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Fußball-Nationalmannschaft: Corona verfolgt Löw bei der Kaderplanung - EM-Warteliste

Fußball-Nationalmannschaft : Corona verfolgt Löw bei der Kaderplanung - EM-Warteliste

Bei Löws Zusammenstellung des XXL-Kaders für die ersten Länderspiele 2021 mischt das Virus gehörig mit. Der scheidende Bundestrainer setzt den Umbruch nicht aus - er beruft sogar zwei Teenager.

Joachim Löw hat seine Zukunft geregelt, aber die Erschwernisse seiner Arbeit durch Corona kann er auch in der Endphase seiner Tätigkeit als Bundestrainer nicht abschütteln.

Schon bei der Zusammenstellung des ersten Länderspiel-Aufgebotes im EM-Jahr holen ihn die Auswirkungen der Pandemie gleich wieder ein. Im XXL-Kader für den Start in die WM-Qualifikation in der kommenden Woche, die zugleich finale Sichtungsmöglichkeit für den vorläufigen EM-Kader ist, wird Löw - Stand jetzt - auf fünf England-Legionäre um den formstarken Ilkay Gündogan verzichten müssen. „Die letzte Entscheidung trifft der Bundestrainer am Freitag“, sagte DFB-Sprecher Jens Grittner. Denn noch könnten sich die Dinge ändern.

Die Bundesregierung hatte zur Verhinderung der Einschleppung mutierter Formen des Coronavirus für England besondere Einreise- und Quarantäne-Regelungen bis zum 17. März beschlossen. Ändert sich daran noch etwas, könnte Löw doch noch mit Gündogan, Timo Werner, Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Bernd Leno planen.

In der Corona-Krise hat sich für den DFB und die Nationalelf nichts geändert. „Es ist eine Fahrt auf Sicht“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff zu allen aktuellen Planungen - auch für die EM im Sommer.

Die in Duisburg angesetzten Heimspiele gegen Island (25. März) und Nordmazedonien (31. März) will der DFB nicht ins Ausland verlegen, um möglichen Quarantänebestimmungen zu entgehen. Das entbehre „jeglicher Logik“, sagte Löw. Die Option, Gündogan und Co. nur zum zweiten Spiel gegen Rumänien nach Bukarest kommen zu lassen, macht auch wenig Sinn.

Corona beeinträchtigt den Jahresauftakt damit genauso wie schon den Neustart nach zehn Lockdown-Monaten im Herbst 2020 bis zum finalen 0:6-Desaster gegen Spanien. Löw hat mit seiner Rückzugsankündigung nach der EM-Endrunde im Sommer eine veränderte Ausgangslage für das Turnierjahr geschaffen. Es werden erste Fingerzeige erwartet, wie er gerade personell seinen Endspurt als Bundestrainer angehen will.

Einen totalen Kurswechsel plant er nicht. „Den Umbruch während der WM-Quali werde ich nicht unterbrechen“, kündigte Löw bereits an. Dazu passt, dass er die beiden Teenager Jamal Musiala (18) vom FC Bayern München und den sogar erst 17-jährigen Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) erstmals zum A-Team einladen will, wie er vorab verriet. „Ich denke, man kann jetzt schon sagen, dass wir mit beiden planen“, sagte Löw der Redaktion von RTL/ntv.

Klar ist auch: Die 2014-Weltmeister Thomas Müller (31), Mats Hummels (32) und Jérôme Boateng (32) bleiben im März auf der EM-Warteliste. Nachdem Löws jüngste Aussagen schon als Comeback-Zusage zumindest für Bayern-Angreifer Müller und Dortmund-Verteidiger Hummels gewertet worden waren, intervenierte Löw vehement: „Ich würde mir wünschen, dass man mir zuhört. Ich habe weder die Tür auf- noch zugemacht.“ Endgültige Entscheidungen hat er in den Mai terminiert.

Bei drei Partien innerhalb von sieben Tagen wird Löw nochmals viele Kandidaten einladen. „Wir wissen alle, dass der Spielplan hart ist“, sagte der nach seiner WM-Ausbootung 2018 diesmal für die EM gesetzte Bayern-Angreifer Leroy Sané zur besonderen Belastung. Wer kann sich empfehlen? Wer kegelt sich mit schlechten Leistungen raus? Von der Buchungsquote für die 23 EM-Tickets (20 Feldspieler, drei Torhüter) wird maßgeblich abhängen, wer im Mai womöglich neu hinzukommt.

Unbeantwortet dürfte die Frage bleiben, ob der Bundestrainer noch mit Marco Reus plant. Der 31 Jahre alte Kapitän von Borussia Dortmund hat sich am vergangenen Wochenende (mal wieder) verletzt. Reus' letztes von bislang 44 Länderspielen datiert inzwischen vom Oktober 2019.

Löw wird überwiegend die bekannten Akteure einladen, angeführt von Kapitän Manuel Neuer. Ein Rückkehrer könnte aber schon jetzt dabei sein. Dem Frankfurter Offensivspieler Amin Younes, einer aus dem Confed-Cup-Siegerteam des Sommers 2017, winkt nach dreieinhalb Jahren ein DFB-Comeback. Löw begutachtete den 27-Jährigen zuletzt mehrmals und sagte danach: „Ich bin ganz angetan von seiner Leistung.“

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