1. Sport
  2. 1. FC Köln

1. FC Köln: Diese Entscheidungen fielen für den FC am letzten Spieltag​

Zwischen Freud‘ und Leid : Diese Entscheidungen fielen für den 1. FC Köln am letzten Spieltag

Für den 1. FC Köln ist der letzte Spieltag der Bundesliga ein wahres Endspiel - es geht für die Geißböcke um die Europa League. Entscheidende Spiele zum Saisonfinale sind für den FC aber nichts Neues. Ein Rückblick.

Mit dem Training am Dienstagnachmittag hat der 1. FC Köln mit der Vorbereitung auf den letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga begonnen und damit den Endspurt einer beeindruckenden Saison eingeläutet. Diese können die Geißböcke am Samstag beim VfB Stuttgart (15.30 Uhr, Sky) krönen. Nämlich wenn der FC aus der sicheren Qualifikation der Conference League einen sicheren Platz in der Gruppenphase der Europa League macht. Die 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Samstag wird den Kölnern dabei noch in den Knochen stecken. Denn die Geißböcke haben das Tor zur Europa League selbst ein wenig geschlossen. Köln hat das Erreichen des sechsten Tabellenplatzes nun nicht mehr in der eigenen Hand und ist auf die Hilfe des VfL Bochum angewiesen, der im Heimspiel Kölns direkten Konkurrenten, Union Berlin, empfängt. Sollte der FC gewinnen und Berlin maximal einen Punkt holen, reicht es noch für die Europa League.

Dennoch: Die besseren Karten haben zweifelsohne die Eisernen. Zumal es für den VfB nach dem überraschenden Remis gegen die Bayern doch noch um den Klassenerhalt geht, während sich Bochum im Niemandsland der Tabelle befindet. Auf der anderen Seite hat der FC in der Vergangenheit des Öfteren am letzten Spieltag entscheidende Tabellenstände noch gedreht – mit und ohne fremde Hilfe.

Köln rettet sich am letzten Spieltag

Zuletzt erst in der vergangenen Spielzeit. Vor ziemlich genau einem Jahr belegte Köln nach dem 33. Spieltag den 17. Tabellenplatz. Der Rückstand zu Werder Bremen und dem Relegationsplatz betrug ein Zähler. Auch Bielefeld befand sich durchaus noch in Reichweite. Und um ein Haar wäre der FC damals auch abgestiegen. Köln spielte im Heimspiel gegen den FC Schalke 04, war von Beginn an das bessere Team und drückte auf den Siegtreffer. Der war wichtig, denn Bremen lag im Fernduell ausgerechnet gegen Borussia Mönchengladbach zurück. Ein Remis hätte Köln nicht gereicht, der direkte Abstieg wäre dann sicher gewesen. Mit einem wuchtigen Kopfball rettete schließlich Sebastiaan Bornauw die Kölner in der 86. Spielminute in die Relegation. Dort sicherte der FC gegen Kiel die Klasse und leitete damit die aktuelle erfolgreiche Saison ein.

Auch im Kampf um die Europa League hat der FC bereits am letzten Spieltag wichtige Erfolge gefeiert. 2017 belegten die Geißböcke vor dem letzten Spieltag den siebten Tabellenplatz. Dieser hätte die Europa-Qualifikationsspiele bedeutet. Bremen und Gladbach lauerten den Kölnern im Rücken. Der FC gewann aber sein Heimspiel gegen den FSV Mainz, sprang dadurch sogar auf den fünften Platz und erhielt als Belohnung den direkten Startplatz in die Gruppenphase.

25 Jahre zuvor hätte es im Kampf um den europäischen Wettbewerb nicht spannender sein können. Köln belegte den fünften Rang mit 43 Punkten und einer Tordifferenz von 17 Treffern. Dieser würde zum Uefa-Pokal reichen. Ausgerechnet der rheinische Nachbar aus Leverkusen lauerte auf Rang sechs mit ebenfalls 43 Punkten und +15 Toren. Köln zeigte gegen Dynamo Dresden Nerven, kam nicht über ein torloses Remis hinaus. Da Leverkusen aber parallel gegen den Deutschen Meister aus Stuttgart verlor, zogen die Kölner in den internationalen Wettbewerb ein. Ähnlich knapp ging es auch 1980 zwischen Köln und Dortmund zu. Damals reichte dem FC ein 2:0 über Bayer Uerdingen zur Europa-Qualifikation.

Nicht immer ein gutes Ende

Doch die knappen Entscheidungen am letzten Spieltag nahmen für Köln weiß Gott nicht immer ein gutes Ende - gerade im Kampf gegen den Abstieg. 1998 hätten die Kölner ein Fußballwunder benötigt, um dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte zu entgehen. Die Ausgangslage sprach bereits gegen die Kölner. Der FC belegte mit 35 Punkten den 17. Tabellenplatz, punktgleich hinter Borussia Mönchengladbach. Mit 38 Zählern befand sich Karlsruhe durchaus noch in Reichweite. Sollte der FC sein Heimspiel gewinnen, Karlsruhe gegen Rostock verlieren und Köln auf den KSC fünf Tore aufholen, gäbe es noch eine Chance. Allerdings nur wenn Gladbach im Fernduell mitspielen würde.

Tatsächlich lag Karlsruhe zur Halbzeit gegen Rostock 1:2 zurück und ein gewisser Steffen Baumgart erzielte kurz darauf sogar die Vorentscheidung. Köln führte nach einer Stunde ebenfalls 2:0 gegen den Tabellendritten aus Leverkusen. Köln war nur noch zwei Tore von Karlsruhe entfernt. Doch Leverkusen schlug zurück. Ausgerechnet Dirk Lottner erzielte in der Schlussphase das 2:2. Karlsruhe kam gegen Rostock nicht mehr zurück. Dafür gewann aber Gladbach sein Spiel gegen Wolfsburg und hielt die Klasse.

Vor zehn Jahren belegte der FC nach dem 33. Spieltag den Relegationsplatz, mit zwei Punkten Vorsprung auf Hertha BSC. Auf dem Papier ein Hoffnungsschimmer. Allerdings spielte Köln im letzten Spiel der Saison gegen die Bayern. Der Kontrahent aus Berlin erwartete die TSG Hoffenheim im eigenen Stadion. Thomas Müller dämpfte die Kölner Hoffnungen schon in der ersten Halbzeit. Als Geromel dann noch ins eigene Tor traf und Arjen Robben auf 3:0 erhöhte, war klar, dass der FC auf Hoffenheims Hilfe angewiesen sein müsste. Doch die TSG tat den Geißböcken den Gefallen nicht, unterlag in Berlin 1:3. Köln verlor gegen die Bayern 1:4 und musste ein weiteres Mal den Gang in die 2. Bundesliga antreten.

Über allen knappen Entscheidungen steht aber nach wie vor das Meisterschaftsfinale 1978. Nach dem 33. Spieltag lagen der FC und Borussia Mönchengladbach gleichauf. Die Fohlen mussten aber zehn Tore auf den FC aufholen. Tatsächlich gewann Mönchengladbach das Heimspiel gegen Dortmund 12:0. Da der FC sich aber mit 5:0 gegen St. Pauli durchsetzte, feierten die Kölner die Meisterschaft.