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1. FC Köln: Die Gewinner und Verlierer nach dem ersten Saisondrittel

Zwischenbilanz nach erstem Saisondrittel : Wer beim 1. FC Köln bislang überzeugt und wer nicht

Nach dem absolvierten ersten Saisondrittel in der Bundesliga steht der 1. FC Köln mit 14 Punkten ordentlich da. Einige Akteure im Kader überzeugen mit konstant guten Leistungen, andere haben dagegen noch Luft nach oben. Ein Überblick.

Der Fußball geht über das Individualtaktische hinaus. Am Ende zählt die Leistung der Gruppe. Müsste die Mannschaft des 1. FC Köln nach einem Drittel der Saison dennoch in Gewinner und Verlierer eingeteilt werden, dann wäre auf dem Siegerpodest wohl nicht genügend Platz. Denn nach dem knappen Klassenerhalt in der zurückliegenden Relegation spielen die Kölner eine überraschend gute Bundesliga-Hinrunde. Mit 14 Punkten rangieren die Domstädter nach elf Spielen aussichtsreich auf Tabellenplatz elf.

Das liegt vor allem an Anthony Modeste: zehn Tore in 13 Pflichtspielen und zuletzt drei Doppelpacks in vier Partien. Der Stürmer stand immer in der Startelf und bekam hinter Torhüter Timo Horn die meiste Einsatzzeit (907 Minuten). Nach zwei Toren zu Saisonbeginn meinte Trainer Steffen Baumgart noch: „Er ist noch lange nicht da, wo er sein könnte.“ Mittlerweile ist Modeste Kölns unumstrittene Lebensversicherung.

Was vorne gut funktioniert, könnte hinten noch besser laufen. Köln kassierte schon 20 Gegentore, und dennoch gehört auch Torhüter Horn zu den Gewinnern bei den Geißböcken. Unter Baumgart ist der Ur-Kölner der erste Aufbauspieler im System des FC. Dabei überzeugt er mit guten Passwerten (78 Prozent). Auf der Linie ließ der nicht immer unumstrittene Horn bislang keine Zweifel an seiner Person aufkommen. Sehr zum Leidwesen seines Konkurrenten: Marvin Schwäbe bekam im Sommer die Chance, um den Platz im Kölner Tor zu kämpfen. Bislang reichte es jedoch nur für zwei Einsätze im Pokal. Damit gehört der Neuzugang zu den wenigen Verlierern.

Noah Katterbach kam bislang nur beim 0:5 gegen Hoffenheim zum Einsatz

Zu denen zählt auch Neuzugang Mark Uth. Stets bemüht ist der Linksfuß noch nicht so richtig angekommen. Nach elf Spielen hat der Ex-Schalker erst ein Tor auf dem persönlichen Konto und damit die gleiche Bilanz wie Sturmkollege Sebastian Andersson. Auch Noah Katterbach dürfte sich mehr vorgenommen haben. Von seinen 40 Bundesligaspielen bestritt der Linksverteidiger in dieser Saison erst eines. Beim 0:5 gegen Hoffenheim stand der 20-Jährige das erste und bisher einzige Mal im Kader des FC – das reichte für 15 Minuten Einsatzzeit. Wäre Kapitän Jonas Hector nicht ausgefallen, wäre Katterbach wohl gar nicht erst mit nach Sinsheim gereist. „Wir haben Noah klar vorgegeben, was wir von ihm erwarten und das setzt er auch um“, sagte Trainer Baumgart vor Kurzem. „Er kommt immer mehr in einen besseren körperlichen Zustand.“ In der vergangenen Saison hatte der damals umworbene Youngster seinen Vertrag noch bis 2024 verlängert. Nun steht er erstmal auf dem Abstellgleis. 

Kölns Außenverteidiger sind hingegen auf der Überholspur unterwegs. Kapitän Hector und Benno Schmitz sind dafür mitverantwortlich, dass Köln die meisten Flanken der Liga schlägt (176). Auch sieben Tore nach Zuspielen von außen sind Ligaspitze. Davon legte Rechtsverteidiger Schmitz drei Treffer auf, Hector bereits vier – beide gehören zu Kölns Gewinnern. Ebenso wie Florian Kainz, der schon auf zwei Tore und drei Vorlagen kommt.

Formkurve von Salih Özcan zeigt nach oben

Dejan Ljubicic ist noch ohne eigenes Tor und Assist. Dennoch erweist sich der Österreicher als bislang stärkster Neuzugang der Kölner. Baumgart bezeichnete ihn als den „Anläufer vor dem Herren“. Ein Lob, denn das Pressen des Gegners gehört zu den wichtigsten Aufgaben im System des FC. Nach der Verletzung von Ellyes Skhiri ist der 24-Jährige auf der Sechs gesetzt. Im eigenen Ballbesitz zeigt sich Ljubicic offensiver als Nebenmann Salih Özcan. Im gegnerischen Ballbesitz bilden die beiden Kölns Doppelsechs. Und das funktioniert immer besser. Gerade Özcan kommt langsam ins Rollen. Seinen Platz in der Startelf hat er vorerst sicher. Damit schafft es auch das Sechser-Doppel auf Kölns Siegerpodest.