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1. FC Köln: 0:0 gegen Berlin bedeutet Hoffnung

Nach dem 0:0 in Berlin : Ein Pünktchen Hoffnung für den FC

Der 1. FC Köln wahrt mit dem 0:0 gegen Hertha BSC die Chance auf den Klassenerhalt. Trotz schwacher Leistung verbessert er seine Ausgangsposition im Kampf gegen den Abstieg.

Der Hauch eines Schmunzelns huschte Timo Horn über das Gesicht, als der TV-Reporter den FC-Keeper fragte, ob in der kommenden Woche auch FC-Fans zur Borussia aus Gladbach halten dürften.  „Wir müssen auf Schützenhilfe hoffen – in dem Fall von Gladbach –, unser Spiel aber auch selbst gewinnen“, umschiffte Horn die prekäre Frage nach dem kommenden Gegner des direkten Konkurrenten aus Bremen  – plötzlich wieder ernst. 

Selten war nach einem Unentschieden die Diskrepanz zwischen einem gewonnenen und zwei verlorenen Punkten so groß wie nach dem 0:0 der Kölner gegen Hertha BSC an diesem 33. Spieltag. Durch das Remis und Dank der tatkräftigen Unterstützung der Konkurrenz darf Köln weiter auf den Klassenerhalt hoffen. Allerdings verpassten die Geißböcke gleichzeitig die Chance, die Abstiegsränge vor dem Saisonfinale gegen Schalke zu verlassen. Dann hätte der FC das positive Saisonende wieder in den eigenen Händen gehabt. „Natürlich habe ich mir heute mehr gewünscht“, sagte FC-Sportdirektor Horst Heldt.

So belegt Köln weiterhin den 17. Tabellenplatz mit einem Zähler Rückstand auf Bremen und zwei auf Bielefeld. Gegen den FC Schalke 04 am kommenden Samstag würde ein Remis aufgrund der schlechten Tordifferenz für Köln wohl den siebten Abstieg der Vereinsgeschichte bedeuten. „Wenn wir in der Liga bleiben wollen, müssen wir gewinnen“, stellte Heldt fest. Und vermutlich auch eine bessere Leistung abrufen als gegen die Hertha.

FC spielt zwischen Risiko und Absicherung

Im Berliner Olympiastadion war der FC zwar von Beginn an bemüht und auch deutlich aktiver, ohne allerdings für wirkliche Torgefahr zu sorgen. Für den verletzten Jonas Hector rückte Elvis Rexhbecaj auf. Zudem rotierten Ismail Jakobs, Benno Schmitz und Dominick Drexler in die Startelf. Die Veränderungen sorgten aber nicht für mehr Spielfluss im Vergleich zur Freiburg-Partie. Im Gegenteil, gerade das Fehlen von Hector machte sich bemerkbar. Der FC agierte ideenlos, ohne Tempo, ohne Risiko. „Da war es schwer, die Lücke und die Waage zwischen Risiko und Absicherung zu finden“, gab Horn zu. Berlin machte dagegen die Räume eng, investierte aber nur das Nötigste. Kein Wunder, ein Punkt genügte Berlin zum Klassenerhalt. „In der Kabine hab ich gesagt, ein 0:0 reicht“, gab Pal Dardai später im Sportestudio zu.

Elvis Rexhbecaj kam durch Zufall zum Abschluss, Florian Kainz per Kopf – beide Aktionen waren zu ungefährlich, um Hertha-Keeper Alexander Schwolow vor Probleme zu stellen. Auf der anderen Seite rettete Horn gegen Nemanja Radonjic und wenige Minuten später gegen Jessic Ngankam. 

FC-Keeper Timo Horn zeigt sich selbstkritisch

Auch im zweiten Abschnitt das gleiche Bild: Köln hatte zwar mehr Ballbesitz, es fehlte aber weiterhin an kreativen Ideen, Geschwindigkeit und Risiko. Für die größte Gefahr sorgte noch Ellyes Skhiri, der nach einem Eckball auf einmal frei von dem Tor stand, seine Beine aber nicht mehr rechtzeitig sortiert bekam.

Tatsächlich erhöhte Köln in der Schlussphase noch einmal den Druck. Ismail Jakobs scheiterte aber an Schwolow, Marius Wolf schoss über das Tor. Wenige Minuten vor dem Spielende forderte die Kölner Bank einen Strafstoß, als Skhiri im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Deniz Aytekin ließ nach Videokontrolle zu recht weiterspielen.  So blieb es beim torlosen Remis und der Kölner Chance auf den Klassernerhalt. „Wir stehen in der Verantwortung, für den Verein bis zuletzt alles zu geben und die drei Punkte gegen Schalke zu holen“, sagte Horn und merkt selbstkritisch an: „Wenn man nach dem vorletzten Spieltag auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, ist  in der Saison nicht alles richtig gelaufen.“

Dennoch kann der FC die Klasse halten. Wenn Köln gegen Schalke seine Hausaufgaben macht und Bremen ausgerechnet gegen Gladbach patzt. FC-Trainer Funkel sieht die Situation ein wenig gelassener als Timo Horn. „Ich glaube, es ist den FC-Fans nächste Woche erlaubt, dass sie Borussia Mönchengladbach die Daumen drücken. Ich wünsche Marco Rose zum Abschied einen Sieg in Bremen“, sagte Funkel. „Das ist nicht ganz selbstlos, das gebe ich gerne zu.“