehrere Wuppertaler an der Strafraumgrenze austanzte, die WSV-Abwehr von unlösbare Probleme. Denn Gencals Schuss ins lange Eck war für Lübcke nicht zu halten.

Damit ging nicht unbedingt die bessere, aber die effektivere Mannschaft mit einer Zweitore-Führung in die Pause. Denn nach Ametovs Gelegenheiten rettete zunächst Dautzenberg gegen Noah Salau (28.). In der 38. Minute hatte der Bonner Keeper dann das Glück des Tüchtigen, als der Kopfball von Marwin Studtrucker nur knapp am linken Torpfosten vorbeiflog. Dass die Gäste nach dem Seitenwechsel aufs Ganze gehen würden, hatte wohl jeder BSC-Akteur auf dem Schirm. Umso mehr dürften Sanchez und Addai Zeitpunkt und Entstehung des 1:2 in der 55. Minute geärgert haben.

Wuppertals Torschütze Marco Königs konnte jedenfalls nach Vorarbeit von Ametov unbehelligt einschieben. Die Hausherrn kamen in dieser Phase des Spiels nur selten zu Entlastungsangriffen. Da kam der Freistoß, den BSC-Kapitän Dario Schumacher auf die Latte zirkelte, durchaus gelegen (58.). Aber auch auf der anderen Seite kamen die Einschläge näher. Und nachdem Dautzenberg den Schuss von Gianluca Marzullo noch an den Pfosten lenken konnte (63.), kam gegen den Fernschuss von Ametov in der 65. Minute jede Hilfe zu spät. Aber im Gegensatz zu den letzten Spielen behielten die Gastgeber die Nerven und hielten dagegen.

Den Lohn holte sich Schumacher in der 73. Minute mit einem sicher verwandelten Strafstoß zur erneuten Bonner Führung ab. Gencal war zuvor im Wuppertaler Strafraum von Noah Salau gelegt worden. Aber auch die Gäste hatten offenbar seit der Entlassung von Trainer Alexander Voigt am Donnerstag Selbstvertrauen getankt. Denn in der 78. Minute gelang Tim Wendel mit einem sehenswerten Schuss aus der Drehung das 3:3. Fünf Minuten vor dem Ende pariert Dautzenberg stark gegen Tjorben Uphoff. Eine Minute vor dem Ende verzog Teixeira aus aussichtsreicher Position. Fragt sich noch, wer am kommenden Samstag den BSC bei Alemannia Aachen als neuer Cheftrainer betreut.

Bonner SC: Dautzenberg, Wiese, Bilogrevic, Winke, Damaschek, Teixeira, Schumacher, Gencal, Takahara (67. Touloupis), Kizil (83. Ehret), Somuah.

Wuppertaler SV: Lübecke, Uphoff, Saric, Ametov, Erwig-Drüppel, Tomczak, Studtrucker (46. Akritidis), Rodrigues Pires (55. Marzullo), Salau, Wendel, Königs.

Tore: 1:0 Somuah (15.), 2:0 Gencal (24.), 2:1 Königs (55.), 2:2 Ametov (65.), 3:2 Schumacher (73./FE), 3:3 Wendel (78.). Schiedsrichter: Jörn Schäfer (Iserlohn).