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1. FC Köln: Das sind die größten Spiele zwischen dem FC und Gladbach

Historie des Rheinderbys : Das sind die größten Spiele zwischen Köln und Gladbach

Die Rheinderbys zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach haben schon oft für besondere Momente gesorgt. Wir haben die größten und speziellsten Duelle mit ihren Geschichten gesammelt.

Köln-Gladbacher Finale in Düsseldorf, Fernduelle um die Meisterschaft und Banner-Diebe, die für Ärger sorgten: Die Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach ist so traditionsreich wie ungebrochen. Am kommenden Wochenende treffen die Vereine zum 93. Mal in einem Bundesligaspiel aufeinander.

Zwischen dem 20. November 1965 und dem 23. Juni 1973 waren fast acht Jahre vergangen. Es war die Zeit zwischen dem ersten Rheinderby der Bundesligageschichte und dem damaligen Finale des DFB-Pokals. Bereits in dieser kurzen Zeit avancierte das Treffen der rheinischen Rivalen zu einem Klassiker. Beide Vereine gehörten zu den erfolgreichsten dieser Zeit. Zweimal haben die „Fohlen“ zu diesem Zeitpunkt die Meisterschaft gewonnen, einmal den Pokal. Damit waren die Gladbacher auf Augenhöhe mit dem FC – und das nur wenige Jahre nach dem Aufstieg in Deutschlands höchste Spielklasse. Hennes Weisweiler war es, der Gladbach in der Saison 64/65 zum Aufsteiger formte. Es war Gladbachs Beginn einer goldenen Ära unter Kölner Ägide. 

An diesem Finaltag traf Weisweiler im DFB-Pokal-Finale auf seinen ehemaligen Verein, für den er bereits zweimal in Lohn gestanden hatte. Ausgerechnet im Düsseldorfer Rheinstadion spielten rot-weiße Kölner und weiß-grün-schwarze Gladbacher 90 Minuten lang um den Titel. Beide Seiten jubelten über einen Treffer. Als es nach gut 90 Minuten 1:1-Unentschieden stand, nahm ein Gladbacher sein Herz in die Hand und sorgte damit für einen legendären Derby-Moment.

Günter Netzer hatte zuvor überraschend nur auf der Bank gesessen. Zunächst wehrte er sich trotzig gegen eine Einwechslung. Kurz vor dem Schlusspfiff ging er schließlich zu Weisweiler und sagte laut Überlieferung: „Ich spiele dann jetzt.“ Netzer traf nur wenige Minuten später zum 2:1-Sieg. Als „das größte Glück meines Lebens auf dem Fußballplatz" beschrieb der Gladbacher diesen Moment später.

1. FC Köln hat gegen Gladbach die meisten Bundesliga-Niederlagen kassiert

Bis heute ist das Rheinderby für Köln keine Erfolgsgeschichte. Die Borussia siegte in ihrer Bundesliga-Historie gegen keinen Verein häufiger als gegen Köln. Die Geißböcke kassierten in der Bundesliga gegen Gladbach die meisten Niederlagen (51, 25 Siege). In den vergangenen sieben Bundesligaspielen hatten die Fohlen fünfmal die Nase vorne. 

So auch 1975 im Halbfinale des Uefa-Cups. Zwei Jahre nach dem Finale in Düsseldorf kam es erneut zu einem Pokalduell der Rivalen. Das Hinspiel ging mit einem 3:1-Auswärtssieg an die Gladbacher. Das reichte zwei Wochen später, um den Finaleinzug gegen den FC klarzumachen. Mit 1:0 gewann die Fohlen-Elf auch das Rückspiel. Im Finale war der FC Twente nicht stark genug und Gladbach holte nach einem 5:1-Sieg im Rückspiel seinen ersten internationalen Titel. Im gleichen Jahr wurde Gladbach auch deutscher Meister – zum dritten Mal. Zwei weitere Meisterschaften folgten. 

In der Saison 1977/78 kam es zum Fernduell der Rivalen. Köln forderte den aktuellen Meister Gladbach heraus, um die Bundesliga-Schale zu spielen. Es war das vielleicht spannendste Titelrennen der Bundesligageschichte. Beide Teams waren einen Spieltag vor Saisonende punktgleich. Köln führte die Tabelle dank der bessere Tordifferenz an. Zehn Treffer lag die FC-Elf vor Mönchengladbach, deren ehemaliger Trainer Weisweiler nun auf der Kölner Bank saß. Der VfL machte gegen Borussia Dortmund Tor um Tor gut. Doch ein 12:0-Sieg reichte am Ende nicht. Dem FC genügte ein 5:0 gegen den FC St. Pauli. Es war die dritte und vorerst letzte deutsche Meisterschaft der Kölner Vereinshistorie.

 Arie van Lent erhält versteigerte Schuhe zurück

Viele Tore gab es auch 1979, als die beiden Teams in Köln aufeinandertrafen. Der FC lag zur Pause 3:0 nach Toren von Bernd Schuster, Holger Willmer und Gerd Strack in Führung. Innerhalb von 13 Minuten drehte Gladbach die Partie zur 4:3-Führung. Der FC glich durch Dieter Müller schließlich doch noch aus. 

Kurios wurde es auch im Jahr 2002. Gladbachs Arie van Lent beendete in diesem Spiel seine Torflaute und schnürte beim 4:0-Erfolg gegen den 1. FC Köln einen Hattrick. Dabei trug er Schuhe, die er zuvor in einem Paket fand. Es waren die gleichen Treter, die er vor seiner Torflaute versteigert hatte.

Den Kölner Fans dürften die jüngsten Derbysiege in besserer Erinnerung sein: Im Januar 2018 köpfte Simon Terodde den FC in letzter Sekunde zum Heimsieg. Gut ein Jahr zuvor erzielte Marcel Risse aus der Distanz den entscheidenden Treffer zum Derbysieg – es wurde später das Tor des Jahres. 

Die 2000er Jahre trugen jedoch auch dazu bei, dass das Derby zwischen Köln und Gladbach immer brisanter wurde – vor allem neben dem Platz. Im März 2008 gelangten Kölner Ultras an die Heimfahne der Ultras Mönchengladbach. Einen Monat nach dem Fahnenklau folgte die nächste Demütigung. Während des Rheinderbys präsentieren die Kölner die gestohlene Fahne in der Südkurve. Gladbachs Auswärtsblock antwortete mit massivem Pyroeinsatz. Es war nur die erste von vielen Eskalationsstufen, die in den Folgejahren regelmäßig Schlagzeilen machten und das Derby zum Schauplatz von Gewalt und großen Polizeiaufgebots werden ließ.

Das erste Geisterspiel der Bundesligageschichte beendete diese Entwicklung – vorerst. Ursprünglich hätte das Köln-Gladbacher Rheinderby am 9. Februar 2020 stattfinden sollen. Ein Orkan verhinderte dies. Aufgrund der Corona-Pandemie fand das Spiel dann ohne Zuschauer am 11. März statt. Es war das erste Spiel in der Bundesliga, das ohne Zuschauer ausgetragen wurde. Gladbach gewann das Derby mit 2:1.

Am kommenden Samstag kommt es nun zur Neuauflage des brisanten Aufeinandertreffens. Dann werden nach geltenden Corona-Regeln auch wieder Fans im Stadion erwartet. Fernbleiben werden jedoch die Ultragruppen beider Lager, wie es von beiden Seiten aktuell heißt. 

Sportlich ist die Borussia aktuell im Aufwärtstrend, holte in den vergangenen sieben Partien 14 Zähler und geht damit als Favorit in das Spiel. Köln ist seit sieben Spielen ohne Sieg. Doch mit einem Dreier im Derby können die Geißböcke nach Punkten wieder mit den Fohlen gleichziehen.