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1. FC Köln: FC-Stürmer Anthony Modeste deutet Wechsel an​

„Es wird kein Problem sein, wenn ich weg bin“ : FC-Stürmer Anthony Modeste deutet Abschied an

Für Anthony Modeste steht aktuell die Vorbereitung auf die kommende Saison mit dem 1. FC Köln in Donaueschingen an. Ob der Stürmer künftig für die Geißböcke spielt, ist aber offener denn je.

Anthony Modeste diskutierte mit seinen Mitspielern. Ein heftiges Wortgefecht. Der Franzose hatte nach einem vermeintlichen Regelverstoß im Trainingsspiel auf den Pfiff des Betreuerteams gehofft. Der blieb aus. Modeste diskutierte also, um umgehend sein herzlichstes Strahlen hervorzuzaubern. Der Streit? Nur gespielt, alles Spaß unter Kollegen.

Nicht ganz so lustig klangen seine Worte nach der Trainingseinheit, als er auf seine Zukunft beim 1. FC Köln angesprochen wurde. „Ich bin immer ehrlich, ich habe gesagt, dass ich eine klare Linie habe. Wenn etwas kommt, muss ich mit dem Verein reden“, sagte der Kölner Torjäger. „Ich denke, dass wird kein Problem sein. Die Topverdiener müssen ja langsam weg. Dann wird es kein Problem sein, wenn ich weg bin.“ In der Tat haben die Kölner Verantwortlichen mehrfach betont, dass sie Großverdiener gerne von der Gehaltsliste streichen würden. Modeste verdient rund 3,5 Millionen Euro jährlich.

Anthony Modeste erzielte in der abgelaufenen Saison 20 Treffer

Nach der hervorragenden Saison mit 20 Liga-Treffern und den Playoffs der Conference League ist Modeste nur nicht unbedingt der ausgemachte Streichkandidat. FC-Sportchef Christian Keller und Co. dürften da eher an Spieler wie Ondrej Duda oder Sebastian Andersson gedacht haben. Die Worte von Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspielabteilung hatten sich zu Beginn der Woche noch ganz anders angehört. „Tony ist in einem super Zustand aus dem Urlaub zurückgekehrt und brennt auf die neue Saison. So sieht kein Spieler aus, der mit gemischten Gefühlen in die Saison geht“, hatte Kessler im Interview dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ gesagt.

Dass Modeste grundsätzlich einem Wechsel gegenüber nicht abgeneigt ist, ist bekannt. Schon im Winter gab es offenbar Interessenten. Kessler sagte damals, dass es ein „unmoralisches Angebot“ gegeben hätte. Das kam offenbar vom saudischen Club Al-Hilal aus Riad. Damals entschied sich Modeste gegen die Offerte, die ihm offenbar noch einmal eine Gehaltserhöhung und dem FC eine ordentliche Ablöse eingebracht hätte. „Ich liebe den FC. Ich weiß, aus was für einer schweren Zeit ich komme, und auch, was ich dem Trainer zu verdanken habe. Ich fühle mich hier wohl und denke, das ist die richtige Entscheidung für alle“, hatte Modeste damals gesagt.

Der Treueschwur wurde im Trainingslager nicht erneuert. „Ich hatte die Möglichkeit im Winter. Wir haben aber die klare Entscheidung getroffen, dass wir das nicht machen“, sagte Modeste. „Jetzt muss ich aber vielleicht an mich denken. Ich habe nur eine Karriere, um Titel zu holen und Geld zu verdienen.“ Der Vertrag des Torjägers läuft im kommenden Sommer aus. Modeste hatte sich eine Vertragsverlängerung gewünscht, ebenso Klarheit bis zum Sommer. Die kann und will man dem Franzosen aktuell aber nicht geben. Laut Thomas Kessler wolle man sich gegen Herbst mit Modeste über die Zukunft unterhalten. Aktuell sieht die einen Anschlussvertrag im Trainerstab vor.

„Ich bin 34 Jahre alt und wenn etwas kommt, wo ich noch zwei oder drei Jahre spielen kann, werde ich mit dem Verein reden“

Nach seiner überragenden Saison denkt Modeste aber  gar nicht ans Aufhören. „Ich bin 34 Jahre alt und wenn etwas kommt, wo ich noch zwei oder drei Jahre spielen kann, werde ich mit dem Verein reden“, sagt der Stürmer. Ein konkretes Angebot liegt dem FC wohl noch nicht vor. Aber: „Wenn man 20 Tore schießt, müsste ich mir Gedanken machen, wenn mein Berater nicht aktiv nach Vereinen sucht“, sagte der Stürmer.

Die Aussagen kommen einer Provokation gegenüber der Kölner Führung gleich. Und: Es ist nicht das erste Mal, dass der Franzose mit einem Abschied kokettiert. Trainer Steffen Baumgart reagierte auf die Äußerungen seines Torjägers gelassen. „Wenn etwas kommt, dann reden wir. Wenn nichts kommt, reden wir nicht“, sagte der 50-Jährige, für den es offenbar keinen Grund zur Aufregung gibt. Mit Steffen Tigges und Sargis Adamyan hat der FC zwei Stürmer verpflichtet, die Köln vermutlich kurzfristig weiterhelfen können.