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1. FC Köln: Diese Youngster können dem FC helfen​

FC-Kaderanalyse – Teil V : Diese Youngster können dem 1. FC Köln helfen

Sportchef Christian Keller will den 1. FC Köln als Entwicklungsclub positionieren. Neben einigen jungen Neuzugängen setzt der FC dabei auch auf den eigenen Nachwuchs. Wer sich die besten Chancen auf Profi-Einsätze ausrechnen darf.

Christian Keller war erst wenige Tage im Amt, da verkündete der neue Sportchef des 1. FC Köln schon eine richtungweisende Maßnahme: Aufgrund der finanziell angespannten Situation wolle man den FC zu einem Ausbildungsclub machen. „Wir werden uns als Entwicklungsclub positionieren müssen. Das heißt: Wir holen Spieler, die das Potenzial für die Bundesliga haben, diese Qualität aber noch nicht konstant nachweisen konnten“, sagte Keller. Den Worten ließ der 43-Jährige Taten folgen. Mit Linton Maina, Steffen Tigges, Eric Martel und auch Denis Huseinbasic verpflichtete der FC vier junge Spieler, die das Zeug haben, sich zu entwickeln und in der Bundesliga auf höherem Niveau zu etablieren. Bei Tigges und Maina könnte das vielleicht schon in dieser Saison der Fall sein.

Die Kölner Verantwortlichen gehen aber auch ein gewisses Risiko ein. Schließlich haben sie für die Neuverpflichtungen rund sechs Millionen Euro ausgegeben (wenn auch auf Raten), die erhofften Transfer-Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich haben die Geißböcke dagegen nicht erreicht. Zudem hat keiner der vier „jungen“ Neuzugänge bislang seine Bundesligatauglichkeit über einen längeren Zeitraum konstant nachgewiesen. Es ist also theoretisch möglich, wenn auch unwahrscheinlich, dass Tigges und Co. im System des Kölner Trainers nicht funktionieren werden. Dass er von Saisonbeginn an eine gute Rolle in der Startelf spielen könnte, bewies von den Neuzugängen eigentlich nur Kristian Pedersen. Der an diesem Donnerstag 28 Jahre alt gewordene Däne zeigte gute Leistungen in sämtlichen Vorbereitungsspielen.

Köln an der Basis gut aufgestellt

Deutlich weniger Risiko geht der FC aktuell mit dem eigenen Nachwuchs ein. Wie bereits im Vorjahr, nahm Steffen Baumgart auch in diesem Sommer wieder einige ambitionierte Talente mit ins Trainingslager nach Donaueschingen und anschließend zur Vorbereitung. Maximilian Schmid (19), Winzent Suchanek (19), Rijad Smajic (18) und Joshua Schwirten (20) durften sich beweisen. Mittelfristig ist das Ziel, möglichst viele Talente bei den Profis zu installieren, natürlich in dem Wissen, dass nur ein niedriger einstelliger Prozentsatz den Sprung tatsächlich schafft. So wie Jan Thielmann. Der 20-Jährige ist das Paradebeispiel für eine gelungene Nachwuchsarbeit. Mit seinen 20 Jahren kommt Thielmann bereits auf 73 Pflichtspiel-Einsätze, könnte in diesem Jahr die 100 knacken.

Auch Tim Lemperle traut man beim FC schon bald den endgültigen Durchbruch zu. Der Stürmer erzielte in der vergangenen Saison zwei Treffer und hofft in dieser Saison auf mehr Spielzeit. Diesem Wunsch verlieh der 20-Jährige in den Vorbereitungsspielen Ausdruck. Allerdings konterte Trainer Steffen Baumgart und erteilte den Startelf-Ambitionen des Younster (vorerst) eine Absage: „Fragen Sie mal Tim, er würde sagen, dass er spielen muss“, hatte Baumgart vor der Pokalpartie in Regensburg (3:4 im Elfmeterschießen) gesagt. „Ich würde sagen, dass Tony (Modeste, d. Red.) schon noch eine andere Präsenz hat. Und dass Sargis (Adamyan) durch seine Erfahrung das eine oder andere besser macht. Dennoch: Lemperle war einer der auffälligsten Angreifer (Baumgart: „Tim hatte eine sehr gute Vorbereitung“). Neben Florian Dietz. Der 23-Jährige hat in dieser Saison einen Profivertrag erhalten, es wurde aber wie bei Denis Huseinbasic bereits über eine Leihe spekuliert. Doch das sieht Baumgart komplett anders. „Bei beiden sehe ich keine Leihe. Stand jetzt möchte ich sie behalten, weil sie überzeugen“, sagte Baumgart neulich.

Talente sollen entwickelt werden

Zwar schickte Baumgart die Youngster Schmid, Suchanek und Smajic zurück zu den jeweiligen Juniorenmannschaften, der Traum einer Profikarriere ist damit aber längst noch nicht begraben. Im Gegenteil: "Ich habe bei allen eine gute Entwicklung gesehen", sagte Baumgart. „Die drei sind nicht runtergestuft. Wenn die englischen Wochen kommen, können sie immer wieder zum Kader zählen. Offiziell gehören sie zu uns, sind jetzt aber erst mal in ihren U-Mannschaften im Trainingsprozess“, sagt der 50-Jährige. Einzig Joshua Schwirten darf weiter bei den Profis trainieren. In den Nachwuchsmannschaften befinden sich aber auch noch andere vielversprechende Talente. Und das, obwohl der FC in Sachen Infrastruktur des Nachwuchsleistungszentrums maximal Zweitliga-Niveau erreicht. Dennoch scheint die Basis zu stimmen. „Die Jungs machen richtig Spaß, die Bundesliga hältst du mit ihnen allein aber auch nicht“, hatte Baumgart schon in der vergangenen Saison gesagt. Aber auch darin sieht der Trainer seine Aufgabe: Talente weiterentwickeln. Die finanzielle Not könnte den Entwicklungsprozess bei den Youngstern beschleunigen.