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Fußball-EM 2021: Public Viewing, Corona-Regeln und Stadionbesuche

Public Viewing, Stadionbesuche und Co. : Was darf ich als Fan bei der Fußball-EM?

Der Grill steht bereit, die Trikots sind rausgekramt: An diesem Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Doch wegen Corona gibt es für Public Viewings, Stadionbesuche und private Feiern bestimmte Regelungen. Wir geben einen Überblick.

Heute um 21 Uhr ist es so weit: Dann wird das erste Spiel der Fußball-EM angepfiffen - Türkei gegen Italien. Pünktlich zum Start der um ein Jahr verschobenen Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) sinken auch die Corona-Infektionszahlen immer weiter: In NRW können Fans in vielen Orten zum Beispiel wieder ihre Lieblingskneipe ohne Testnachweis von innen sehen. Trotzdem gibt es für Public Viewings, privates Rudelgucken und Besuche in Stadien bestimmte Corona-Regeln.

EM 2021: Public Viewing

Diese richten sich generell nach der jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenz in den Städten und dem Inzidenzwert im Land. In NRW lag die Inzidenz am Freitag bei 20,6 und damit den siebten Tag unter der Marke von 35 (Öffnungsstufe 1).

  • EM 2021: Public Viewing im Freien

Für das Rudelgucken unter freiem Himmel - vergleichbar mit einem Freiluftkino - gelte dann: Bis zu 1000 Personen können das Spiel auf der Leinwand ohne Test schauen, die Sitze müssen aber nach einem Schachbrettmuster für den Mindestabstand angeordnet sein. Mit negativem Test fällt der Abstand zwischen den Plätzen weg. Mehr als 1000 Gäste sind erlaubt, wenn diese negativ getestet sind und die Stühle im Schachbrettmuster stehen. In jedem Fall müsse der Veranstalter auch einen Sitzplan erstellen.

Bei Öffnungsstufe 2 und 3 (Inzidenz zwischen 35 und 50/ 50 und 100), sind bis zu 500 Menschen mit negativem Test erlaubt, sofern ein Sitzplan vorliegt und eine Platzordnung nach dem Schachbrettprinzip.

  • EM 2021: Public Viewing in Biergärten und Kneipen

Nach Angaben des NRW-Umweltministeriums sind Übertragungen in der Außengastronomie trotz Lärmschutz bis 24 Uhr grundsätzlich möglich. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser appellierte an die Menschen, sich an die geltenden Regeln zu halten.

In den Regionen der Öffnungsstufe 1 ist ab Freitag ein Besuch der Innengastronomie ohne vorherige Tests möglich, weil der NRW-Wert insgesamt stabil unter 35 liegt. Es bleibe bei den Vorgaben zu Abstandsregeln im Innenbereich und der Maskenpflicht außerhalb des zugewiesenen Sitz- oder Stehplätze sowie der Nachverfolgbarkeit durch Kontaktdaten. Bei Veranstaltungen mit höchsten 1000 Zuschauern drinnen oder draußen können Gastronomen entweder auf den Testnachweis oder auf die Einhaltung der Mindestabstände verzichten.

Die Bildschirme in Außenbereichen sollen laut Angaben der Stadt Köln etwa so ausgerichtet sein, „dass sie die Übertragungen zwar in die Außengastronomie hinein zeigen, aber Passant*innen und der Kraftfahrzeugverkehr nicht dazu verleiten, das Spiel zu verfolgen.“ Auf diesem Wege sollen Gastronomen vermeiden, dass sich Menschenansammlungen rund ums Restaurant oder den Biergarten bilden. In Bonn lag der Inzidenzwert am Freitag bei 44,6, also noch über der Marke von 35. Zunächst hatte die Stadt angekündigt, die Übertragung der Fußballspiele nur ohne Ton auf Straßen und Plätzen zu erlauben, war dann aber noch einmal umgeschwenkt: Den Angaben nach kann Public Viewing sowohl mit Bild als auch Ton bis maximal 24 Uhr stattfinden.

Bei Öffnungsstufe 2 ist Public Viewing generell draußen und drinnen möglich - mit negativem Test. Bis zu 500 Zuschauer dürften bei den Fußball-Spielen mitfiebern, sofern genügend Tische vorhanden sind und der Mindestabstand eingehalten wird.

Öffnungsstufe 3 sieht vor, dass nur in den Außenbereichen der Gastronomie die Leinwand ausgepackt werden kann. Auch hier benötigen Gäste einen negativen Coronatest, dazu gibt es eine Platzpflicht. „Eine Ausweitung der Tischkapazitäten der Gaststätten über die reguläre Kapazität hinaus ist mit den Corona-Regeln bis zur Grenze von insgesamt 500 Zuschauern vereinbar, wenn die Abstandsvorschriften eingehalten werden“, teilt das Land NRW auf seiner Internetseite mit.

  • EM 2021: Privates Rudelgucken

„Zusammenkünfte mit mehreren tausend Fußballbegeisterten zu organisieren, wäre zu leichtsinnig, denn noch stecken wir in einer Pandemie“, sagte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städtetages Nordrhein-Westfalen. „Für die anstehende Europameisterschaft gilt: lieber kleinere Fußballfeste als mehr Infektionen.“ In den eigenen vier Wänden lassen sich demnach je nach Inzidenzlage mit mehr oder weniger Freunden die EM-Partien genießen - bei schönem Wetter vielleicht auch im Garten oder auf dem Balkon an der frischen Luft.

 Bei Öffnungsstufe 1 sind draußen Feiern bis zu 250 Gäste ohne Test und drinnen bis zu 100 Gäste mit Test erlaubt. Geimpfte und Genesene sind davon grundsätzlich befreit. Eine Maske müsse draußen nicht getragen werden und auch nicht drinnen an Tischen, wenn ein Sitzplan vorliegt. Partys ohne Abstand sind nur in Kommunen der 1. Öffnungsstufe erlaubt: draußen mit bis zu 100 Gästen und drinnen mit bis zu 50 Gästen, sofern jeweils negative Tests vorliegen.

Private Treffen im öffentlichen Raum sind mit bis zu fünf Haushalten erlaubt - ohne Personenbeschränkung. Mit Test dürfen dann sogar bis zu 100 Menschen aus beliebig vielen Haushalten zusammenkommen.

Bei Öffnungsstufe 2 dürfen private Veranstaltungen in der jeweiligen Stadt draußen mit bis zu 100 getesteten Gästen und drinnen mit bis zu 50 stattfinden. Auch hier besteht unter freiem Himmel und drinnen an Tischen mit Sitzplan keine Maskenpflicht.

Beliebig viele Menschen aus drei Haushalten dürfen sich im öffentlichen Raum treffen. Mit negativen Tests sind Treffen bis zu zehn Freunden erlaubt. Geimpfte und Genesene können auch aus weiteren Haushalten hinzukommen. Sind alle geimpft oder genesen, gibt es keine Begrenzung der Personen- oder Haushalte-Zahl.

Bei Öffnungsstufe 3 sehen die Regeln deutlich strenger aus. Private Veranstaltungen sind nicht erlaubt. Bei den Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum sieht das Land vor: Treffen zwischen beliebig vielen Personen aus maximal zwei Haushalten.

  • EM 2021: Autokorsos

Sein Auto mit bunten Fahnen zu schmücken und hupend durch die Straßen zu fahren, ist grundsätzlich erlaubt. Die allgemeinen Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) gelten aber auch bei Fußball-Feiern, wie die Polizei in Paderborn anlässlich der EM noch einmal betonte. Fahrer und Insassen sollten ein paar Dinge beachten, wie zum Beispiel die Stoppschilder, Ampeln und andere Verkehrszeichen. Dazu erklärte die Polizei, dass alle Insassen im jeweiligen Wagen trotz Euphorie und Freude angeschnallt sein müssen. „Bereits bei sehr geringen Geschwindigkeiten drohen beim Herauslehnen aus dem Fenster oder Stehen im geöffneten Schiebedach im Falle eines Unfalls schwere Verletzungen“. Auch sollten es Fans sein lassen, jubelnd Fahnenstangen aus dem Auto zu schwenken - dadurch könnten Radfahrer oder Fußgänger gefährdet werden.

Die Sicht des Fahrers selbst dürfe zudem etwa durch wehende Fahnen nicht beeinträchtigt werden. Und: Natürlich sollte es den Angaben zufolge selbstverständlich sein, am Steuer auf Alkohol zu verzichten - und besonders bei gut angeheiterten Insassen aufzupassen. „Fällt beispielsweise ein betrunkener Mitfahrer aus dem Auto, kann der Fahrer unter Umständen für den Unfall und dessen Folgen haftbar gemacht werden“, hieß es in der Polizeimitteilung. Bei einer Blutalkoholkonzentration zwischen 0,5 und 1,09 Promille drohen dem Bußgeldkatalog zufolge zwei Punkte in Flensburg, 500 Euro Strafgeld sowie ein einmonatiges Fahrverbot. Und auch der Sicherheitsabstand sollte nicht nur beim Public Viewing, sondern gerade auch in der Kolonne mit Blick auf Auffahrunfälle eingehalten werden: Ein Abstandsverstoß kann mit 25 Euro zu Buche schlagen.

  • EM 2021: Stadionbesuche

Zu den elf verschiedenen Austragungsorten der EM, darunter Rom und London, gehört auch eine deutsche Stadt: In München bestreitet das deutsche Team seine drei Vorrundenspiele in Gruppe F (erstes Spiel am Dienstag um 21 Uhr gegen Frankreich) und bekommt dabei Unterstützung von Fans vor Ort - unter strengen Auflagen.

14.000 Zuschauer sind im Münchener Stadion maximal erlaubt. Insgesamt werden so rund 20 Prozent der Plätze in der Allianz Arena besetzt. Zum einen erlaube es die pandemische Lage mit einer niedrigen Inzidenz und einer hohen Zahl an Geimpften, zum anderen gebe es ein „extrem hohes Sicherheitskonzept“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“. Dazu gehört unter anderem, dass sich alle Besucher über sechs Jahren am jeweiligen Spieltag in Deutschland testen lassen müssen, um in die Arena zu kommen. Genesene und Geimpfte bekommen laut Angaben der UEFA ein entsprechendes Armband, das sie am Eingang vorzeigen müssen. Der Einlass werde über 30-minütige Zeitslots geregelt, die Fans im Vorfeld zugeteilt werden. Im Stadion gelte dann Maskenpflicht.

(mit Material von dpa)