1. Sport
  2. 1. FC Köln

1. FC Köln: Baumgart enttäuscht - Verantwortliche reagieren auf Pfiffe der Fans

Trainer Baumgart enttäuscht : Verantwortliche des 1. FC Köln reagieren auf Pfiffe der Fans

Während des zwischenzeitlichen 1:2-Rückstands gegen Union Berlin waren von einigen Fans des 1. FC Köln Pfiffe zu hören. Trainer Steffen Baumgart und Sportchef Jörg Jakobs reagierten darauf mit Unverständnis.

In die Freude über den durch ein spätes Tor von Anthony Modeste erzielten Punktgewinn gegen Union Berlin mischte sich bei den Verantwortlichen des 1. FC Köln am Sonntagabend auch etwas Enttäuschung. Der Grund: die Pfiffe einiger Fans, mit denen die Kölner Mannschaft beim Stand von 1:2 in die Halbzeitpause verabschiedet wurde. „Aus meiner Sicht sollte im Stadion in Köln bis auf den Schiedsrichter nur einer pfeifen, und das ist unser Trainer. Zumindest, wenn die Mannschaft wie heute alles gibt und reinwirft“, äußerte sich Interims-Sportchef Jörg Jakobs kritisch über den eigenen Anhang.

Auch Steffen Baumgart ließ nach dem Spiel seinen Frust raus: „Ich habe kein Spiel gesehen, dass es verdient hat, dass jemand pfeift. Wir haben gegen einen guten Gegner gespielt." Er sei enttäuscht über die Pfiffe gewesen, betonte der FC-Coach. "Zwei oder drei Jahre hat man hier in Köln anderen Fußball gesehen. Jetzt macht es wieder Spaß, hier im Stadion Spiele zu sehen. Diesen Weg wollen wir hier gemeinsam mit den Fans weitergehen.“

Im Fokus der Fan-Kritik stand neben Abwehrchef Rafael Czichos Torhüter Timo Horn. Beim FC-Training am Montag verwies auch der ehemalige Keeper Thomas Kessler auf die Prinzipien des Kölner Spiels. „Der Weg ist auch, dass Timo hinten raus spielen soll, dass wir Fußball spielen wollen, dass Rafa auch mal in einer Situation angespielt wird, die vermeintlich ein bisschen enger ist. Und wenn du dann auf dem Niveau Fehler machst, dann ist Union Berlin in der Lage, das zu einem Tor auszunutzen“, meinte der jetzige Leiter der FC-Lizenzspielerabteilung.

Thomas Kessler: "Können uns immer auf die Unterstützung unserer Fans verlassen"

Einen Tag nach dem Remis versuchte der 35-Jährige, die Situation rund um die Fans zu besänftigen: „Wir müssen die Sache jetzt auch nicht höher hängen, als sie ist. Wir sind froh, dass wir wieder vor 50 000 Zuschauern spielen können. Es ist klar, dass auch die Erwartungshaltung eine andere wird, wenn man gute Leistungen zeigt, aber wir können uns immer auf die Unterstützung unserer Fans verlassen“, sagte Kessler.

Er betonte dabei auch die Kompaktheit der Abwehr Union Berlins und die Notwendigkeit, öfter nach hinten zu spielen. „Wenn es dann vereinzelt Leute gibt, die damit nicht zufrieden sind und ihren Unmut kundtun, dann merkt man das in dem Stadion auch, wenn sowieso gerade mehr Stille ist“, erklärte Kessler und deutete damit auf den fehlenden organisierten Support seitens der Ultras hin.

Die Stille war spätestens nach dem 2:2-Ausgleich von Torjäger Modeste wie weggeblasen. Angepeitscht von den Fans gelang dem FC beinahe noch der Sieg, als Florian Kainz und Modeste die Chance auf den Siegtreffer erhielten. Und so hallte der Mannschaft nach Abpfiff doch noch Applaus von der Südkurve entgegen.