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1. FC Köln: Desolate erste Halbzeit gegen SC Freiburg - nicht erstklassig

Keine erstklassige Leistung : Desolate Spielweise bringt 1. FC Köln auf die Verliererstraße

Ein verschossener Elfmeter, ein vermeintliches Handspiel – für den 1. FC Köln gab es nach dem Spiel gegen den SC Freiburg viele Gründe sich zu ärgern. Die Ursache für die 1:4-Pleite lag aber in erster Linie an der schwachen ersten Halbzeit.

Die Hände vor den Augen, die Beine gestreckt. Ondrej Duda lag in der Sonne auf dem satten Grün des Kölner Stadions. Vermutlich bedeckte er sein Gesicht, weil er den gerade von ihm verschossenen Elfmeter nicht wahrhaben wollte; vielleicht aber auch, weil ihm gerade bewusst wurde, dass er und sein Team ihr Vorhaben nicht würden umsetzen können. Der große Gewinner der vergangenen Spiele hatte unter der Woche noch davon gesprochen, gegen den SC Freiburg ein anderes Gesicht als im Hinspiel zeigen zu wollen. Nach zwei Siegen in Serie kein Wunder. Allerdings erinnerte an diesem Frühsommertag erschreckend viel an die 0:5-Pleite aus dem Winter.

Die Geißböcke agierten gegen den SC überraschend fahrig, nervös, teils unkonzentriert. Phasenweise so, als seien ihnen die Bedeutung des Spiels und die Tragweite der zu vergebenden Punkte im Abstiegsrennen gerade nicht präsent. Unter anderem legte Ellyes Skhiri dem Gegner das 0:1 bereitwillig auf. Wenige Minuten später diskutierte er mit seinen Mitspielern und übersah einen Pass des Keepers Timo Horn auf ihn. Jannes Horn hatte beim 0:2 wohl das obligatorische Flügelspiel der Freiburger nicht auf dem Schirm.

Und auch Friedhelm Funkel starrte eher konsterniert auf das Spielfeld, als sich die Mannschaft während einer Verletzungspause beim Stande von 0:2 um ihn scharte. Vielleicht der richtige Zeitpunkt, dem Team noch mal ins Gewissen zu reden. Der Auftritt der Geißböcke war desolat, nicht erstklassig. „Das war nicht das, was in der Situation angebracht ist. Vielleicht haben wir es uns im Vorhinein ein bisschen zu leicht gemacht, weil wir zwei Siege in Folge eingefahren hatten“, gab Kapitän Jonas Hector zu, der selbst eine erschreckend schwache erste Halbzeit spielte.

1. FC Köln - SC Freiburg: Verschossener Elfmeter und vermeintliches Handspiel

Dass Freiburg durchaus ein zu schlagender Gegner ist, zeigte der zweite Abschnitt, in dem Köln tatsächlich das andere Gesicht zeigte. Der 1. FC Köln war nach Sebastian Anderssons Anschlusstreffer wieder ganz nah dran an den so dringend benötigten Punkten. Doch auch Ondrej Duda erwischte einen schwarzen Tag, einen rabenschwarzen. Ausgerechnet der Traumtorschütze von Augsburg versagte vom Elfmeterpunkt. „Er ist weggerutscht und macht sich selbst die größten Vorwürfe“, erklärte Funkel, der sich zu dem vermeintlichen Handspiel von Jonas Hector nicht äußern wollte. Jenem fragwürdigen Handspiel, das dem Treffer von Jan Thielmann die Anerkennung versagte.

Der verschossene Elfmeter, das nicht gewertete Tor – ärgerlich, aber letztlich nicht die eigentlichen Gründe für die Niederlage. Vielmehr brachte die desolate Spielweise den FC früh auf die Verliererstraße. Und damit in arge Nöte. Der Abstand zum rettenden Ufer ist auf zwei Punkte angewachsen, dem FC bleiben nur noch die beiden Begegnungen gegen Hertha BSC und den FC Schalke 04, um das rettende Ufer doch noch zu erreichen.

Am Samstag könnte der Abstieg des 1. FC Köln besiegelt sein

„Ich weiß nicht, ob jetzt nur noch Siege helfen. Das kommt auf die Konkurrenz an“, sagte Funkel. Und zwar auf deren mögliche Ausrutscher. Bremen ist zu Gast in Augsburg und empfängt dann Gladbach, Bielefeld erwartet zunächst Hoffenheim und spielt anschließend in Stuttgart. Auch die Hertha befindet sich noch in der Verlosung, kann aber am Mittwoch im Nachholspiel gegen Schalke einen Befreiungsschlag landen. Mit Pech steht der FC am Samstag also bereits als Absteiger fest.

Ein Lichtblick gegen Freiburg war immerhin U21-Nationalspieler Ismail Jakobs. Der Außenspieler belebte die Kölner Offensive, legte den Anschlusstreffer von Sebastian Andersson auf und holte den Strafstoß heraus. Der 21-Jährige gibt bereits die Marschroute für die kommende Partie vor: „Wir müssen als Mannschaft geschlossen bleiben und weiter Herz zeigen.“ So wie gegen Freiburg in der zweiten Halbzeit.