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1. FC Köln: 0:1-Niederlage gegen Holstein Kiel - Relegation

Relegations-Hinspiel : Der FC unterliegt Kiel 0:1 und muss zittern

Der 1. FC Köln muss mehr denn je um den Klassenerhalt in der Bundesliga bangen. Die Geißböcke unterlagen Holstein Kiel im Hinspiel der Relegation trotz klarer Überlegenheit 0:1.

Der 1. FC Köln und ein gefährliches Offensivspiel kommen in dieser Saison einfach nicht zusammen. Mehr denn je muss der FC um den Verbleib in der Bundesliga zittern. Trotz klarer Überlegenheit unterlagen die Geißböcke im Hinspiel der Relegation am Mittwochabend Holstein Kiel 0:1. Auch, weil der FC sich wieder einmal zu wenige zwingende Chancen erarbeitete und wenn doch, zu fahrlässig damit umging. Ganz anders Holstein Kiel: der kurz zuvor eingewechselte Simon Lorenz (61.) erzielte den einzigen Treffer des Spiels und verschafft Holstein damit eine perfekte Ausgangsposition für das Rückspiel am Samstag (18 Uhr, Dazn). „Ich habe gerade 90 Minuten gespielt und bin enttäuscht“, sagte Jonas Hector. „Wir haben am Samstag die Möglichkeit, es besser zu machen und das Ding zu drehen.“

Dabei hatte FC-Trainer Friedhelm Funkel tief in die Trickkiste gegriffen und wie schon beim 2:1-Erfolg über Leipzig Hector und Ondrej Duda in die Offensive beordert. Sebastian Andersson war nicht rechtzeitig komplett fit geworden. Neben Ellyes Skhiri begann Salih Özcan, der im Vorjahr noch für die Störche spielte. Auch Ismail Jakobs routierte in die Startelf.

Und Hector gehörte auch die erste Chance. Bereits in der ersten Minute suchte der Kölner Kaptän den Abschluss, sein Versuch wurde aber abgeblockt. Auch in der Folgezeit sorgte Hector für viel Betrieb vor dem Tor des Kieler Keepers Ioannis Gelios. Er arbeitete, stocherte, lamentierte und rieb sich auf, einzig: zwingende Torchancen blieben Mangelware – auf beiden Seiten. So war es ein abgefälschter Ball, der nach einer knappen halben Stunde für Gefahr sorgte. Natürlich kam der Schuss von Hector. Kiel tat nicht mehr als nötig. Erst wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff musste dann auch erstmals Kölns Torhüter Timo Horn eingreifen, als Janni-Luca Serra nach einem Konter zum Kopfball kam. Die beste Chance vergab jedoch Ondrej Duda unmittelbar vor dem Seitenwechsel, als er einen Schuss aus 16 Metern neben das Tor setzte. Unmittelbar zuvor war der Slowake böse von den Beinen geholt worden. Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte Aleksandar Ignjovski die Gelbe Karte, Rot wäre wohl die richtige Entscheidung gewesen.

Kieler Gegentreffer fällt aus dem Nichts

Auch nach dem Wechsel tat der FC mehr für das Spiel. Unter anderem vergab der in der Halbzeit eingewechselte Dominick Drexler, Hector und Skhiri verpassten den Ball knapp. Das Tor aber fiel auf der anderen Seite und es fiel aus dem Nichts. Nach einem Eckball verlängerte Jae Sung Lee, Simon Lorenz kam frei zum Kopfball und nickte ein. Lorenz hatte noch keine 20 Sekunden auf dem Platz gestanden. „Wir haben einmal bei einer Standardsituation nicht aufgepasst. Genau vor dieser Variante hatten wir gewarnt. Bis dahin hatte Holstein Kiel keine einzige Möglichkeit“, sagte Funkel. „Wir haben aus unserem Ballbesitz nicht genügend Möglichkeiten herausgespielt.“

Die Gastgeber erhöhten den Druck. Funkel brachte mit Sebastian Andersson und Jan Thielmann gleich zwei weitere Offensivkräfte. Erneut war es aber Hector, der den Ball aufs Kieler Tor brachte, doch Gelios parierte weltklasse. Der Kölner Kapitän hatte ohnehin knapp im Abseits gestanden. Sebastian Andersson vergab aus ähnlicher Position wenige Minuten vor Spielende. Köln warf alles nach vorne, doch das Offensivspiel war weiterhin nicht präzise genug. Die Gäste aus Kiel spielten dagegen clever die Zeit herunter und erarbeiteten sich so die perfekte Ausgangsposition für das Rückspiel. 

Am kommenden Samstag muss der FC somit unbedingt in Kiel gewinnen, um die Klasse doch noch zu halten. „Wir haben jetzt erst Halbzeit, es ist noch nichts entschieden“, sagte Funkel. Außenspieler Marius Wolf wurde ein wenig deutlicher: „Wir haben einmal nicht aufgepasst und die Tore nicht gemacht. Scheißegal, ob unverdient oder nicht, hier geht es um alles. Samstag müssen wir das Ding holen in Kiel.“

Um das Ding in Kiel zu holen, bedarf es aber mehr als einen aufopferungsvoll kämpfenden Jonas Hector. „Nichts ist unmöglich. Wir haben definitiv mehr Qualität als Kiel, müssen weiter kämpfen und laufen“, so Mittelfeldspieler Ondrej Duda. In erster Linie müssen die Geißböcke aber in Kiel das Tor treffen. Und das mehr als nur einmal.