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1. FC Köln: Anthony Modeste klagt gegen Energydrink-Firma aus Sankt Augustin​

Rechtsstreit am Landgericht Bonn : Modeste klagt gegen Energydrink-Firma aus Sankt Augustin

Am Tag vor dem Endspiel um den Startplatz in der Europa League hat sich Anthony Modeste vor dem Landgericht Bonn eingefunden. Der Stürmer des 1. FC Köln hat gegen einen Getränke-Hersteller aus Sankt Augustin geklagt. Es geht um 350.000 Euro.

Nur einen Tag vor dem wichtigen Bundesliga-Finale des 1. FC Köln beim VfB Stuttgart musste Stürmerstar Anthony Modeste einem Zivilrichter im Bonner Landgericht die Vorgeschichte seines Vertriebsvertrags mit einem Hersteller von Energy-Drinks aus Sankt Augustin erläutern. Der Fußballspieler hatte das Unternehmen auf Rückzahlung von 350.000 Euro verklagt. Der Kontakt – so sagte es Modeste dem Richter – sei über einen Nachbarn zustande gekommen: Im Spätherbst 2017 habe der ihn mit den Vertretern eines Herstellers von Energy-Drinks zusammengebracht und schnell sei die Idee entstanden, dass er als Franzose den Vertrieb des Getränks mit dem Namen „Heavy1“ in Frankreich übernehmen könne.

Dazu solle Modeste nur eine Lizenzgebühr in Höhe von 250.000 Euros zahlen und Dosen für weitere 100.000 Euro kaufen. Die habe er aber nie gesehen und da er auch nach einem Jahr keinen Cent aus seinem Investments zurückerhalten habe, sprach er seine Geschäftspartner schließlich darauf an, die Vereinbarung zu beenden. Bei der Vertragsunterzeichnung am 9. Dezember 2017 sei ihm in großer Runde schließlich zugesagt worden, dass er sich um nichts kümmern müsse und jederzeit wieder aus der Vereinbarung aussteigen könne.

Keine Einigung in Sicht

Er sei allerdings immer wieder vertröstet worden – erst anlässlich seines Wechsels nach China sei der Beklagte wieder an ihn herangetreten und habe getönt, dass er ihn auch dort groß machen wolle. Dieses Mal für 500 000 Euro. Da sei Modeste der Kragen geplatzt und der Kölner Stürmer habe beschlossen vor Gericht zu ziehen.

Der von Modeste unterzeichnete Alleinvertriebsvertrag spricht allerdings eine andere Sprache: Dem Papier nach müsste der Stürmer als „Distributor“ den Ein- und Verkauf der Getränkedosen auf eigene Rechnung abwickeln. Warum der Fußballstar sogar im Beisein seines Steuerberaters einen so unvorteilhaften Vertrag unterschrieben haben könnte und, ob er das Papier tatsächlich nicht gelesen hat, blieb auch in der Verhandlung vage. „Ich bin Fußballer und kein Geschäftsmann“, so Modeste. Sein Mandant sei schlicht betrogen worden und erwäge auch strafrechtliche Schritte, fügte sein Anwalt hinzu.

Eine Einigung blieb auch nach über einer Stunde Verhandlung und vielen moderierenden Worten des Richters außer Sicht. Klageabweisung oder Beweisbeschluss sind nun die beiden Optionen, die das Gericht in Betracht zieht. Bis zum 3. Juni soll diese Entscheidung fallen.