Iranerin Zahra Nemati Ehemann verbietet Paralympics-Siegerin die Ausreise

Teheran · Der Ehemann von Zahra Nemati, der ersten iranischen Paralympics-Siegerin, hat seiner Frau die Ausreise verboten. Ich werde nicht zulassen, dass sie das Land verlässt, auch nicht für Sportwettbewerbe", sagte Roham S. der Nachrichtenagentur ISNA.

 Zahra Nemati holte bei den Paralympics 2012 in London eine Gold- und eine Bronzemedaille im Bogenschießen.

Zahra Nemati holte bei den Paralympics 2012 in London eine Gold- und eine Bronzemedaille im Bogenschießen.

Foto: Daniel Karmann

Sie habe ihn verlassen und fordere die Scheidung. Er aber wolle sie zurück, sonst werde es bei dem Ausreiseverbot bleiben.

Nemati holte als erste Iranerin bei den Paralympics 2012 in London eine Gold- und eine Bronzemedaille im Bogenschießen. Letztes Jahr schrieb die 32-Jährige nochmals iranische Sportgeschichte. Bei der Olympia-Eröffnungsfeier 2016 in Rio führte sie als erste Frau im Rollstuhl ihr Heimatland als Fahnenträgerin ins Maracanã-Stadion.

Damals war sie noch als nationale Heldin gefeiert worden, nun holte sie der Alltag ein. Im Iran können Ehemänner die Ausreise ihrer Frauen auch ohne triftigen Grund verbieten. Ohne Einverständnis des Mannes ist eine Scheidung kaum machbar. Dafür müssen die Frauen meistens einen juristischen Marathon bestehen.

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