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Klassenerhalt aus eigener Kraft: 1. FC Köln bleibt nach 1:1 gegen Eintracht Frankfurt erstklassig

Klassenerhalt aus eigener Kraft : 1. FC Köln bleibt nach 1:1 gegen Eintracht Frankfurt erstklassig

Der 1. FC Köln hat sich am vorletzten Spieltag aus dem Wartezimmer der Bundesliga für den Klassenerhalt verabschiedet und konnte sich aus eigener Kraft für ein weiteres Jahr Erstklassigkeit qualifizieren.

Die Geißböcke blieben zwar auch in ihrem insgesamt neunten Corona-Geisterspiel sieglos, das 1:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt sicherte dem Aufsteiger-Team von Trainer Markus Gisdol aber den rechnerisch noch nötigen Punkt, um den rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz entscheidend zu distanzieren. „Wir sind zufrieden und froh, dass wir den Punkt geholt haben. Der Klassenerhalt war immer unser Ziel, im Dezember standen wir ganz unten“, erklärte Florian Kainz, der per Strafstoß das FC-Tor des Nachmittags erzielt hatte.

Markus Gisdol entschied sich im letzten Heimspiel der Corona-Saison 2019/20 für eine Dreierkette mit Toni Leistner, Sebastiaan Bornauw und Rafael Czichos. Jonas Hector musste am Samstagvormittag passen und stand nicht im Kader. Der FC-Kapitän hatte sich am Freitag im Abschlusstraining eine schmerzhafte Steißbeinprellung zugezogen. Insgesamt veränderte Gisdol sein Team im Vergleich zur 1:3-Derbyniederlage am Mittwoch in Leverkusen auf vier Positionen.

Den Kölnern fehlte noch der eine Punkt zum Klassenerhalt, während die Eintracht ihre kleine Chance auf das Erreichen der Europa League mit einem Sieg wahren wollte. Es war zu sehen, dass es also für beide Teams um etwas ging. Es entwickelte sich eine temporeiche und umkämpfte Partie, der es allerdings an Torraumszenen mangelte.

Die spielerisch stärkeren Frankfurter bissen sich immer wieder an der FC-Dreierkette die Zähne aus. Und der FC agierte im Spiel nach vorne zu hektisch, um Torjäger Jhon Cordoba mal aus dem Spiel heraus und nicht nur durch lange Bälle in Szene zu setzen.

Der Kolumbianer hatte gegen die österreichische Defensivwand der Eintracht mit Stefan Ilsanker und Martin Hinteregger einen schweren Stand. So passierte bis auf einen verunglückten Linksschuss von Bast Dost, (5.) Parade von Timo Horn gegen Djibril Sow (31.) und viele Zweikämpfe nichts erwähnenswertes.

Der FC lag zur Pause dann aber in Führung, weil Mark Uth sich und sein Spiel wieder entdeckte. Nach einem Formverlust nach der Corona-Zwangspause und einer Pause in Leverkusen, zeigte der Leihspieler aus Schalke eine ganz starke Leistung. Ball- und passsicher, zweikampf- und laufstark hatte jede Aktion des 29-Jährigen Hand und Fuß.

Sein zu mittig angesetzter Fallrückzieher war die erste gute FC-Chance des Spiels (40.). Als Uth dann am Frankfurter Strafraum sein erster Fehlpass unterlief, setzte er energisch nach und war zur Stelle, als Sebastian Rode beim Zurücklaufen in den 16ner der Ball vom Fuß sprang. Weil Uth eher am Ball war, traf Rode nur das Bein des Kölners.

Der dritte von vier FC-Strafstößen, die Uth nach der Corona-Pause herausholte. Den Elfmeter verwandelte Florian Kainz mit Hilfe des linken Innenpfostens zum 1:0 (45.). Der Österreicher löste etwas überraschend Uth als Elfmeterschützen ab, nachdem der gebürtige Kölner zuletzt zweimal gegen Düsseldorf und Hoffenheim vom Punkt gescheitert war.

Die Führung gab den Gastgebern Rückenwind, während die Frankfurter in der Pause erfahren mussten, dass ihre Europa-League-Konkurrenten Wolfsburg und Hoffenheim vorne lagen. Eine Konstellation, in der den Hessen selbst ein Sieg in Köln nicht reichen würde, um ihr Ziel noch zu erreichen. Der FC verdiente sich nun das etwas schmeichelhafte 1:0 und hätte durch den insgesamt etwas müde wirkenden Jhon Cordoba sogar erhöhen können (61.).

Nach Vorarbeit von Mark Uth versäumte es der Kolumbianer aber mit dem ersten Kontakt abzuschließen, so dass Evan Ndicka ihn blocken konnte. Es roch nach dem ersten Kölner Sieg nach acht sieglosen Partien, auch weil Schiedsrichter Christian Dingert einem Hinteregger-Tor wegen eines vorausgegangenen Handspiels von Ilsanker die Anerkennung verweigern musste (64.). Als sich der eingewechselte Danny da Costa und Sow dann aber auf der rechten Seite locker gegen Ismail Jakobs und Elvis Rexhbecaj durchkombinierten und Toni Leistner Bast Dost zu viel Raum ließ, stand es 1:1 (72.). Die Hessen drängten danach sogar auf den Sieg.

Es blieb aber beim insgesamt gerechten Remis, weil Corona-Torjäger Andre da Silva vorbeizielte (74.) und von Czichos im letzten Moment geblockt wurde (75.). Als der Schlusspfiff ertönt war, schauten sich die Kölner einen Moment lang im weiten Rund des Rheinenergiestadions, ehe sie verstanden, dass tatsächlich keine Fans da waren, mit denen sie den Klassenerhalt feiern konnten.

So applaudierten sich die Aufsteiger kurz selbst, um dann schnell in den Katakomben zu verschwinden. „Vielleicht feiern wir ein bisschen. Ich weiß aber nicht wie, und was wir überhaupt dürfen.“ Dem Schlusswort von Florian Kainz war nichts mehr hinzuzufügen, denn der Österreicher hatte die bizarre Welt des Fußballs in der Corona-Zeit noch einmal passend zusammengefasst.

1. FC Köln: Horn; Leistner, Bornauw, Czichos; Ehzibue (86. Schmitz), Jakobs; Skhiri, Rexhbecaj (79. Höger), Kainz (79. Thielmann), Uth (86. Drexler), Cordoba (68. Modeste). – Frankfurt: Rönnow; Ndicka, Ilsanker, Hinteregger; Chandler(63. Da Costa), Torro, Rode (63. Kohr), Kostic; Sow (80. De Guzman); Silva, Dost. – SR.: Dingert (Gries). – Tore: 1:0 Kainz (45./Foulelfmeter), 1:1 Dost (72.). – Gelbe Karten: Kainz; Rode.