1. Sport
  2. Bonner SC

Wichtige Partie im Abstiegskampf

Bonner SC empfängt die U23 des FC Schalke 04 : Joppe muss vier gesperrte Spieler ersetzen

„Ohne vier“ muss Fußball-Regionalligist Bonner SC die nächste Partie bestreiten. Im Heimspiel gegen die U23 des FC Schalke 04 fehlen die gesperrten Luis Monteiro, Dario Ehret, Serhat-Semih Güler und Jan Roschlaub.

Zugegeben, die Situation war unübersichtlich, hatte aber für den Fußball-Regionalligisten Bonner SC umso fatalere Folgen. In der 45. Minute der Partie bei Rot-Weiß Oberhausen bugsierte ein RWO-Spieler den Ball in Richtung seines Torhüters. Justin Heekeren nahm den Ball auf – mit der Hand. Für BSC-Mittelstürmer Serhat-Semih Güler ein klarer Fall von Regelverstoß. Güler rannte zum Ort des Geschehens und protestierte lautstark.

Auch Luis Monteiro beteiligte sich. Am Ende sah der zuvor bereits verwarnte 19-Jährige die Ampelkarte. Monteiro soll angeblich Oberhausens Abwehrspieler Tanju Öztürk ins Gesicht gefasst haben. Aber auch der Oberhausener war wohl handgreiflich geworden, hatte laut BSC-Trainer Björn Joppe Güler ins Gesicht gegriffen, blieb aber unbehelligt. „Wenn, dann muss auch Öztürk runter“, sagt Joppe. „So aber macht uns der Schiedsrichter das Spiel kaputt.“

Über die Rote Karte gegen Dario Ehret aus der 52. Minute will Joppe dagegen nicht streiten, wohl aber über die Gelben Karten gegen Güler und Jan Roschlaub, die den Schaden für die so wichtige Partie am Samstag (14 Uhr, Sportpark Nord) gegen die U23 des FC Schalke 04 fast schon verheerend aussehen lassen. „Oberhausener Spieler konnten machen, was sie wollten“, beschwert sich Joppe. „Von einer klaren Linie des Schiedsrichters konnte nun wirklich nicht die Rede sein.“

Nun müssen die Bonner gegen Schalke gleich auf vier Akteure verzichten. „Während unsere Jungs jetzt auf der Tribüne sitzen, steht dieser Schiedsrichter am nächsten Wochenende wieder auf dem Platz. Eine derart arrogante Spielleitung schürt doch die Aggressionen auf und neben dem Platz“, sagt Joppe, der ebenfalls „Gelb“ gesehen hatte.

Dabei gehört das Heimspiel für den BSC-Coach in die Kategorie „extrem wichtig“. Der 42-Jährige hat einen Sieg eingeplant. „In diesem Spiel müssen wir unbedingt punkten.“ Neben den Gedankenspielen, wer vor allem Güler und Ehret ersetzt, muss Joppe die hochgekochten Emotionen seiner Spieler wieder auf ein erträgliches Maß reduzieren. „Die Jungs waren natürlich wütend“, erzählt der Trainer. „Aber gegen Schalke brauchen wir einen kühlen Kopf.“

Vor der Leistung seines Teams, das trotz doppelter Unterzahl den Ausgleich erzielte und bis auf das Gegentor zum 1:2, das Sören Lippert auf der Linie fast noch verhindert hätte, nichts zuließ, zieht Joppe den Hut. „Dafür kann ich der Mannschaft nur ein großes Kompliment machen.“

Was die Formation am Samstag gegen Schalke angeht, dürfte für den Coach die größte Baustelle im defensiven Mittelfeld liegen. Denn Joppe muss nicht nur den rotgesperrten Ehret ersetzen, sondern wohl auch auf seinen Stamm-Sechser Dominik Bilogrevic verzichten. Der hatte sich im Spiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach eine Adduktorenverletzung zugezogen und konnte seitdem nicht trainieren. „Sein Einsatz ist eher unwahrscheinlich“, fürchtet der BSC-Trainer.

Trotz aller Personalsorgen aber verspricht Joppe ein engagiertes Spiel seiner Mannschaft. „Wir werden elf Mann auf den Platz bekommen und alles geben.“ In der Tabelle bleibt der Abstand mit sechs Punkten auf Rang 16 nach wie vor überschaubar. Da die Partie der Ahlener bei Fortuna Köln ausfiel, geht der BSC als Tabellenvorletzter ins Spiel gegen die Knappenschmiede. Ein Platz, der am Ende der Saison aller Voraussicht nach zum Klassenerhalt ausreicht.