1. Sport
  2. Bonner SC

Trainer Björn Joppe braucht beim Bonner SC laute und eklige Spieler

Spiel gegen Straelen : BSC-Trainer Joppe braucht laute und eklige Spieler

Vor dem Auswärtsspiel des Bonner SC beim SV Straelen fordert der Coach Björn Joppe von den Spielern mehr Einsatzwillen. Ex-Profi Nils Teixeira ist zurück im Training.

Ohne Zuschauer haben sich im Fußball die Unterschiede zwischen Heim- und Auswärtsspielen ein Stück weit relativiert. Das gilt auch für den Regionalligisten Bonner SC. Die Mannschaft von Cheftrainer Björn Joppe spielt lieber in der Fremde, deutlich abzulesen an der Heimtabelle der Regionalliga West, in der der BSC wie auch im Gesamttableau auf dem letzten Platz zu finden ist. In 17 Heimspielen gelangen lediglich drei Siege und zwei Unentschieden. Zuletzt verlor die Joppe-Elf den Abstiegsgipfel gegen den SV Bergisch Gladbach mit 1:2.

Auswärts dagegen steht ein achtbarer 15. Platz zu Buche. Drei Siege und sechs Unentschieden bedeuten 15 Zähler auf des Gegners Platz. Das Missverhältnis zwischen Heim- und Auswärtsspielen könnte dem Team auf der Zielgeraden des Abstiegskampfes noch zum Verhängnis werden. Denn mit dem VfB Homberg, Aachen und der U21 des 1. FC Köln stehen dem BSC im Saisonendspurt drei Partien im Sportpark Nord bevor. Nur noch zweimal, am kommenden Samstag beim SV Straelen und am 22. Mai beim Wuppertaler SV, dürfen die Bonner auswärts ran.

„Es ist schwer, auf unserem kleinen und unebenen Platz Fußball zu spielen“, sagt Trainer Björn Joppe. „Da die Bewässerungsanlage nicht funktioniert, ist der Rasen auch noch extrem stumpf.“ Selbst spielstarke Mannschaften wie der Tabellenführer aus Dortmund bevorzugen auf dem „Acker“ Sportpark Nord lange Bälle. Gepflegtes Kurzpassspiel ist auf dem holprigen Rasen fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. „Die Stadt versucht uns zu helfen, indem der Rasen häufiger gemäht und gewalzt wird“, berichtet Sportvorstand Stefan Krämer.

Den Bonner SC plagt ein Mentalitätsproblem

Aber es sind nicht nur die Platzverhältnisse, die Joppe Sorgen bereiten. Neben der damit zusammenhängenden Heimschwäche plagt ihn auch ein Mentalitätsproblem. „Wenn wir so auftreten wie gegen Bergisch Gladbach, spielen wir in der nächsten Saison eine Liga tiefer“, hatte der Coach nach dem Auftritt vor knapp zwei Wochen geurteilt. „Gerade auf unserem Platz sind Spieler gefragt, die die Ärmel hochkrempeln und Fußball arbeiten“, sagt Joppe. „Und genau das hat uns Bergisch Gladbach vorgemacht.“

Zwar haben sich die Wogen zwischen Trainer und Mannschaft mittlerweile wieder geglättet, dennoch stellt Joppe für die fünf noch ausstehenden Partien klare Forderungen. „Ich brauche jetzt Spieler, die laut, die mitunter auch eklig sind“, sagt Joppe. „Diese Spieler gilt es für die Aufgabe in Straelen und die restlichen Spiele zu finden.“ Marcel Kaiser sei solch ein Spieler, „der sich den Allerwertesten aufreißt, sich nicht versteckt, wenn er auf dem Platz steht“.

SV Straelen ist erfahren und abwehrstark

Dabei sieht der BSC-Trainer, dessen Vertrag sich beim Ligaverbleib um eine weitere Saison verlängert, die Ausgangslage im Saisonendspurt durchaus positiv. „Noch zur Winterpause hatten wir zehn Punkte Rückstand. Jetzt sind wir punktgleich mit dem Tabellen-20. Wir haben den Klassenerhalt selbst in der Hand.“ Den kommenden Gegner schätzt Joppe, der nach seinem Platzverweis in Rödinghausen zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro verurteilt wurde, als sehr erfahren und abwehrstark ein. „Straelen hat wohl eine der besten Viererketten der Liga. Lange Bälle auf Daniel Somuah machen wenig Sinn. Wir müssen über die Flügel kommen.“

Bis auf den angeschlagenen Nils Teixeira, der gegen Bergisch Gladbach gefehlt hatte, sind alle Akteure fit. Der Ex-Profi stieg am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining ein, ist für Straelen zumindest eine Option. Der Kampf um die Plätze in der Startelf für Straelen ist laut Joppe völlig offen. Keine Rolle mehr in den Planungen spielt Angreifer Metin Kizil, von dem sich der Bonner SC nach der Saison einvernehmlich trennen wird.