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Nach Niederlage gegen Wiedenbrück: BSC-Trainer Joppe bemängelt taktisches Fehlverhalten

Nach Niederlage gegen Wiedenbrück : BSC-Trainer Joppe bemängelt taktisches Fehlverhalten

Im Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga hat der Bonner SC durch die 1:2-Heimniederlage gegen den SC Wiedenbrück einen erneuten Rückschlag erlitten. Trainer Björn Joppe war mit dem Auftreten seines Teams alles andere als zufrieden.

Nur gut, dass Björn Joppe Assistenztrainer hat. So blieb den Spielern des Fußball-Regionalligisten Bonner SC am Donnerstag ein verbales Donnerwetter aus dem Mund ihres Cheftrainers zunächst einmal erspart. „Ich musste mir schon kurz nach dem Spiel auf die Zunge beißen, um nicht etwas Unbedachtes von mir zu geben“, sagt der 42-Jährige angesichts der 1:2-Niederlage am Mittwochabend im Nachholspiel gegen den SC Wiedenbrück. Seit Neuestem kümmert sich neben Co-Trainer Gordon Addai auch der Ex-Profi mit Bonner Wurzeln, Marcel Ndjeng, um das Training. Am Donnerstag begrüßte der 73-fache Bundesligaprofi fast die ganze Mannschaft auf dem Trainingsplatz.

Nach einem von Hendrik Lohmar verwandelten Foulelfmeter in der 9. Minute – Rudolf González hatte den Wiedenbrücker Angreifer Xhuljo Tabaku nach Meinung des Schiedsrichters im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht – und dem 2:1 durch Phil Beckhoff (55.) nach einem Blackout von Innenverteidiger Sören Lippert stand das Tabellenschlusslicht am Mittwochabend mit leeren Händen da. Daniel Schaal hatte in der 39. Minute ausgeglichen. Dabei hatte der Bonner Betreuerstab drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg eingeplant. „Wiedenbrück hat gezeigt, wie Abstiegskampf geht“, sagt Joppe. „Bei uns haben dagegen Abläufe nicht funktioniert, die wir lange und breit besprochen haben.“

Joppe sprach mit Blick auf die erste halbe Stunde der Partie von Männerfußball, meinte damit allerdings den Gegner. „Bei uns hatten dagegen einige in dieser Phase die Hosen voll.“ Aber auch das taktische Fehlverhalten brachte den Trainer um den Schlaf. „Man kann ja mal schlecht spielen. Aber wenn ich sehe, dass so mancher meiner Spieler offenbar im Training nicht aufpasst, ärgert mich das sehr. Dann kann ich mir die mehrstündige Videoanalyse auch sparen.“

Joppe fordert gegen Ahlen eine Reaktion

Am Samstag im Gastspiel beim Tabellennachbarn Rot-Weiß Ahlen erwartet Joppe eine Reaktion. „Jetzt kommen mit Ahlen und Lippstadt zwei sehr wichtige Spiele. Ich hoffe, diese Niederlage war der rechtzeitige Schuss vor den Bug.“ In Ahlen muss der Coach allerdings auf Nils Teixeira verzichten. Der Ex-Profi sah am Mittwoch seine 5. Gelbe Karte.

Joppe hatte nach dem unverhofften Ausgleich durch Schaal wieder Hoffnung geschöpft. „Danach hatten wir das Spiel eigentlich im Griff. Wiedenbrück wurde langsam müde.“ Dann aber folgte die 55. Minute, in der BSC-Schlussmann Jonas Hupe und Sören Lippert im Fokus standen. „Wenn Hupe das Spiel schnell machen will, sollte er lange Bälle spielen“, erklärt Joppe. „So hatten wir das besprochen.“ In dieser Szene aber spielte der Keeper den nicht vorbereiteten Lippert an, der sich laut dem BSC-Coach dann viel zu viel Zeit ließ und ohne Blickkontakt zu Hupe zurückspielte – mit fatalen Folgen für den Spielausgang. „Beide müssen sich dieses Gegentor also ankreiden“, findet Joppe.

Der BSC nach diesem Lapsus völlig den Faden, während Wiedenbrück die zweite Luft bekam und sogar Chancen hatte, den Vorsprung auszubauen. Was die Chancen im Abstiegskampf betrifft, gibt sich Joppe nach dieser bitteren Niederlage nach wie vor kämpferisch. „Wir haben noch 16 Partien vor der Brust. Wobei die Spiele am Samstag in Ahlen und dann zu Hause gegen Lippstadt natürlich enorm wichtig sind.“ Die ausgefallene Partie gegen die U23 von Borussia Dortmund wird am 24. März (19.30 Uhr, Sportpark Nord) nachgeholt.