1. Sport
  2. Bonner SC

Regionalliga: Lage beim Bonner SC ist vor nächstem Derby angespannt

Spiel gegen Fortuna Köln : Lage beim Bonner SC ist vor nächstem Derby angespannt

Das Team des Bonner SC leistet sich weiterhin zu viele Aussetzer. Am Mittwoch trifft die Mannschaft zu Hause auf Fortuna Köln, am Sonntag auf Alemannia Aachen. BSC-Trainer Björn Joppe hält es für möglich, dass die Partie gegen Aachen ein Endspiel für ihn ist.

Björn Joppe hat noch einmal nachgerechnet. Der Cheftrainer des Fußball-Regionalligisten Bonner SC kam auf sechs Minuten und 30 Sekunden. Sechseinhalb Minuten also, in denen sich seine Mannschaft einen Blackout leistete, der sich in den gut 60 Minuten danach nicht mehr korrigieren ließ.

2:3 verlor der BSC bei der U 21 des 1. FC Köln. Wieder einmal besiegte sich die mittlerweile auf Platz 17 abgerutschte Joppe-Elf selbst, so wie in fünf der bislang absolvierten sechs Partien. Drei Tore kassierte der BSC zwischen der 21. und 28. Minute. Da nützten auch die Treffer von Daniel Somuah und Masaaki Takahara und eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit nichts mehr.

Joppe kann sich die psychologische Kettenreaktion nicht erklären. „Wir machen einen Fehler, brechen dann komplett ein, um dann wieder auf die Beine zu kommen.“ Die extremen Schwankungen im Bonner Spiel endeten mit der Ausnahme KFC Uerdingen mit Niederlagen. Der BSC-Vorstandsvorsitzende Dirk Mazurkiewicz vermisst die klare Ansage auf dem Platz. „Wir brauchen die Typen, die, wenn es nötig ist, Tacheles reden.“

Sieg gegen Fortuna Köln wären für den Bonner SC Bonuspunkte

In Köln fehlte dann auch das von Joppe häufig zitierte Spielglück. In der Nachspielzeit im Franz-Kremer-Stadion hatten Serhat Semih Güler und Alexander Tackie Sai den 3:3-Ausgleich auf dem Fuß. Aber Torhüter und diverse Kölner Abwehrbeine standen jeweils im Weg. Zumindest stimmt die Moral. „In der Kabine waren sich die Jungs in der Halbzeitpause sicher, das Spiel noch umbiegen zu können“, berichtet der BSC-Coach. „Und fast hätte es ja auch funktioniert.“

Jetzt kommt am Mittwochabend (19.30 Uhr) Fortuna Köln in den Sportpark Nord. Wieder so ein Gegner, den der Bonner Trainerstab in die Kategorie Bonuspunkte einsortiert. Eine Niederlage ist also einkalkuliert. Für Joppe ist die Fortuna sogar noch stärker einzuschätzen als unlängst der FC-Nachwuchs. „Die Fortuna spielt einen sehr erfahrenen Fußball, kann auch robust zu Werke gehen, wenn es nötig ist. Die U21 des FC ist nicht so zweikampfstark.“

Keine rosigen Aussichten auf weitere Punkte, die der BSC und vor allem Joppe nach mittlerweile sechs Spieltagen bitter nötig haben. Der 42-Jährige setzt auf den Derby-Faktor. „Das ist ein besonderes Spiel, in dem die Mannschaft noch eine Schippe drauflegen kann.“ Wenn da nicht diese Aussetzer wären. Beim 0:1 am vergangenen Freitag ließ sich der erfahrene Leander Goralski wie ein Schuljunge ausspielen. Vor dem 0:2 interpretierte Dario Ehret das Zentrum vor dem eigenen Strafraum als neutrale Zone. Zu viel Passivität für Joppe. Ehret blieb zur Pause in der Kabine.

Patrick Helmes bei Alemannia Aachen ebenfalls unter Druck

Mit personellen Alternativen kann der BSC-Coach zur Zeit nicht aufwarten. Kris Fillinger laboriert an einem Muskelfaserriss. Maximilian Pommer ist noch gar nicht ins Mannschaftstraining eingestiegen. Rudolf González fällt mit gebrochenem Brustbein noch länger aus. Luis Monteiro ist mit Knieproblemen für Mittwoch zumindest fraglich. Verliert der BSC, könnte die Partie am Sonntag gegen Alemannia Aachen nach Einschätzung Joppes sowohl für Aachens Trainer Patrick Helmes, als auch für den eigenen Job entscheidende Bedeutung bekommen. „Ich kenne die Mechanismen“, sagt Joppe. „Vielleicht fliegt dann Helmes oder ich.“

Mazurkiewicz allerdings beruhigt den Coach. „Wir neigen nicht dazu, unsere Trainer frühzeitig zu entlassen. Vor Joppe war die Mannschaft zerstritten. Jetzt ist das Team eine Einheit.“