1. Sport
  2. Bonner SC

Nach der Pleite von Bergisch Gladbach steht das Nehrbauer-Team unter Druck

Fußball-Regionalligist muss gegen Straelen punkten : Eine Frage des Willens

Nach der 0:2-Pleite von Bergisch Gladbach schrillen beim Bonner SC die Alarmglocken. Im Heimspiel an diesem Mittwoch gegen den SV Straelen steht das Team von Trainer Thorsten Nehrbauer unter Erfolgsdruck.

Drei Spiele, drei Chancen: Eigentlich wollte Fußball-Regionalligist Bonner SC nach dem 1:0-Erfolg gegen Vorjahresmeister Rödinghausen Fahrt aufnehmen. Fahrt, um dem Tabellenkeller zu entkommen. Die Aufgaben gegen Bergisch Gladbach, Straelen und Homberg schienen zumindest auf dem Papier machbar, stammen die Gegner doch allesamt aus der Schublade mit der Aufschrift „Augenhöhe“.

Die erste Gelegenheit hat der BSC mit dem 0:2 in Bergisch Gladbach vergeigt. Die zweite Chance folgt an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr im nach wie vor leeren Sportpark Nord gegen den Aufsteiger SV Straelen, der nach der 0:4-Klatsche gegen Wiedenbrück ebenfalls auf rasche Wiedergutmachung aus ist. Von der dritten Partie am kommenden Samstag in Homberg soll an dieser Stelle noch nicht die Rede sein.

„Es wird Zeit“, hatte Bonns Sportdirektor Mario Neunaber unter dem Eindruck der neunten Saisonniederlage gegenüber der Mannschaft lautstark gefordert. „Wenn wir so weitermachen, steigen wir ab.“ Wieder einmal mangelte es dem BSC an der nötigen Konsequenz, um ein Regionalligaspiel gewinnen zu können. In der Defensive bremsten erneut eklatante Abwehrfehler den auf Platz 19 zurückgefallenen Club aus. Sowohl Serhat Koruk Zübeyr, der Torschütze zum 1:0, als auch Tom Wüstenberg, der vier Minuten vor dem Ende das 2:0 erzielt hatte, kamen völlig ungehindert zum Kopfball. Im Angriff fehlten den BSC-Akteuren die Ideen und die Durchschlagskraft, um den 0:1-Rückstand reparieren zu können.

Das letzte Tor aus dem Spiel heraus hatte Burak Gencal beim 1:2 auf Schalke erzielt. Gegen Rödinghausen half ein Standard. „Nach vorn fehlt uns aktuell die Qualität, um ein Spiel zu drehen“, sagt BSC-Trainer Thorsten Nehrbauer. Hinzu kamen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters. „Zwei klare Elfmeter wurden uns verweigert“, ärgert sich Nehrbauer. Das sprichwörtliche i-Tüpfelchen auf ein Spiel, mit dem der BSC eigentlich den Weg ins untere Tabellenmittelfeld fortsetzen wollte.

Der soll nun am Mittwoch folgen. Gegen einen Gegner, der ebenfalls mit dem Rücken zur Wand steht. „Das Spiel müssen wir gewinnen“, hatte Neunaber am Samstag gefordert. Bis 21 Uhr dauerte dann auch der Arbeitstag für Spieler und Trainer. Am Sonntag gab Nehrbauer frei.

Viel Spielraum, die Mannschaft für die Aufgabe gegen Straelen zu ändern, hat der Coach nicht. In Bergisch Gladbach saßen mit Metin Kizil und Alexander Nii Tackie Sai nur zwei offensive Alternativen auf der Bank. „Eigentlich bräuchte ich noch zwei Offensivspieler und einen Defensiven“, gibt Nehrbauer zu. „Aber das gibt unser Budget nun einmal nicht her. Wir müssen da gemeinsam wieder raus.“ Gefordert sind vor allem die erfahrenen Akteure. Allerdings laufen Spieler wie Marcel Kaiser und Daniel Somuah nach ihren Blessuren bereits wieder auf dem Zahnfleisch. Pausen kann Nehrbauer den Stammkräften jedoch nicht gönnen.

„Am Mittwoch wird es sicherlich auch eine Frage des Willens“, sagt er. Damit dürfte das Hauptaugenmerk gegen Straelen auf der Defensivarbeit liegen. „Bloß keine Fehler machen“, heißt die Devise. Eine ausführliche Videoanalyse am Montag machte die Spieler noch einmal auf die Aussetzer gegen Bergisch Gladbach aufmerksam. „Gladbachs Stürmer mussten nicht viel tun, um einzuköpfen“, sagt Nehrbauer. „Das darf uns gegen Straelen nicht passieren.“