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Bonner SC setzt auf Nachwuchsspieler: Der Bonner Weg funktioniert womöglich doch

Bonner SC setzt auf Nachwuchsspieler : Der Bonner Weg funktioniert womöglich doch

Im Abstiegskampf setzt Coach Björn Joppe beim Bonner SC vermehrt auf junge Spieler. Am Samstag sollen die jungen Wilden auch gegen den SV Lippstadt wichtige Punkte holen.

Als der Anpfiff zur Begegnung in der Fußball-Regionalliga West zwischen RW Ahlen und dem Bonner SC ertönte, dürfte der Kader des BSC mit 21,9 Jahren zu den jüngsten der Liga gezählt haben. Kelana Mahessa, gerade erst 20 geworden, und der 19-jährige Luis Monteiro spielten von Beginn an. Alexander Nii Tackie Sai, ebenfalls 19 Jahre jung, saß zunächst auf der Bank, sollte später aber entscheidenden Anteil am 2:1-Siegtreffer durch Dario Schumacher in der 90. Minute haben. Nur der Jüngste im Bunde, der 18-jährige Carlo Cavalar, kam nicht zum Einsatz. Der #bonner weg, es mit Spielern aus der eigenen Jugend zu versuchen, funktioniert womöglich doch.

Auch am Samstag um 14 Uhr im Sportpark Nord beim nächsten Finale im Abstiegskampf gegen den SV Lippstadt will BSC-Cheftrainer Björn Joppe auf seine Jüngsten setzen. Lippstadt verlor am vergangenen Mittwoch das Abstiegsduell gegen Lotte mit 1:2 und steht wie die Bonner unter Zugzwang.

„Das Alter meiner Spieler interessiert mich nicht“, sagt Joppe. „Es ist mir egal, ob sie 17 oder 35 sind. Wichtig ist die Leistung. Und dass sie es können, haben die Jungs in Ahlen unter Beweis gestellt.“ Der Erste aus der Riege der U19-Akteure, der Joppe überzeugte, heißt Monteiro. Der Torschütze zum 1:0 in Wegberg-Beeck kam in jedem Spiel unter dem neuen Coach zum Einsatz und enttäuschte bislang nicht. Mahessa feierte in Ahlen seine Premiere in der Startelf. Der 20-Jährige sollte den gelbgesperrten Nils Teixeira ersetzen und erledigte seinen Job laut Joppe mehr als zufriedenstellend. Auch gegen Lippstadt soll der Nationalspieler Indonesiens in der Anfangsformation stehen und im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen. Erneut füllt Mahessa eine Lücke. Diesmal sitzt Dominik Bilogrevic seine fünfte Gelbe Karte ab. „Aber Kelana ist mehr als ein Lückenbüßer“, sagt der BSC-Coach.

Hoffnungen auf einen erneuten Einsatz darf sich auch Alexander Nii Tackie Sai machen. Der 1,90 Meter lange Stürmer spielte am vergangenen Samstag den entscheidenden Pass auf Serhat-Semih Güler, dessen vom Ahlener Schlussmann abgewehrter Schuss schließlich vor Schumachers Füßen landete. „Es gibt aktuell nicht viele Teams in der Liga, die so viele Spieler aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft integriert haben“, sagt Joppe. „Ich denke, dass wir positiv in die Zukunft blicken können.“

Auch BSC-Sportdirektor Mario Neunaber ist vom Potenzial der jüngsten Spieler überzeugt. „Gerade sie strahlen im Abstiegskampf Unbekümmertheit aus. Sie machen sich nicht den Kopf, den sich vielleicht erfahrenere Spieler machen.“

Teixera kehrt ins Team zurück

Anteil am Bonner Aufwärtstrend dürfte auch Marcel Ndjeng haben. Der Ex-Profi kümmert sich einmal pro Woche mit sogenanntem integrativem Koordinationstraining um die erste Mannschaft. Eine Trainingsform, von der auch Monteiro und Co. profitieren. „Es soll dazu beitragen, dass vor allem die jungen Spieler in engen Situationen die Ruhe bewahren“, erklärt Joppe.

Demnächst soll sich Ndjeng um die Top-Talente aus der U17 und U19 kümmern. „Mein Ziel ist es, auf lange Sicht im Trainerbereich zu arbeiten. Ich durfte während meiner Spielerkarriere viel lernen und mitnehmen“, sagt der 38-Jährige. „Das möchte ich jetzt an junge, motivierte Spieler weitergeben. Dass ich in meiner Geburtsstadt beim BSC diese Chance bekomme, ist für mich eine sehr gute Sache.“

Bis auf Rückkehrer Teixeira und den gesperrten Bilogrevic dürfte Cheftrainer Joppe gegen Lippstadt auf die Elf setzen, die in Ahlen immens wichtige drei Punkte einfuhr. „Wir treffen auf eine Mannschaft, die Fußball spielen will, aber auch weiß, wie Abstiegskampf funktioniert“, sagt er. „Aber das haben meine Spieler jetzt begriffen – das gilt auch für die Jüngsten.“