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Nachfolger von Zillken gesucht: BSC-Postfach quillt nach Trainer-Rücktritt über

Nachfolger von Zillken gesucht : BSC-Postfach quillt nach Trainer-Rücktritt über

Nach dem Rücktritt von Trainer Daniel Zillken erhält der Bonner SC viele Anfragen von Trainern - auch aus Beirut und Abu Dhabi. Die ersten Sondierungsgespräche sind bereits terminiert.

Dietmar Sebus wunderte sich nicht. Am Montagmorgen erhielt der Geschäftsstellenleiter des Fußball-Regionalligisten Bonner SC vom Internet-Anbieter die Nachricht, dass das Postfach von BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz die Kapazitätsgrenze erreicht habe.

Nach dem überraschenden Rücktritt von BSC-Cheftrainer Daniel Zillken am frühen Samstagabend kann sich Schmitz über einen Mangel an interessierten Fußballlehrern jedenfalls nicht beklagen. Wie lange Schmitz sein Smartphone am Sonntag strapaziert hatte, erfuhr der Sportliche Leiter des Tabellenfünfzehnten von seiner Frau. „Während unser Kind schlief, waren es gut zwei Stunden. Später beim Spaziergang waren es nochmal zwei Stunden. WhatsApp nicht mitgerechnet“, berichtet Schmitz.

Dabei telefonierte der BSC-Sportdirektor allerdings nicht nur mit potenziellen Zillken-Nachfolgern. „Da waren auch Gespräche mit den Co-Trainern, Spielern und dem Betreuerteam dabei“, sagt Schmitz. Die Palette der Anrufer, die sich wegen des freigewordenen Trainerstuhls meldeten, reichte von ernsthaft bis skurril. „Eine Anfrage kam aus Beirut, eine aus Abu Dhabi“, erzählt Schmitz. „Beide Male europäische Trainer, wohlgemerkt.“

Dabei hat der 38-Jährige, was die Nachfolge von Zillken betrifft, klare Vorstellungen: „Entweder ein junger Trainer, der in der Lage ist, Spieler weiterzuentwickeln, und es schafft, mit geringem Budget gute Akteure nach Bonn zu locken. Oder eben ein erfahrener Coach, der Abstiegskampf kann und die Liga kennt.“ Was die Dauer des Engagements angeht, ist Schmitz flexibel. „Entweder bis zum Saisonende. Oder, wenn's passt, auch längerfristig.“ Nur schnell verfügbar müssen die Kandidaten sein. „Allerdings kann den Job nicht jeder machen“, meint der Sportdirektor, der seinerzeit auch Zillken nach Bonn holte. Zwei Sondierungsgespräche sind laut Schmitz bereits terminiert. „Die hatte ich im Hinterkopf und habe sie von mir aus kontaktiert.“

Schmitz betont, dass trotz des für alle überraschenden Rücktritts des Rekordtrainers, beim BSC kein Chaos herrsche. „Das wirft uns nicht um. Kein Spieler verlässt uns. Und für Daniel Zillken steht die Tür in anderer Funktion immer offen.“ Auch sein volles Postfach will der BSC-Sportdirektor abarbeiten. „Ich beantworte jede Anfrage. Auch wenn's etwas länger dauert.“