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Fußball-Regionalligist ist weiterhin in Zugzwang

Gegen Wiedenbrück muss dringend ein Sieg her : Der Druck steigt

Einen Tag nach dem knapp verpassten und schon sicher geglaubten Sieg bei der U21 des 1. FC Köln gibt sich Björn Joppe kämpferisch. „Jetzt sind es nur noch neun Punkte bis zum rettenden Tabellenufer“, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten Bonner SC.

Im Nachholspiel im Kölner Franz-Kremer-Stadion entriss der zu Beginn der zweiten Spielhälfte eingewechselte Südkoreaner Jae-Hwan Hwang dem Tabellenschlusslicht mit dem Tor zum 1:1 in der zweiten Minute der Nachspielzeit doch noch den so bitter nötigen Dreier. Nils Teixeira hatte den BSC in der 20. Minute mit 1:0 in Führung geschossen.

Nicht nur der späte Zeitpunkt, sondern auch die Entstehung des 44. Gegentreffers in der laufenden Saison brachten Joppe auf die Palme. Nach einem Pass von Neuzugang Daniel Schaal sollte Masaaki Takahara im Abseits gestanden haben. Der anschließende Frei­stoß, von FC-Schlussmann Julian Krahl ausgeführt, landete dann bei Hwang. „Das war eine klare Fehl­entscheidung“, sagt Joppe, der sich nach dem Schlusspfiff bei den Unparteiischen beschwerte. Die Bilder des Streaming-Dienstes sporttotal geben dem BSC-Trainer recht. Der Kölner Innenverteidiger Ricardo-Oliver Henning hob beim Pass von Schaal das Abseits auf.

„Das ist natürlich ärgerlich, durch eine so offensichtliche Fehlentscheidung den Sieg zu verlieren“, meint Joppe. „Viel schlimmer aber finde ich die arrogante Reaktion der Schiedsrichter, die auf meinen Hinweis auf ihren offensichtlichen Fehler nur mit einem Grinsen reagiert haben.“

Was dem BSC aus dem Gastspiel in der Domstadt bleibt, ist die Erkenntnis, zwei Punkte nach einer erneut guten Leistung gegen eins der starken Teams der Liga verloren zu haben. Wieder einmal belohnte sich der Tabellenletzte nicht. Zudem steigt der Druck, am Samstag um 14 Uhr im heimischen Sportpark Nord gegen den SC Wiedenbrück unbedingt gewinnen zu müssen, um das untere Mittelfeld nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob am Samstag überhaupt gespielt werden kann. Angesichts der anhaltenden Niederschläge der vergangenen Tage will die Stadt Bonn am Freitag bei einer Platzbesichtigung entscheiden, ob der Platz eine Regionalligapartie zulässt oder nicht.

Wenn ja, erwartet Joppe einen Gegner, der allein schon durch seine mannschaftliche Geschlossenheit eine hohe Hürde darstellt. Immerhin trotzte der 13. der Tabelle dem ungeschlagenen Primus Rot-Weiss Essen jüngst ein torloses Unentschieden ab.

Zumindest hat der Bonner Coach am 24. Spieltag personelle Alternativen. So kehrt Kapitän Dario Schumacher nach abgesessener Gelbsperre in die Mannschaft zurück. Auch Neuzugang Rudolf González wird nach seiner Länderspielreise mit der Dominikanischen Republik zurückerwartet. González war beim 0:0 gegen Serbien in der 50. Minute eingewechselt worden. Noch zu früh kommt die Partie dagegen gegen Wiedenbrück für Angreifer Daniel Somuah. Dafür lieferte Neuling Serhat-Semih Güler in Köln auf der Position des Mittelstürmers 80 Minuten lang eine ansprechende Leistung. „Er hat viel für die Mannschaft gearbeitet“, lobt Joppe.

Verzichten muss der BSC-Übungsleiter gegen Wiedenbrück auf Paul Wiese. Der Rechtsverteidiger hatte sich unmittelbar vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln eine Muskelverletzung zugezogen und war durch Aloy Ihenacho ersetzt worden. Marcel Kaiser sah in Köln seine fünfte Gelbe Karte und ist ebenfalls zum Zuschauen verurteilt. Zumindest fraglich ist darüber hinaus der Einsatz von Dominik Bilogrevic, der nach einem Zusammenprall mit einer Kopfverletzung ausgewechselt werden musste.