1. Sport
  2. 1. FC Köln

1. FC Köln: Ausfall von Ellyes Skhiri schmerzt den FC gegen Hoffenheim

Mittelfeldspieler fehlt verletzt : Ausfall von Ellyes Skhiri schmerzt den 1. FC Köln in Hoffenheim

Bei der 0:5-Pleite in Hoffenheim wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig Ellyes Skhiri für das Spiel des 1. FC Köln ist. Der Tunesier fehlte verletzt und wurde von Salih Özcan vertreten, der wie seine Teamkollegen nicht überzeugen konnte.

Der Wert eines Spielers für ein Team ist an verschiedenen Statistiken abzulesen. Neben Toren und Vorlagen zählen auch hohe Erfolgsquoten in Zweikämpfen oder die Laufleistung dazu. Manchmal aber zeigt sich die Bedeutung eines Akteurs für eine Mannschaft auch in Spielen, in denen dieser gar nicht auf dem Platz steht. Im Falle des 1. FC Köln und Ellyes Skhiri war genau das am vergangenen Freitag bei der 0:5-Klatsche in Hoffenheim sichtbar.

Der Tunesier fehlte bekanntlich wegen einer Knieverletzung, die er sich im Länderspiel gegen Mauretanien zugezogen hatte. Wie lange der 26-Jährige ausfallen wird, ist noch unklar, der FC sprach unter der Woche von „bis auf Weiteres“. Sicher ist dagegen, dass die Kölner Verantwortlichen um Trainer Steffen Baumgart darauf hoffen, dass Skhiris Zwangspause möglichst kurz sein wird. In Hoffenheim nahm dessen Platz in der Startelf Salih Özcan ein – und ging mit seinen Teamkollegen unter.

Es war auch aus persönlicher Sicht ein unglücklicher Abend, den das Kölner Eigengewächs erlebte. Vor dem Treffer zum 0:2 verlor Özcan auf der rechten Abwehrseite einen wichtigen Zweikampf gegen Christoph Baumgartner, vor dem 0:4 leistete er sich beim Spielaufbau einen Ballverlust, als TSG-Spieler Georginio Rutter die Kugel per Tackling eroberte. Kurzum: Dem U21-Europameister gelang es in Abwesenheit von Skhiri und dem erkrankten Dejan Ljubicic nicht, Werbung in eigener Sache zu betreiben.

FC-Trainer Baumgart nimmt Özcan in Schutz

Baumgart nahm Özcan nach der Partie in Schutz und wollte die bitteren Ausfälle von zentralen Spielern – neben Skhiri und Ljubicic fehlte auch der ebenfalls erkrankte Jonas Hector – nicht als Ausrede für die Niederlage gelten lassen. „Damit fangen wir gar nicht erst an“, sagte der FC-Coach und ergänzte: „Es geht nicht um Ausfälle. Wenn ich zum Beispiel gesehen habe, wie Salih auf dem Platz gearbeitet hat. Er hat ein gutes Spiel gemacht.“

Dass sich Trainer vor ihre Spieler stellen, ist nichts Außergewöhnliches, in diesem Fall war Baumgarts Aussage aber doch etwas überraschend. Özcan war mit rund elf Kilometern am Freitag zwar hinter Mark Uth zweitlaufstärkster Kölner Spieler und diesbezüglich auf Platz vier im Gesamtergebnis beider Teams. Doch in der Zentrale vor der Abwehr, sozusagen dem Maschinenraum, wirkte der 23-Jährige in einigen Situationen etwas desorientiert und fügte sich damit nahtlos in das Gesamtbild der Geißböcke ein.

Während sich Skhiri – diesmal unfreiwillig – einmal mehr als unverzichtbarer Teil des Kölner Teams erwies, erlebt Özcan eine bislang für ihn unbefriedigende Spielzeit. Nur zweimal stand er in den bisherigen acht Bundesliga-Saisonspielen in der Startformation (neben dem Spiel in Hoffenheim noch beim 1:1 in Freiburg), kam ansonsten meist nicht über Kurzeinsätze hinaus. Bei der 2:3-Niederlage in München und dem 1:1 in Frankfurt blieb Özcan sogar die kompletten 90 Minuten auf der Ersatzbank.

Özcan hat Vertrag beim FC auch wegen Baumgart verlängert

Diese magere Zwischenbilanz hätte im Sommer wohl kaum jemand prognostiziert. Da hatte insbesondere das Trainingslager in Donaueschingen den Eindruck vermittelt, dass Özcan in den Planungen von Baumgart eine ganz zentrale Rolle einnehmen werde. Zudem hatte der Mittelfeldspieler seinen auslaufenden Vertrag beim FC auch wegen der Überzeugungsarbeit des Trainers verlängert. „Er macht einen guten Job“, sagte Baumgart in der vergangenen Woche, schränkte aber ein: „Dass ich nicht zu 100 Prozent zufrieden bin, weiß er und darüber reden wir.“

Wie zufrieden Baumgart mit Skhiri ist, erläuterte er in diesem Zusammenhang nicht direkt, ließ seine Wertschätzung für den Tunesier aber doch durchklingen. „Wir reden von Ellyes Skhiri, der ein außergewöhnlicher Fußballer ist“, sagte Baumgart. Und am Freitagabend wurde dieser außergewöhnliche Fußballer beim 1. FC Köln sehr vermisst.