Gegner-Analyse Darum muss der FC im Derby gegen Gladbach aufpassen

Analyse | Köln · Borussia Mönchengladbach kam am vergangenen Wochenende in Bremen unter die Räder. Jetzt kommt auf die Borussia das rheinische Derby mit dem 1. FC Köln zu, in dem es zuletzt drei Niederlagen hagelte. Ein gutes Omen für den 1. FC Köln?

 Könnte im Derby gegen Gladbach wieder zum Zug kommen: der gebürtige Kölner Mark Uth.

Könnte im Derby gegen Gladbach wieder zum Zug kommen: der gebürtige Kölner Mark Uth.

Foto: dpa/Marius Becker

Von einer Krise kann man bei Borussia Mönchengladbach nun wirklich noch nicht sprechen. Höchstens von einer Delle mit kleinem fadem Beigeschmack. Nur fünf Punkte aus den letzten fünf Spielen lautet die Bilanz in der Bundesliga für die Fohlen. Eigentlich zu wenig für eine Mannschaft mit den Ansprüchen der Borussia. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass die Zahlen trügen. Bei den beiden Unentschieden gegen den Meister aus München und dem momentanen Tabellenführer aus Freiburg hätte Gladbach durchaus auch drei Punkte mit nach Hause nehmen können. Der einzige Sieg aus den fünf Spielen gelang gegen RB Leipzig mit Ex-Trainer Marco Rose. Der Pokalsieger aus Leipzig wurde regelrecht abgefertigt von der Gladbacher Mannschaft.

Eigentlich läuft doch alles bei den Fohlen. Wenn da nicht diese Abreibung am vergangenen Wochenende gewesen wäre. Mit 1:5 ging die Mannschaft von Trainer Daniel Farke im Bremer Weserstadion baden. In der Anfangsphase wusste die Borussia gar nicht, wie ihr geschieht. Bereits nach 13 Minuten stand es 3:0 aus Bremer Sicht. Auch nach der Halbzeit kam nicht viel Gegenwind von der Borussia. Das einzige Tor auf Gladbacher Seite von Marcus Thuram war am Ende nur noch Ergebnis-Kosmetik. Trainer Daniel Farke musste sich nach dem Spiel aufgrund eines positiven Corona-Schnelltest in Isolation begeben. Ein alles in allem gebrauchter Tag für die Borussia, die im Derby sicherlich eine Reaktion zeigen möchte.

Ein Punkt trennt die beiden Teams in der Tabelle

Am Sonntag trifft damit der Siebte aus Köln auf den Neunten aus Mönchengladbach, der darauf hofft das Daniel Farke bis dahin wieder zum Team stoßen darf. Nicht nur auf der Karte liegen beide Vereine nah beieinander, auch in der Tabelle trennt sie gerade mal ein kleines Pünktchen. Der Sieger des Derbys wird den Anschluss zu der Verfolgergruppe halten, der Verlierer muss erstmal etwas abreißen lassen.

Die Bilanz der letzten Derbys spricht eindeutig für den 1. FC Köln. Die jüngsten drei Duelle mit dem Rivalen aus Mönchengladbach konnten die Kölner allesamt für sich entscheiden. Ein Torverhältnis von 9:3 in diesen Duellen sollte Steffen Baumgarts Mannschaft zusätzliches Selbstvertrauen verleihen. Das letzte Spiel beider Mannschaften fand am 30. Spieltag der vergangenen Saison statt. Köln führte bereits nach 34 Minuten mit 3:0 nach Toren von Anthony Modeste, Florian Kainz und Dejan Ljubicic. Am Ende hieß das Ergebnis 3:1 aus Kölner Sicht.

Plea meldet sich fit für das Derby

Mit Blick auf das Personal hat sich bei beiden Mannschaften einiges getan. Während bei den Gladbachern unter anderem der einzige Torschütze bei der letzten Derby-Niederlage, Breel Embolo, gewechselt ist. Hat Köln ebenfalls einen ihrer damaligen Torschützen mit Anthony Modeste verloren. Zudem muss Daniel Farke am Wochenende weiterhin auf die verletzten Ko Itakura, Florian Neuhaus und Hannes Wolf verzichten. Einen Lichtblick gibt es jedoch bei der Gladbacher Mannschaft: Alassane Plea hat sich nach vierwöchiger Verletzungspause wieder zurückgemeldet und ist für das Derby am Samstag wieder voll einsatzfähig.

Beim 1. FC Köln muss Trainer Steffen Baumgart immer noch auf eine ganze Liste seiner Profis verzichten. Mit Jan Thielmann, Sebastian Andersson, Jeff Chabot, Tim Lemperle und Matthias Olesen fallen gleich eine Hand voll Profis für das Derby aus. Aber auch auf Kölner Seite gibt es erfreuliche Nachrichten: Mark Uth steht nach viel Arbeit und einigen Sonderschichten wieder zur Verfügung. Der 31-jährige hat im Duell mit dem FK Partizan Belgrad bereits sein Comeback gegeben und konnte erste Luft auf dem Rasen schnuppern.

Auf Borussia-Torjäger Thuram ist zu achten

Vor allem auf einen werden die Kölner beim Comeback von Alassane Plea achten müssen: Torjäger Marcus Thuram. Der Franzose hat bereits vier Saisontore und in der Vergangenheit bewiesen, wie gut er mit seinem Landsmann Plea harmoniert.

Besondere Brisanz wird dem Derby durch die Ausschreitungen zuletzt gegeben. Beide Seiten werden darauf aus sein, die Lage möglichst ruhig zu halten und nichts eskalieren zu lassen. Sportlich gibt es genug Zündstoff für ein rheinisches Derby, in dem sich beide Mannschaften beweisen wollen. Die Borussia will Wiedergutmachung und Köln den vierten Derbysieg in Folge.