Fußball-Regionalliga Bonner SC verliert 0:1 gegen FC Schalke 04

Gelsenkirche-Schalke · Der Bonner SC hat in der Fußball-Regionalliga West einen weiteren Befreiungsschlag verpasst. Bei der ebenfalls hochgradig abstiegsgefährdeten U 23 des FC Schalke 04 velor der BSC mit 0:1.

 Kehrte in die Startelf zurück: Serhat-Semih Güler (Archivbild).

Kehrte in die Startelf zurück: Serhat-Semih Güler (Archivbild).

Foto: Boris Hempel

Daniel Zillken, der Sportdirektor des Fußball-Regionalligisten Bonner SC, kennt das Spiel. Für den 54-Jährigen rückt die für die anstehenden Vertragsgespräche mit Spielern und Trainern so dringend nötige Planungssicherheit wieder weiter nach hinten. Nach der 0:1 (0:1)-Niederlage im Parkstadion bei der ebenfalls stark abstiegsgefährdeten U 23 des FC Schalke 04 bleibt der BSC bei 37 Punkten auf Platz 14 stehen, während die Konkurrenz aus Schalke und Aachen wichtige Dreier einfahren konnte.

Vor Straelen und Alemannia Aachen hat die Mannschaft von Cheftrainer Markus von Ahlen nur noch magere zwei Punkte Vorsprung. Aachen kann zudem mit zwei Nachholpartien in der Hinterhand weitere Zähler gut machen. Das Tor des Nachmittags auf Schalke erzielte Scienza Weschenfelder in der 12. Minute. „Es war das erwartete Kampfspiel“, sagte von Ahlen.

„Wir hätten heute ein exzellentes Pressing gebraucht, um den Zugriff zu bekommen. In der zweiten Hälfte mussten wir mehr riskieren. So haben wir einige Konterchancen zugelassen. Wir hätten zum Schluss die eigenen Abschlusssituationen viel ruhiger und klarer ausspielen müssen.“

Was die Startelf anging, hatte es von Ahlen wie erwartet im Vergleich zum 2:0 gegen den FC Wegberg-Beeck bei einer Änderung belassen. Für Alexander Tacki Sai kehrte Serhat-Semih Güler nach verbüßter Sperre in die Bonner Doppelspitze zurück. Dass Daniel Somuah auch gegen die Knappenschmiede von Beginn an ran durfte, hatte der Bonner Trainer bereits unter der Woche unmissverständlich kundgetan.

Die Gäste begannen selbstbewusst und hatten durch Masaaki Takahara in der 3. Minute die erste Chance. Nach einem Pressschlag von Maximilian Pommer tauchte der Japaner vor dem Schalker Gehäuse auf, wurde aber beim Abschluss entscheidend gestört. Viel zu leicht hatten es dafür die Gastgeber nach einem Konter in der 12. Spielminute.

Ohne erkennbare Gegenwehr hatte Mateo Aramburu alle Zeit der Welt, im Bonner Strafraum seinen Kollegen Scienza Weschenfelder in Szene zu setzen. Der Flachschuss der Schalker Nummer zehn rutschte BSC-Schlussmann Kevin Birk zu allem Bonner Unglück durch die Hosenträger zum 1:0 für die Knappenschmiede ins Netz.

Verheerende Auswirkungen hatte der Gegentreffer zwar nicht, aber trotz größerer Spielanteile blieben während der ersten 45 Minuten gefährliche Aktionen auf Seiten der Gäste aus. Es schien, als ob die Furcht vor einem zweiten Gegentreffer eine allzu forsche Gangart verhinderte. Trotz des Rückstands fehlte das Risiko, dass aufgrund der Tabellensituation angebracht gewesen wäre. Schalkes Keeper Radomir Novakovic bekam in Halbzeit eins keinen einzigen Ball zu halten.

Mut war also gefragt. Eine Tugend, die den BSC vor allem auswärts zuletzt ausgezeichnet hatte. Personell versuchten es die Gäste nach dem Seitenwechsel mit Justin Klein für Somuah, an dem die Partie diesmal vorbeigelaufen war. Vom bewährten 4:4:2 stellte von Ahlen auf ein 4:2:3:1 um. Entschlossener wirkten die Gäste zunächst nicht – im Gegenteil. Joey Müller hatte in der 53. Minuten die Chance, auf 2:0 für die Knappenschmiede zu erhöhen. „Schalke ist giftiger als wir“, klagte der langzeitverletze Kris Fillinger auf der Tribüne.

Auch nach einer Stunde fand zwingendes Spiel in die Tiefe auf Seiten der Gäste nicht statt. Wie so häufig in ähnlich vertrackten Spielverläufen helfen Standards. So wurde der Versuch von Takahara nach einer Ecke von Justin Klein vor der Linie abgeblockt (64.). Als Hunderprozenter taugte diese Chance allerdings nicht. Weitaus mehr Potential auf der anderen Seite hatte die Gelegenheit von Müller drei Minuten später. In der 72. Minute schien das Schicksal der Gäste besiegelt, als der eingewechselte Niklas Castelle mutterseelenalleine auf Birk zulief, aber es fertigbrachte, am Tor vorbei zuschießen.

Aber auch die daraus entstandene Gnadenfrist konnten die Gäste nicht nutzen. Auf der Gegenseite vergaben Weschenfelder und Semin Kojic beste Konterchancen. So waren die Gäste mit dem 0:1 noch gut bedient.

Entsprechend groß ist nun der Druck am kommenden Samstag. Ein Heimsieg gegen den SV Rödinghausen am viertletzten Spieltag ist Pflicht.

U 23 Schalke 04: Novakovic, Hanraths, Schell, Scheller, Mende (77. Guzy), Kojic, Weschenfelder (90. Kronmüller), Aramburu (70. Castelle), Sane, Kaparos, Müller.

Bonner SC: Birk, Ehret, Goralski, Fiedler, Afamefuna (85. Mukanya), Teixeira, Pommer (80. Monteiro), Takahara (73. Bunjaku), González, Somuah (46. Klein), Güler.

Tore: 1:0 Weschenfelder (12.). Zuschauer: 350. Schiedsrichter: Alexander Ernst (Schwerte).