Fußball-Bundesliga 1. FC Köln erkämpft sich 1:1 beim VfB

Stuttgart · Der 1. FC Köln hat mit einem überraschenden Punktgewinn beim Champions-League-Anwärter VfB Stuttgart ein kleines Lebenszeichen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gesendet.

Fußball-Bundesliga: 1. FC Köln erkämpft sich 1:1 beim VfB
Foto: dpa/Marijan Murat

Die 85. Minute in der Stuttgarter MHP-Arena lief, als Faride Alidou allein auf Fabian Bredlow zulief. Der Angreifer des 1. FC Köln hatte die ganz große Chance seinem Team einen Big Point im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga zu bescheren. Die Leihgabe von Eintracht Frankfurt umkurvte den Keeper des VfB Stuttgart zwar, kam dann aber zu weit nach rechts ab und traf nur das Außennetz. So blieb es beim 1:1 (0:0), mit dem die vom Abstieg bedrohten Geißböcke nach einem leidenschaftlichen Abwehrkampf einen wichtigen und überraschenden Punkt beim Tabellendritten mitnehmen konnten und weiter Hoffnung schöpfen können.

FC-Trainer Timo Schultz nahm im Vergleich zum schmerzhaften 0:1 gegen Werder Bremen drei Änderungen in seiner Startelf vor. Der 19-jährige Justin Diehl stand in seinem siebten Bundesligaspiel erstmals von Beginn an auf dem Platz und verdrängte Linton Maina auf die Bank. Auf rechts verteidigte Rasmus Carstensen wieder für Benno Schmitz. Jeff Chabot kehrte nach seiner Gelb-Sperre zurück in die Innenverteidigung und ersetzte neben Luca Kilian den erkrankten Timo Hübers. Das Durchschnittsalter der Kölner lag beim Anpfiff bei gerade einmal 23,6 Jahren.

Der FC-Kindergarten legte munter los. Carstensen schickte Jan Thielmann über rechts auf die Reise. Die Kölner Sturmspitze kam aber nicht ins Tempo, obwohl er eigentlich schnell genug ist und frei auf das VfB-Tor zulaufen konnte. Die Kopfbremse ließ schließlich nur einen harmlosen Abschluss aus 14 Metern zu, mit dem Stuttgarts Keeper Fabian Bredlow keine Mühe hatte (3.).

VfB Stuttgart - 1. FC Köln
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Danach war aber schnell zu erkennen, dass aktuell 13 Tabellenplätze und 30 Punkte zwischen beiden Teams liegen. Beim Tabellendritten lief das Bällchen auch bei höherem Tempo übers Zentrum auf die Außen und von da in den Kölner Strafraum. Der FC kam nicht in die Zweikämpfe und geriet mächtig unter Druck. So durfte Wooyeong Jeong durch die Kölner Abwehr spazieren und Marvin Schwäbe einer ersten Prüfung unterziehen (14.). Drei Minuten später hatte der FC-Torwart Glück, als ein Kopfball von VfB-Torjäger Serhou Guirassy hauchdünn am linken Winkel vorbeizog.

Timo Schultz hatte unter der Woche mehr Mut von seinen Spielern mit dem Ball gefordert. Zu sehen bekam er aber zunächst eine eher ängstliche Mannschaft, die das Spielgerät nicht lange in den eigenen Reihen halten konnte. Vor allem Sechser Denis Huseinbasic, der zwischendurch wegen Nasenbluten behandelt werden musste (26.), hatte große Probleme, Lösungen zu kreieren. Mit etwas Glück und der Klasse von Jeff Chabot im Abwehrzentrum überstanden die Kölner die Stuttgarter Druckphase, obwohl sie nur auf 25 Prozent Ballbesitz kamen.

Die Stuttgarter hatten allerdings noch einiges an Luft nach oben und zeigten gleich zu Beginn der zweiten Hälfte, was wirklich in ihnen steckt. Der Ex-Kölner Chris Führich kam nach einem feinen Doppelpass mit Hiroki Ito am falsch postierten Carstensen vorbei ins Tempo und bis auf die Grundlinie. Von dort aus fand er den einlaufenden Enzo Millot, der keine Mühe hatte, den Ball zum 1:0 über die Linie zu drücken (53.).

FC-Coach Schultz reagierte und brachte Faride Alidou und Linton Maina für den wirkungslosen Diehl und den schwachen Huseinbasic (60.). Der Doppelwechsel zahlte sich schnell aus. Maina nahm einen geblockten Thielmann-Schuss auf und fand aus dem Halbfeld Eric Martel, der den Ball am Fünfer noch annehmen und dann mit seinem ersten Saisontor zum Ausgleich einschieben konnte (62.). Ein Tor aus dem Nichts in einer Phase, in der das Schlimmste für die Kölner zu befürchten war.

Die Kölner Köpfe gingen sofort hoch, weil die Hoffnung zurückgekehrt war. Allerdings musste Schwäbe sein ganzes Können aufbringen, um Millots zweiten Treffer zu verhindern (68.). Der VfB baute weiter Druck auf, konnte Chabot und Co. aber nicht mehr ernsthaft in Gefahr bringen. Und dann kam die 85. Minute, in der Faride Alidou die Hoffnungen der Geißböcke im Abstiegskampf noch größer hätte werden lassen können.

VfB Stuttgart: Bredlow; Vagnoman, Anton, Ito, Rouault (65. Mittelstädt); Karazor (67. Dahoud), Stiller; Jeong (65. Silas), Millot (86. Leweling), Führich; Guirassy. – 1. FC Köln: Schwäbe; Carstensen, Kilian, Chabot, Finkgräfe; Martel, Huseinbasic (60. Alidou); Diehl (60. Maina), Ljubicic, Kainz (72. Adamyan); Thielmann (90.+3 Tigges). – SR.: Ittrich (Hamburg). – Zuschauer: 52.500. – Tore: 1:0 Millot (53.),1:1 Martel (62.). – Gelbe Karten: Rouault.

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