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Bonner SC verliert Auswärtsspiel in Bergisch Gladbach 0:2

Regionalliga West : Bonner SC verliert in Bergisch Gladbach 0:2

Trotz einer verbesserten Leistung vor allem in der zweiten Halbzeit stand der Bonner SC in Bergisch Gladbach am Ende mit leeren Händen da. Durch die 0:2-Auswärtsniederlage bleibt der BSC auf einem Abstiegsplatz.

Der Kampf um den Klassenerhalt scheint für den Fußball-Regionalligisten Bonner SC in Sisyphusarbeit auszuarten. Nach dem 1:0-Erfolg über Rödinghausen fiel die Mannschaft von Cheftrainer Thorsten Nehrbauer am Samstag in alte Muster und den Tabellenkeller der Liga zurück. Wieder einmal übernahm der SV Bergisch Gladbach 09 bei der 0:2 (0:0)-Niederlage des BSC die Rolle des Stolpersteins. Schon in der abgelaufenen Spielzeit hatten die Bonner gegen das Team von Trainer Helge Hohl zweimal den Kürzeren gezogen.

Zum wiederholten Male schickten gravierende Abwehrfehler Nehrbauers Mannschaft auf die Verliererstraße. Fast typisch die Entstehung des 1:0 für Bergisch Gladbach: In der 57. Minute hatte SV-Mittelstürmer Serhat Koruk nach einer Flanke des Ex-Bonners Sebastian Hirsch alle Zeit der Welt, zum Führungstreffer einzuköpfen. Das 2:0 erzielte Tom Wüstenberg ebenfalls per Kopf in der 86. Minute. Der sichtlich verärgerte BSC-Coach war nach der Partie weder auf seine Spieler noch auf den Schiedsrichter gut zu sprechen. „Wir haben zweimal gepennt“, schimpfte er. „Aber auch der Schiedsrichter hat seine Arbeit nicht gemacht.“ 

Nehrbauers Unmut entzündete sich an zwei strafstoßreifen Szenen in der Schlussphase. Kurz vor dem zweiten Treffer der Hausherren hatte Hirsch den Ball in eigenen Strafraum an die Hand bekommen. „Ein klarer Elfmeter“, wetterte der BSC-Trainer. Im Gegenzug fiel das 0:2. Wenige Minuten später ging Metin Kizil zu Boden. „Ein klareres Foul kann man nicht machen“, sagte ein erzürnter Nehrbauer.   

Unterm Strich entwickelten die Gäste einmal mehr zu wenig Torgefahr, um die schwarze Serie gegen Bergisch Gladbach zu den Akten zu legen. Die nächste Chance, dem Tabellenkeller zumindest ein Stück weit zu entkommen, hat der BSC am Mittwochabend (19.30 Uhr) im heimischen Sportpark gegen den SV Straelen. „Dann erwarte ich einen Sieg“, sagte Sportdirektor Mario Neunaber, der nach der Partie in der Kabine deutliche Worte gefunden hatte. „Das Trainerteam unternimmt alles, um gut vorbereitet in die Spiele zu gehen. Umso enttäuschender ist das, was die Mannschaft dann präsentiert.“ Neunaber warnt vor weitreichenden Folgen. „Wir laufen der Musik hinterher. Das ist besorgniserregend. Wenn wir so weitermachen, steigen wir ab.“ 

Dabei war die Hoffnung groß, den Schwung aus dem Spiel gegen Rödinghausen mitnehmen zu können. Dass der BSC dabei ein offensives Feuerwerk abbrennen würde, stand gar nicht einmal auf der Agenda. Etwas mehr als die eine hundertprozentige Gelegenheit durch Marcel Kaiser hätte es aber schon sein dürfen. Diesen hatte in der 36. Minute Burak Gencal mit einem messerscharfen Pass auf die Reise Richtung SV-Schlussmann Peter Stümer geschickt. Aber Kaiser, nicht gerade für seinen Torriecher bekannt, zielte ohne Bedrängnis zu früh und zu ungenau über den Kasten der Hausherren.

Der abgefälschte Schuss von Masaaki Takahara 120 Sekunden später fiel allenfalls unter die Kategorie Halbchance. In der 45. Minute parierte Stümer nach einer Kaiser-Flanke den Kopfball von Daniel Somuah. Da die Gastgeber lediglich einmal durch einen Schuss von David Mamutovic (29.) gefährlich vor BSC-Schlussmann Justin Dautzenberg auftauchten, hätte das Chancenplus eine Pausenführung der Gäste durchaus gerechtfertigt.

„Bis zum 0:1 waren wir die bessere Mannschaft“, sagte Nehrbauer. Aber die durchaus ansehnlichen Flankenläufe von Kaiser auf der rechten und Takahara auf der linken Seite verpufften wirkungslos. Das sah in der 57. Minute auf der anderen Seite ganz anders aus. Ohne ernsthaft gestört zu werden, durfte Sebastian Hirsch seinen Mittelstürmer Serhat Koruk anvisieren. Dieser bedankte sich für die punktgenaue Flanke mit einem für Dautzenberg unhaltbaren Kopfball.

Der BSC mühte sich in der Folge zwar um den Ausgleich, kam aber zu selten gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Diese machten schließlich vier Minuten vor dem Abpfiff durch Wüstenbergs Kopfball alles klar. Zuvor hatten Spieler und die Bonner Trainerbank nach Hirschs Handspiel vehement auf Strafstoß plädiert. „Wenn der Schiedsrichter da pfeift, sind wir wieder im Spiel“, sagte Nehrbauer. So aber blieb die späte Wende aus. Zumal der Unparteiische das Foul an Kizil ebenfalls nicht ahndete.