1. Sport
  2. Bonner SC

Regionalligist: So lief der Trainingsstart beim Bonner SC

Regionalligist : So lief der Trainingsstart beim Bonner SC

Am Samstagvormittag ist der Bonner SC in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit gestartet und hat dabei auch einen Neuzugang präsentiert. Während der Großteil des Kaders schon feststeht, gibt es bei der Zuschauer-Frage noch viel Unklarheit.

Der Chef redet zuerst. Dirk Mazurkiewicz, Vorstandsvorsitzender des Fußball-Regionalligisten Bonner SC, steht mitten auf dem Trainingsplatz am Mondorfer Bach, um ihn herum sind die Spieler und das Trainerteam um Chefcoach Thorsten Nehrbauer versammelt. Bevor die Mannschaft ihr erstes gemeinsames Training der neuen Saison beginnt, hält Mazurkie­wicz eine kurze Ansprache. Deren Inhalt ist für die rund 30 Zuschauer nicht zu vernehmen – und soll es wohl auch nicht sein.

Später, als das Team auf dem gut gepflegten Rasen die Auftakteinheit gestartet hat, gibt der BSC-Vorsitzende jedoch eine kleine Kostprobe seiner Ansprache. Thema: Die häufig verpatzten Spiele gegen direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. „Ich habe den Jungs gesagt, dass wir uns so etwas nicht mehr erlauben dürfen“, erzählt Mazurkiewicz. Denn mit dem nervenaufreibenden Kampf um die Klasse will der Club in der Saison 2020/21 nichts zu tun haben. „Unser Ziel ist es, einen großen Abstand zu den Abstiegsplätzen aufzubauen“, sagt Mazurkiewicz und kommt auch in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Partien gegen die vermeintlich „Kleinen“ der Liga zu sprechen: „Wenn wir diese Spiele nicht mit Qualität gewinnen können, müssen wir es eben mit Mentalität schaffen.“

Zuversichtlich macht den Vorsitzenden vor allem die Tatsache, dass Trainer Nehrbauer und der Sportliche Leiter Mario Neunaber genügend Zeit hatten und noch haben, um gemeinsam eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. „Das ist ein fundamentaler Unterschied zum vergangenen Jahr. Da war Thorsten Nehrbauer bei der Kaderplanung noch nicht dabei“, sagt Mazurkiewicz. Nun aber hat der Coach großen Einfluss darauf, wer in der neuen Saison unter ihm spielen und trainieren wird. Einer, der offensichtlich Nehrbauers Anforderungen erfüllt, ist Neuzugang Dominik Bilogrevic.

Anders sieht es bei Evangelos Skraparas aus: Der Stürmer, der im Winter zum Club gekommen ist, darf sich mit der Mannschaft fit halten und ist somit auch am Samstag beim Trainingsauftakt dabei. Eine Zukunft beim BSC hat der 29-Jährige laut Mazurkiewicz aber wohl nicht. Stattdessen sondiert der Verein den Markt nach weiteren Verstärkungen, gerade auch für die Offensive. „Aktuell werden viele Talente aus zweiten Mannschaften angeboten“, erzählt Mazurkiewicz.

Dass der BSC nicht nur aufgrund finanzieller Einbußen durch die Corona-Krise einen verstärkten Blick auf junge Spieler wirft, zeigt sich auf dem Trainingsplatz. Neben den etablierten Spielern um Kapitän Dario Schumacher oder Daniel Somuah stehen einige Nachwuchskräfte aus der U19, die im besten Fall in den nächsten Jahren fester Bestandteil des Teams werden sollen. Was Nehrbauer von ihnen und ihren Kollegen erwartet, wird in der Einheit zum Teil deutlich. „Umschalten, umschalten“, ruft der Trainer bei einer Übung über den Platz, in der die Spieler nach Ballgewinn schnell zum Torabschluss kommen sollen.

Während der Kader schon zum Großteil steht und das Trainerteam den Spielern in den nächsten Wochen seine taktischen Vorstellungen einimpfen wird, gibt es beim Thema Zuschauer noch viel Unklarheit. Nach aktuellem Stand dürfen bei Sportveranstaltungen ohne Hygienekonzept bis zu 300 Zuschauer dabei sein. Zwar hat der BSC ein solches Hygienekonzept verfasst, um eine Besucherzahl von bis zu 1000 Personen im Sportpark Nord möglich zu machen, doch eine Antwort von der Stadt steht noch aus. Mit Blick auf die aktuelle Lage meint Mazurkiewicz, dass „Ungewissheit die einzige Gewissheit“ sei. Sicher scheint dagegen: Eine Regionalliga-Saison mit maximal 300 Zuschauern pro Partie wird es aus finanziellen Gründen nicht geben.