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Regionalliga: Bonner SC will bis Weihnachten Abstiegsplätze verlassen

Spiel in Lotte : Bonner SC will bis Weihnachten die Abstiegsplätze verlassen

Mit dem 2:0-Sieg gegen Homberg hat sich der Bonner SC im Tabellenkeller etwas Luft verschafft. Trainer Björn Joppe erwartet am Samstag gegen Lotte erneut ein Spiel, bei dem die kämpferischen Tugenden gefragt sein werden.

Wie heißt es so schön: Das Momentum spricht vor der Begegnung am Samstag in der Fußball-Regionalliga West zwischen den Sportfreunden Lotte und dem Bonner SC eindeutig für die Bonner. Während der BSC das wichtige Kellerduell gegen den VfB Homberg mit 2:0 für sich entscheiden konnte, kassierte Lotte im Nachholspiel in Uerdingen und dann in Mönchengladbach eine 0:2- und 0:3-Niederlage. In der Tabelle hat Lotte auf Platz 16 mit zwei Punkten Vorsprung und zwei Spielen in der Hinterhand noch die Nase vorn. Gewinnt der BSC, winkt im Idealfall ein Platz über dem ominösen Strich.

„Das wollen wir natürlich erreichen“, sagt Cheftrainer Björn Joppe, der es allerdings diesbezüglich nicht allzu eilig hat. „Weihnachten wollen wir über dem Strich stehen.“ Ähnlich wie der BSC hinkt auch die Mannschaft von Trainer Andy Steinmann den Erwartungen hinterher. Daraus folgert Joppe ein Spiel auf Augenhöhe, in dem wie am vergangenen Samstag eher die kämpferischen Tugenden eines Fußballers gefragt sind. „Wenn wir die Leidenschaft aus dem Spiel gegen Homberg zeigen, mache ich mir für Lotte keine Sorgen“, sagt der BSC-Trainer, der einst keine drei Minuten vom Stadion am Lotter Kreuz seinen Wohnsitz hatte.

In der Vorbereitung auf den zwölften Spieltag war laut Joppe eine gewisse Anspannung spürbar. Von Euphorie nach dem zweiten Saisonerfolg konnte keine Rede sein. „In unserer Situation werden wir keine Bäume ausreißen“, sagt der Coach. Auch gegen Homberg hätte seine Mannschaft nicht unbedingt besser gespielt, aber diesmal den größeren Willen gezeigt und aus ihren Torchancen das nahezu optimale herausgeholt.

Neuzugang Creighton Braun überzeugt gegen Homberg

Einen nicht unwesentlichen Anteil am Sieg ohne Gegentor hatte Neuzugang Creighton Braun, der für das gesamte Umfeld überraschend gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf auf der Bonner Ersatzbank Platz genommen hatte. Bonns sportlicher Leiter Mario Neunaber, der mittlerweile seinen Rücktritt zum 31. Dezember verkündet hat, hatte den 19-jährigen zuletzt vereinslosen US-Amerikaner nach einem Probetraining verpflichtet. Beim 1:2 in Mönchengladbach und beim 2:0 gegen Homberg stand Braun in der Startelf – „und hat seine Sache gut gemacht“, lobt Joppe. „Er hat sich sehr schnell in den Kader integriert und verfügt über ein gutes Passspiel und verhält sich im Zweikampf geschickt – bis jetzt ein echter Glücksgriff.“

Sorgen macht sich der BSC-Coach dagegen um Matti Fiedler. Der Innenverteidiger war kurz vor dem Bonner Führungstreffer gegen Homberg durch Rudolf González ohne Einwirkung des Gegners umgeknickt, konnte bis Mitte der Woche nicht mit der Mannschaft trainieren. „Wir hoffen, dass es reicht“, sagt Joppe. „Matti ist derzeit für uns ein wichtiger Faktor in der Abwehr.“ Vor allem auch deshalb, weil Abwehrchef Leander Goralski nach seiner Verletzung noch nicht Tritt gefasst hat. Gegen Homberg blieb der Ex-Oberhausener zur Pause in der Kabine.

Den medialen Aufruhr nach der Verpflichtung von Ex-Trainer Daniel Zillken, der ab Januar 2022 als hauptamtlicher Geschäftsführer Sport die Geschicke des BSC maßgeblich mitbestimmen soll, nahm Joppe gelassen zur Kenntnis. „Er kommt im Januar. Bis dahin wollen wir die Mannschaft in ruhigeres Fahrwasser führen.“ Ein erstes Gespräch mit Zillken nach der Partie gegen Homberg bewertet Joppe positiv. „Wir haben uns am Samstag kennengelernt. Er ist ein sympathischer Mensch mit viel Wissen und Erfahrung, der den Verein in den nächsten Jahren nach vorne bringen wird.“