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Nach dem Trainerwechsel: 1. FC Köln: Funkels Schlüssel zum Erfolg

Nach dem Trainerwechsel : 1. FC Köln: Funkels Schlüssel zum Erfolg

Studien belegen, dass sich ein Trainerwechsel nicht unbedingt positiv auf eine Mannschaft auswirkt – zumindest statistisch. Beim FC scheint Friedhelm Funkel dennoch etwas zu bewegen.

Der statistische Arbeitsnachweis von Friedhelm Funkel ist beeindruckend, zumindest der seiner zweiten Kölner Amtszeit: Drei Spiele, sechs Punkte lautet die bisherige Bilanz. Der FC hat sich durch die zwei Erfolge wieder in Reichweite des Klassenerhalts gebracht. Nur noch ein Zähler trennt die Geißböcke vom 15. Platz. Für nichts anderes ist Funkel nach Köln geholt worden. 

Dabei belegen Studien, dass ein Trainerwechsel eigentlich keine Auswirkung auf Erfolg oder Misserfolg hat – zumindest statistisch. Die Uni Münster hat dazu große Studien absolviert. „Im Mittel über viele Trainerwechsel hinweg sind die Punkte und Tore kein Kriterium, warum man einen Trainer austauschen sollte“, sagt auch Professor Daniel Memmert von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Dennoch: Seit Funkels Rückkehr zum FC scheint etwas am Geißbockheim passiert zu sein. Die Kölner gewinnen Spiele, die möglicherweise noch vor Wochen verloren gegangen wären. Haben sie einfach nur Glück, oder steckt vielleicht eine neu gewonnene Motivation hinter dem plötzlichen Erfolg? „Motivation ist immer auch eine Eigenleistung“, sagt Thorsten Loch, sportpsychologischer Berater. „Die Spieler fragen sich nach ihren Handlungsmöglichkeiten. Sind sie bei einem Trainer festgefahren, haben sie keine Chance, agieren sie anders, als wenn wieder alles auf Null ist und sie wieder ihre persönlichen Ziele erreichen können.“ Persönliche Erfolge wie Anerkennung der Fans, der Mannschaft, des Vereins oder auch materielle Ziele wie eine Punktprämie. Jeder fange im Grunde wieder von Neuem an.

Kölner Trainer hat taktisch wenig verändert

In der Tat fällt auf, dass Funkel taktisch wenig verändert hat. „Wenn du eine Mannschaft übernimmst, die so lange nicht gewonnen hat, ist die Arbeit auf dem Platz gar nicht so wichtig. Es ging darum, die Spieler an ihre Stärken zu erinnern. Das ist gut gelungen“, sagt Funkel. Das sieht Loch ähnlich. „In der Kürze der Zeit muss man sich fragen, worein investiere ich wie viel“, sagt der Experte. „Bringt es etwas, ein neues taktisches System zu etablieren, oder setze ich auf andere Mittel? Jupp Heynckes war beim Triple-Gewinn der Bayern 68, da hat er sicherlich einem Ribéry fußballerisch auch nicht mehr viel beibringen können.“

Die Gespräche sind aber nur ein Schlüssel zum Erfolg, die Spieler haben neues Selbstvertrauen gewonnen. „Menschen hinterfragen sich, ob sie sich kompetent für die Bewältigung einer Situation fühlen“, sagt Loch. „Fühlt man sich durch erfolgreiche Situationen kompetent, sind Aufgaben leichter zu bewältigen. Das ist aber kein Selbstläufer.“

Funkel scheint den richtigen Ton gefunden zu haben. Nicht umsonst fordern Fans die Vertragsverlängerung. Die wird es nicht geben. „Nach dem letzten Spiel gegen Schalke oder einer möglichen Relegation ist wieder Schluss“, sagt Funkel.