Abstiegsduell Bonner SC spielt gegen SV Lippstadt 1:1

Bonn · Der Bonner SC steht nach dem 1:1 beim SV Lippstadt wieder auf einem Abstiegsplatz. In den letzten beiden Spielen gegen Ahlen und Oberhausen muss der BSC gewinnen und auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

BSC gegen SV Lippstadt spielen unentschieden - 1:1
Foto: Boris Hempel

Hängende Köpfe bei den Spielern des Fußball-Regionalligisten Bonner SC. Denn statt des durchaus möglichen Dreiers nach einer 1:0-Halbzeitführung durch das Tor von Serhat-Semih Güler aus der 21. Minute reichte es für die Mannschaft von Cheftrainer Markus von Ahlen im Abstiegsduell beim SV Lippstadt am Ende nur zu einem 1:1 (1:0)-Unentschieden. Mit dem ersten gefährlichen Abschluss hatte Fabian Lübbers für Lippstadt in der 62. Minute nach einer Ecke den Ausgleich erzielt. Da gleichzeitig der SV Straelen erwartungsgemäß gegen das bereits abgestiegene Lotte mit 2:1 gewann, rutschte der BSC wieder auf Platz 16 ab, der am 14. Mai nicht zum Klassenerhalt reichen würde.

Zwei Punkte fehlen auf Straelen, Lippstadt und Aachen. „Wenn du nach gefühlt 8:2 Torchancen nur einen Punkt holst, sind das eindeutig zwei Punkte zu wenig“, sagte von Ahlen. „Nach schweren ersten Minuten lief das Spiel so, wie wir uns das vorgestellt haben. Nach dem 0:1 holt Lippstadt die Brechstange raus. Beim 1:1 haben wir uns nicht clever genug angestellt und unsere Konter danach nicht konsequent ausgespielt. Was unsere Chancen auf den Klassenerhalt anbetrifft, geht es für alle beteiligten Mannschaften bis zum letzten Spieltag um wichtige Punkte. Aber nun haben wir es nicht mehr selbst in der Hand.“

Was die Startelf anbetraf hatte sich von Ahlen mit einer Ausnahme für die Mannschaft entschieden, die vor Wochenfrist höchst unglücklich gegen den SV Rödinghausen mit 0:1 verloren hatte. Für Massaman Keita kehrte Leander Goralski nach verbüßter Gelbsperre in die Bonner Innenverteidigung zurück.

Von einem Abwärtstrend wollte der Bonner Cheftrainer trotz der vier Niederlagen in den letzten fünf Partien vor dem Abstiegsduell an der Wiedenbrücker Straße in Lippstadt nichts wissen. „Auch in den letzten Wochen hat die Leistung der Mannschaft gestimmt“, betonte von Ahlen. „Kleinigkeiten haben leider gegen uns gesprochen. Gefühlt war jeder Schuss des Gegners ein Tor.“

Die Gäste wirkten nach schwierigen Anfangsminuten in der Liebelt-Arena konzentriert und entschlossen. Lippstädter Angriffe fingen die BSC-Akteure meist auf Höhe der Mittellinie ab. Fast schon folgerichtig gelang den Gästen auch der erste vielversprechende Angriff. Nach einem Steckpass von Robin Afamefuna verpasste der in Stellung gelaufene Serhat-Semih Güler den Ball nur knapp (10.). In der 18. Minute fungierte Güler als Vorbereiter. Nach der Balleroberung von Rudolf González erspähte Güler den mitgelaufenen Masaaki Takahara. Aber der Japaner zielte aus rund 18 Metern knapp über das Lippstädter Gehäuse. Drei Minuten später hatte Takahara wesentlichen Anteil an der Bonner Führung.

Seine Flanke von der linken Seite landete bei Albert Bunjaku, der mit dem Rücken zum Tor gekonnt auf den besser postierten Güler ablegte. Gegen dessen strammen Rechtsschuss aus zehn Metern hatte Christopher Balkenhoff im Lippstädter Tor keine Abwehrchance. Und die Gäste legten gegen verunsichert wirkende Hausherrn nach. Nachdem Dario Ehret mit einem Schuss aufs kurze Eck am gut reagierenden Balkenhoff gescheitert war (29.), verpasste Matti Fiedler nach einer González-Flanke mit einem Kopfball das 2:0 (31.). Überhaupt lieferte der BSC in den ersten 45 Minuten eine starke Auswärtspartie ab. Einzig die Chancenverwertung blieb ausbaufähig. Während die Bonner Hintermannschaft keine einzige Lippstädter Torchance zuließ, hätte Güler in der 34. Minute einen Konter über Bunjaku mit seinem zweiten Treffer krönen können. Aber der Versuch des mittlerweile 13-fachen Torschützen verfehlte das Tor der Gastgeber um gut und gerne zwei Meter. Umso verdienter war die Bonner Pausenführung.

Auch nach dem Seitenwechsel kontrollierten die Gäste zunächst weitestgehend das Geschehen. Bis zur 62. Minute musste Kevin Birk im Bonner Tor keinen Torschuss der Hausherrn abwehren. Dann aber kam nach einer Ecke der Ball von der rechten Seite bis zum aufgerückten Abwehrspieler Fabian Lübbers durch, der am kurzen Pfosten stehend aus kurzer Distanz keine Mühe hatte, den Ball zum 1:1 über die Linie zu drücken. Nur eine Minute später parierte Birk den Kopfball des eingewechselten Luca Steinfeldt und verhinderte damit den Lippstädter Doppelschlag. Nun wendete sich das Blatt und Lippstadt drängte auf den Führungstreffer.

Die Gäste benötigten eine Viertelstunde, um sich vom Ausgleichstreffer zu erholen. In der 77. Minute zwang Nils Teixeira den Lippstädter Schlussmann mit einem Volleyschuss aus rund 18 Metern zu einer Glanzparade. Eine Minute später versuchte sich Afamefuna, scheiterte aber ebenfalls an Balkenhoff. In der Nachspielzeit hatte zweimal der eingewechselte Daniel Somuah noch die Chance auf den späten Siegtreffer. Und als wenn der BSC nicht schon genug Probleme hätte, wurde im „Reviersport“ kolportiert, dass Markus von Ahlen nach dem letzten Saisonspiel am 14. Mai als neuer Trainer bei Fortuna Köln verkündet werden soll. Fortuna-Präsident Hanns-Jörg Westendorf hielt sich zwar gegenüber dem „Reviersport“ bedeckt, dementierte die Personalie allerdings auch nicht. „Ich werde keine Namen kommentieren. Nur so viel. Mitte Mai werden wir den neuen Trainer offiziell vorstellen.“

Der BSC-Vorstandsvorsitzende Dirk Mazurkiewicz reagierte kurz vor dem Spiel in Lippstadt gelassen auf das Gerücht. „Es ist doch klar, dass ein Trainer seiner Qualität Begehrlichkeiten weckt. Ich kann nur sagen, dass wir uns in engen Gesprächen mit Markus von Ahlen befinden. Klar ist auch, dass wir ihn im Fall des Klassenerhalts nicht halten können, wenn wir in der kommenden Saison sportlich nicht den nächsten Schritt gehen. Wir wollen eine Saison ohne Abstiegsangst.“ Zunächst aber ist der BSC gezwungen am kommenden Samstag in Ahlen, das seit dem 36. Spieltag endgültig gerettet ist, drei Punkte mitzunehmen.