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1. FC Köln: Darum ging das Spiel in Bielefeld verloren

0:1 bei Arminia Bielefeld : Darum hat der 1. FC Köln auch das zweite Saisonspiel verloren

Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel steht der 1. FC Köln bereits mit dem Rücken zur Wand. Auch, weil Gegner und Kontrahent Bielefeld nun schon vier Zähler mehr auf dem Konto hat.

Man kann FC-Trainer Markus Gisdol sicher keine Betriebsblindheit vorwerfen. Der Kölner Coach hatte natürlich die größte Schwachstelle seines Teams bei der Heimniederlage gegen Hoffenheim am ersten Spieltag ausgemacht. Schon in der Pause wechselte Gisdol Routinier Marco Höger aus, der auf dem rechten Defensivposten vollkommen überfordert war. Gegen Bielefeld (wie auch im zweiten Durchgang gegen Hoffenheim) vertraute der Übungsleiter dementsprechend Kingsley Ehizibue. Der 25-Jährige machte seine Sache in der Defensive gut, gewann starke 16 Zweikämpfe. Viel gelang Bielefeld nicht über die Außen.

Allerdings auch, weil beide Mannschaften das Spiel zu selten in die Breite zogen. Die beiden Kölner Außenspieler Jan Thielmann und Elvis Rexhbecaj wurden im ersten Abschnitt so gut wie gar nicht beachtet. Wenn etwas über die Außen ging, dann über die Defensivspieler Jannes Horn oder eben jenen Ehizibue. Das Duell spielte sich aber eher im zentralen Mittelfeld ab. Dort blieb Jonas Hector blaß und Ellyes Skhiri fiel meist nur durch unerklärliche Fehlpässe auf. Darüber konnte auch der Top-Wert in Sachen Laufdistanz nicht hinweg täuschen. Der FC kam am Ende des Spiels auf insgesamt 90 Fehlpässe, die Arminia im Vergleich nur auf 67.

Der FC ist kompakt in der Defensive, schwach in der Offensive

Immerhin hielten Skhiri und Hector, im zweiten Durchgang dann auch Rexhbecaj, das Mittelfeld so kompakt, dass die Arminia ebenfalls kein Mittel fand. In der Offensive gelang dem Kölner Mittelfeld viel zu wenig. Vor allem das Passspiel in das letzte Spieldrittel wollte nicht gelingen. Skhiri leistete sich neun Fehlpässe, der noch gegen Hoffenheim überzeugende Ondrej Duda sieben und Rexhbecaj sogar 13. Neuzugang Duda verlor zudem viele Zweikämpfe. Da auch die Flanken von Horn und Ehizibue weitestgehend im Nirgendwo landeten, fand der FC in der Offensive so gut wie gar nicht statt. Bezeichnend, dass mit Rafael Czichos ein Innenverteidiger die einzige große Torchance der Geißböcke besaß und gleichzeitig bester Spieler der Kölner war.

Hoffnungsträger Sebastian Andersson rackerte viel, hing aber zu oft in der Luft, war nicht an das Kölner Spiel angebunden. Dennoch kam der Schwede auf gute vier Torschüsse. Dominick Drexler wurde zur Halbzeit eingewechselt und belebte das Kölner Spiel etwas, wichtige Impulse konnte der gebürtige Bonner aber auch nicht setzen.

Folgenschwerer Fehler von Timo Horn

Ausgerechnet Timo Horn unterlief schließlich der folgenschwere Fehler, der zum Gegentor führte und an diesem Spieltag den Unterschied ausmachte. In der Schlussphase brachte Gisdol die beiden Neuzugänge Dimitrios Limnios und Tolu Arokodare, denen jedoch offensichtlich noch die Anbindung ans Team fehlt. Die Einwechslung des etatmäßigen Verteidigers Frederik Sörensen als Stoßstürmer wirkte wie eine Verzweiflungstat. Der FC machte in der Schlussphase nicht den Eindruck, als hätte er der Niederlage etwas entgegenzustemmen.