1. Sport
  2. 1. FC Köln

1. FC Köln: Ex-Sportdirektor Horst Heldt räumt Fehler ein

Nach Entlassung : Horst Heldt räumt Fehler beim 1. FC Köln ein

Trotz des Klassenerhalts mit dem 1. FC Köln musste Sportdirektor Horst Heldt sein Büro räumen. Mit zwei Tagen Abstand äußert sich der Sportdirektor durchaus selbstkritisch.

Während sich der neue FC-Coach Steffen Baumgart bereits mit der Vorbereitung der kommenden Spielzeit beschäftigt, befindet sich die Causa um die Entlassung des Sportdirektors Horst Heldt noch in der Nachspielzeit. Am Dienstag reiste der gebürtige Königswinterer zu seiner Familie nach Bayern. Die Enttäuschung über seinen Rausschmiss hatte er im Gepäck. „Es ist legitim, dass der Vorstand eine Zusammenarbeit beendet, wenn man nicht zufrieden ist. Nach der Rettung bin ich allerdings mit einer anderen Erwartung zu dem Termin“, sagte Heldt der „Bild“.

Der Ex-Sportdirektor war am Tag nach dem Klassenerhalt gemeinsam mit Finanzboss Alexander Wehrle im Büro von Vizepräsident Eckhard Sauren zu einer Bestandsaufnahme erschienen. Länger als eine Stunde trug der damalige Sportchef dabei seine Saisonanalyse dem Vorstand vor, um gleich danach von seiner Freistellung zu erfahren. Nach der Entscheidung habe er sofort den Raum verlassen und noch in der Nacht sein Büro ausgeräumt. „Ich wollte nicht mehr vielen Leuten begegnen“, erklärte er. Heldt habe mit zwei Tagen Abstand und einem offenen Gespräch mit FC-Vizepräsident Carsten Wettich seinen Frieden gefunden. Er sei aber „menschlich sehr enttäuscht“ von seinem Nachfolger Jörg Jakobs.

Horst Heldt äußert sich selbstkritisch zu Transfers

Unterdessen reagierte der Vorstand des FC auf die aufkeimende Kritik. In einem Brief an die Vereinsmitglieder verwies der Vorstand auf die „hohen Wellen“, die Heldts Entlassung mit sich gebracht hätten. „Das hat leider auch damit zu tun, dass Menschen dieses Thema für ihre persönlichen Interessen genutzt haben. Und manchmal scheint es mehr als eine Wahrheit zu geben…“

Zu Heldts Wahrheit gehört auch, dass sich der 51-Jährige durchaus Fehler eingesteht. Zum Beispiel zu der Verpflichtung von Stürmer-Flop Emmanuel Dennis. „Er ist kein einfacher Typ. Wir wussten um diese Problematik, sind aber zu sehr ins Risiko gegangen. Wir haben das falsch eingeschätzt. Dennis hat für Unruhe gesorgt, weil seine Verhaltensweisen nicht so waren, wie es in der Gemeinschaft nötig ist.“, sagte Heldt. „Das war ein schlechter Transfer, der in meiner Verantwortung liegt.“ Ähnlich selbstkritisch äußerte sich Heldt auch zu Tolu Arokodare: „Wenn man diesen Transfer tätigt, hätte man ihn für zwei Jahre ausleihen müssen. Das war ein Fehler von mir.“ Heldt verteidigte aber auch das Festhalten an Ex-Trainer Markus Gisdol.