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1. FC Köln: FC-Trainer Steffen Baumgart warnt vor Greuther Fürth

Vor dem Freitagspiel : FC-Trainer Steffen Baumgart warnt vor Greuther Fürth

Für den 1. FC Köln steht am Freitagabend das Heimspiel gegen Greuther Fürth auf dem Programm. Auf dem Papier eine klare Angelegenheit, doch FC-Coach Steffen Baumgart warnt vor dem Tabellenschlusslicht.

Erstmals seit Beginn der Pandemie 33.000 Zuschauer im Kölner Stadion, ein Spiel unter Flutlicht, die Euphorie in der Stadt – „es gibt doch nichts Geileres“, findet FC-Trainer Steffen Baumgart vor dem Duell seiner Kölner gegen Greuther Fürth an diesem Freitagabend (20.30 Uhr, Dazn). Vor der Saison hätten nicht wenige Experten die Partie zwischen dem Relegationssieger und dem Vizemeister der 2. Liga als Kellerduell betitelt. Nun spielt der Tabellensiebte gegen das Schlusslicht der Liga, und für viele Kölner Anhänger sind drei Punkte bereits eingeplant.

„Es wird ganz sicher nicht das Spiel des Großen gegen den Kleinen“, warnt Baumgart fast schon mantraartig. „Wir reden immer über Favoriten. Das ist für mich aber nur ein Begriff. Wir spielen alle Bundesliga. Beide Mannschaften wollen dieses Spiel gewinnen.“ Auch Fürth. Denn der Aufsteiger hat in dieser Spielzeit erst einen Zähler eingefahren – gegen Bielefeld am zweiten Spieltag. Dennoch will Baumgart von dem Kampf David gegen Goliath nichts wissen.

Vielleicht auch, weil David den ungleichen Kampf gewinnen konnte. „Wir wissen, dass eine sehr schwere Aufgabe auf uns zukommt. Ich war ja schon in einer ähnlichen Situation als Trainer“, sagt der Ex-Coach des SC Paderborn, mit dem Baumgart in der 1. Liga quasi ständig in der Rolle des Underdogs agierte. „Da wirfst du alles in die Waagschale“, sagt der 49-Jährige. „Es kommt eine Mannschaft, die sehr aggressiv anläuft, ihren Weg nach vorn findet, wie man auch im Spiel gegen die Bayern gesehen hat. Auch dort konnten die Fürther Möglichkeiten für sich rausarbeiten.“

FC-Trainer Baumgart erwartet ein enges Spiel

Baumgart kennt den Gegner, hat mit Paderborn gegen Fürth und Trainer Stefan Leitl gespielt. „Wer Stefan kennt, weiß, dass er immer mit offenem Visier spielt. Alle Spiele gegen ihn waren sehr, sehr eng“, erinnert sich Baumgart, der aber auch um die aktuelle Qualität des Kontrahenten weiß. „Fürth ist erst einmal ein Gegner, der eine sehr gute Struktur hat, der in vielen Systemen beginnt. Es gibt viele Varianten, die die Fürther haben. Sie werden versuchen, das Zentrum dichtzukriegen und dadurch Ballgewinne zu generieren“, sagt der 49-Jährige. „Sie haben ein sehr aggressives Anlaufverhalten. Damit kannst du den einen oder anderen Gegner in die Bredouille bringen. Fürth ist eine Mannschaft, die jedem Team in der ersten Liga wehtun kann.“

Also auch dem FC. Doch Baumgart schaut nicht nur auf den Gegner, schaut lieber sogar nur auf seine Mannschaft. „Wir müssen sehr klar, sehr flüssig spielen“, sagt er. „Wir müssen versuchen, die Lücken und Lösungen zu suchen und dann auch zu nutzen.“ Die taktische Ausrichtung ist klar. Baumgart hat nach eigenem Bekunden nur einen Plan. Dennoch deutet viel auf eine sehr offensive Variante hin. Neben Anthony Modeste wird auf jeden Fall Sebastian Andersson auflaufen. „Wir haben eine sehr hohe Qualität. Auch wenn Seb in der einen oder anderen Situation noch nicht sein Tor erzielt hat, muss man trotzdem sehen, wie er sich reinarbeitet in die Mannschaft. Das macht er richtig gut“, sagt Baumgart und stellt dem Angreifer eine Einsatzgarantie aus. Auch Mark Uth sei eine Option, Modeste voraussichtlich gesetzt. „Ich möchte eigentlich alle drei auf dem Platz haben. Es ist wichtig, Mark wieder auf den Platz zu kriegen. Zumal er über eine hohe Abschlussqualität verfügt. Ob er von Anfang an spielt, müssen wir dann sehen.“

Einsatzgarantie für Jorge Meré

Vielleicht erhält also auch Ondrej Duda eine weitere Chance. Der Trainer hat die Qual der Wahl. Einzig Jan Thielmann fällt aus. Der Offensivspieler leidet unter einem Magen-Darm-Infekt. „Das wird er voraussichtlich bis Freitag nicht schaffen“, sagt der Trainer. In der Innenverteidigung erhält Jorge Meré eine Einsatzgarantie. Der Spanier sei zweimal reingekommen und habe beide Male eine gute Leistung gebracht. „Deswegen habe ich ihm gesagt, dass er sich das Spiel auch verdient hat“, so Baumgart, der sich dann doch zu einer Äußerung über die vermeintliche Favoritenrolle hinreißen lässt: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die bessere Mannschaft sind. Ich glaube, dass wir ganz klar selbst entscheiden, ob wir das Spiel gewinnen werden. Wir haben das Selbstvertrauen, alle Spiele zu gewinnen und nicht nur das.“ Dann hätte der FC zwölf Punkte auf dem Konto, könnte bei einem hohen Sieg auf Platz vier klettern. Und wieder tritt Baumgart auf die Euphoriebremse: „Erst einmal wären es zwölf Punkte für unser Ziel, den Klassenerhalt. Mehr ist es nicht.“ Höchstens ein „geiles“ Spiel.