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Regionalliga West: Bonner SC spielt gegen Rot-Weiss Essen

Pläne von Trainer Björn Joppe : So soll der Bonner SC gegen Rot-Weiss Essen spielen

Der Bonner SC startet am Samstag gegen RW Essen zuversichtlich in die neue Regionalliga-Saison. Trainer Björn Joppe hat einen konkreten Plan, wie er den Top-Favoriten ausbremsen will.

Wie das alles funktionieren soll in den kommenden Monaten, dieser Plan existiert natürlich schon längst beim Bonner SC. Das Vorhaben könnte ungefiltert stehen als Leitfaden in einer Fußball-Fibel, besser: einem Fußball-Laptop für topmoderne Vollgas-Trainer. Doch auch in den Vorstellungen von Björn Joppe ist es sehr gut aufgehoben, der den kommenden Gegner damit natürlich etwas überraschen will. Der kommende Gegner, gegen den seine Mannschaft zum Auftakt der Regionalliga West antritt, das ist kein Geringerer als Rot-Weiss Essen. Jener Traditionsverein aus dem „Pott“, der 1953 den DFB-Pokal und zwei Jahre später die deutsche Meisterschaft gewann.

Kein Grund für Joppe, in allzu großer Ehrfurcht zu erstarren. Eine Art Vorwärtsverteidigung, darauf will er seine Spieler einstimmen. „Wir wollen hoch pressen“, sagt der 42-Jährige vor dem ersten Saisonanpfiff am Samstag (14 Uhr), „schon im vorderen Drittel draufgehen.“ Natürlich wissen seine „Jungs“ schon, „wie wir spielen wollen“. Nämlich mit: hoher Ballzirkulation, mehr Passsicherheit, verbesserter Passqualität, tiefen Pässen über außen. Ziel sei es, die „Spielkontrolle zu haben“. Viel Ballbesitz. Gegen Essen sei das natürlich „sehr schwer“, sagt Joppe, „aber auch gegen diese Mannschaft umsetzbar“.

Das klingt natürlich zunächst einmal alles sehr schön, aber auch ambitioniert und recht hoffnungsvoll. Denn die Essener treten in dieser Saison an, nach dem knapp verpassten Aufstieg in der vergangenen Spielzeit diesmal den Sprung in die 3. Liga zu realisieren. Eine klare Zielvorgabe. Der Kader um die beiden Top-Stürmer Zlatko Janjic, den RWE vom Drittligisten SC Verl verpflichtete, und Simon Engelmann gibt das her.

Bonner SC will den Klassenerhalt frühzeitig sichern

Das sieht auch Joppe so, der RWE und Preußen Münster zu den „absoluten Top-Favoriten“ zählt. Die Ansprüche seines eigenen Teams siedelt der gebürtige Wuppertaler, der es auf drei Bundesliga-Einsätze für den VfL Bochum bringt, naturgemäß weiter unten an. Nach zwei Zitterspielzeiten, in denen der BSC auch wegen der Pandemie in der Regionalliga blieb, soll nun der sichere Klassenerhalt stehen, der möglichst sehr rechtzeitig realisiert werden soll.

Der Kader der Bonner hat nun endlich die volle Stärke erreicht. Zu Beginn der Woche verpflichteten die Rheinlöwen in Isidor Akpeko (21) einen Linksverteidiger – nach langer Suche. Im nun 23 Spieler umfassenden Aufgebot, inklusive drei Torhütern, tat sich danach nur noch eine Lücke auf. Gesucht: ein Stürmer. Die Lösung ist gefunden: Zwei Tage vor dem Saisonstart hat der BSC Enzo Wirtz verpflichtet. Der regionalligaerfahrene Angreifer kommt vom Liga-Konkurrenten SV Rödinghausen und lief zuvor bereits für den FC Wegberg-Beeck, Wuppertaler SV und Rot-Weiss Essen auf. Ohnehin schient dem 25-Jährigen RWE zu liegen – so oder so. In der Saison 2017/18 erzielte Wirtz beim 3:1-Sieg der Wuppertaler gegen die Essener alle drei Tore. In der Fußball-Sprache spricht man da gerne von einem guten Omen – sollte Wirtz am Samstag zum Einsatz kommen.

„Ich kenne Enzo schon seit seiner Zeit bei Wegberg-Beeck“, erzählt der Sportliche Leiter des BSC, Mario Neunaber. „Er ist sehr athletisch, verfügt über viel Tempo und ist genau der Spielertyp, den wir für unsere Spielart benötigen.“

Die Suche nach einem, der, so Joppe, eine „hohe Laufbereitschaft hat, vorn früh draufgeht und die Bälle halten kann“, ist also abgeschlossen nach einer Vorbereitung, die mit 14 Spielern begann, nun aber mit voller Kapellenbesetzung abgeschlossen ist.

Joppe will dem BSC ein "neues Gesicht" geben

Der Körper des Kaders ist also geformt, nun fehlt nur noch das passende Antlitz. Er wolle, sagt Joppe, dem BSC ein „neues Gesicht“ geben. Wie er sich das vorstellt, dürfte klar sein: eines, in dem sich eine gewisse Offensivwucht spiegelt. Klar, die soll sich auch gegen die Essener entfalten, selbst wenn der Gegner laut Joppe ein „schweres Spiel“ erwarten lässt, „um einen guten Saisonstart hinzulegen“. Gleichwohl: „Die Jungs wollen Vollgas geben.“

Auch Neunaber gibt sich vor dem Start gegen RWE, zu dem rund 3000 Zuschauer, darunter etwa 2000 aus Essen, erwartet werden, zuversichtlich. „Mit dem Kader können wir in die Liga gehen“, sagt er. Dazu sollen noch drei bis vier Spieler aus der U19 eingebunden werden. Der Bonner Weg, er geht also weiter. In dieser Saison soll er erstmal zum zitterfreien Klassenerhalt führen.